GridX und Leap24 haben am Schnellladestandort Goirle in den Niederlanden erfolgreich eine virtuelle Netzerweiterung getestet. Mithilfe eines Energiemanagementsystems und eines Batteriespeichers konnte die Ladeleistung deutlich über die physische Netzanschlussgrenze von 50 Kilowatt (kW) hinaus gesteigert werden. Im September 2026 erreichten die Ladevorgänge eine Spitzenleistung von 142,8 kW und damit das 2,9-Fache der Anschlussgrenze, berichtet GridX.
Am Standort kommen ein Alpitronic-HYC150-Schnelllader und zwei Pixii-Batterien zum Einsatz, die vom Energiemanagementsystem von GridX in Echtzeit gesteuert werden. Die Software koordiniert die Energieversorgung und verhindert eine Überlastung des Netzanschlusses, während die Batterien bei zusätzlichem Leistungsbedarf Energie bereitstellen. Während der Pilotphase stieg die durchschnittliche Ladeleistung dadurch von rund 45 auf etwa 125 kW.
Im September stammten 49 Prozent der an Elektrofahrzeuge abgegebenen Energie aus dem Batteriespeicher. Praktisch jeder reale Ladevorgang überschritt die Netzanschlussgrenze von 50 kW, während mehr als 64 Prozent der Ladevorgänge Spitzenleistungen über 100 kW erreichten. GridX verfolgt dabei einen hardwareunabhängigen Ansatz und hat neben dem Alpitronic-Lader und der Pixii-Batterie auch die Standortmessung in das System integriert.
Leap24 bezeichnet begrenzte Netzanschlusskapazitäten als wesentlichen Engpass beim Aufbau von Schnellladeinfrastruktur. GridX hat seine unterstützten Batteriesysteme zuletzt um Anlagen von Sungrow und Huawei erweitert. Beide Unternehmen planen, die virtuelle Netzerweiterung 2027 auf weitere Standorte in mehreren Märkten auszuweiten und dabei sowohl Neubauten als auch bestehende Standorte sowie unterschiedliche lokale regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen.
Der Standort Goirle ist bereits darauf ausgelegt, die Anzahl der Ladesäulen und Batterien bei steigender Nachfrage zu verdoppeln. Die Unternehmen wollen den in den Niederlanden erprobten Ansatz als wiederholbare Lösung für Standorte mit begrenzter Netzkapazität in Europa etablieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die kosteneffiziente Erweiterung der Ladeleistung und die gemeinsame Steuerung unterschiedlicher Hardwarekomponenten.
“Netzanschlüsse sind der größte Engpass beim Schnellladen, und jahrelang auf einen Ausbau zu warten, ist für uns keine Option. Mit GridX und unserer Pixii-Batterie lädt unser Standort in Goirle mit fast dem Dreifachen dessen, was sein Anschluss erlaubt. Für unseren Betrieb verändert das, welche Standorte wir erschließen können – und wie schnell wir sie eröffnen“, sagt Jeroen Mannaerts, Head of Operations bei Leap24.
„Elektrifizierung skaliert nur, wenn sie einfach und bezahlbar ist“, ergänzt Amelie Meixner, Director of Growth bei GridX. Interoperabilität ermöglicht es Betreiber:innen, für jeden Standort die beste Hardware zu wählen, und fortschrittliches Energiemanagement lässt diese Hardware als ein System arbeiten – so holen Sie mehr Ladeleistung aus dem Netzanschluss heraus, den Sie bereits haben. Das macht den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge im großen Maßstab deutlich kosteneffizienter.“
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