Mercedes-Benz hat vor Publikum einen schweren Kreuzungsunfall mit zwei fahrenden Serienfahrzeugen in einem Crashtest nachgestellt. Dabei prallte ein CLA Shooting Brake mit elektrifiziertem Verbrennerantrieb mit 56 km/h in die Fahrerseite eines vollelektrischen CLA, der ebenfalls mit 56 km/h unterwegs war.
Beide Fahrzeuge wogen jeweils mehr als zwei Tonnen und wurden vor der Kollision nicht abgebremst. Das Szenario orientierte sich laut dem Autobauer an realen Unfalldaten und ging über die Anforderungen gesetzlicher Vorschriften und üblicher Sicherheitstests hinaus.
Die Fahrgastzellen beider CLA-Modelle blieben bei dem Aufprall stabil, während sämtliche Messwerte der acht Crashtest-Dummies unterhalb der biomechanischen Grenzwerte lagen. Die vier Erwachsenen und vier Kinder repräsentierenden Dummies lieferten Daten von bis zu 150 Messpunkten pro Dummy, die auf ein geringes Risiko schwerer oder lebensbedrohlicher Verletzungen hinweisen.
Auch die Hochvoltbatterie des vollelektrischen CLA blieb trotz des direkten Seitenaufpralls unbeschädigt, berichtet Mercedes-Benz. Die Stuttgarter unterstreichen: Die Fahrassistenzsysteme des CLA seien darauf ausgelegt, solche Kollisionen im Straßenverkehr zu vermeiden oder deren Schwere zu reduzieren.
Mercedes-Benz untersucht und rekonstruiert seit 1969 reale Verkehrsunfälle und hat gemeinsam mit Forschungsteams in Deutschland, China und Indien rund 6000 Unfälle analysiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung von Karosseriestrukturen, Rückhaltesystemen und unternehmenseigenen Sicherheitsanforderungen ein. Jedes neue Modell durchläuft den Schwaben zufolge während der Entwicklung etwa 15.000 virtuelle Unfallsimulationen und rund 150 Crashtests. Künstliche Intelligenz unterstützt dabei die Präzisierung der Prognosen.
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„Unser Anspruch ist, dass Mercedes‑Benz die sichersten Fahrzeuge der Welt baut. Deshalb entwickeln wir Sicherheitssysteme für das, was tatsächlich auf der Straße passiert. Der weltweit erste öffentliche Kreuzungs-Crashtest in dieser Konstellation unterstreicht diesen Anspruch“, sagt Technologiechef Jörg Burzer.
„Wer die sichersten Fahrzeuge bauen will, muss auch Erkenntnisse aus realen Unfällen ins Anforderungsprofil seiner Modelle aufnehmen. Wir nennen das ‚Real-Life Safety‘. Dieser Test mit zwei CLA-Modellen zeigt beispielhaft, wie wir das erfolgreich umsetzen“, so Paul Dick, Direktor Fahrzeugsicherheit bei dem Unternehmen.
Erstmals präsentierte man zudem das System „Mercedes-Benz Rescue Intelligence“, das ab nächstem Jahr schrittweise eingeführt werden soll. Es soll eine direkte Verbindung zwischen verunfallten Fahrzeugen und Rettungskräften schaffen und bereits während der Anfahrt wichtige Unfalldaten bereitstellen. Abhängig von der technischen Verfügbarkeit und dem Anwendungsfall können dazu die Insassenzahl, der Zustand von Airbags, Sicherheitsgurten und Hochvoltsystem, geöffnete Türen sowie die Batterietemperatur gehören. Damit sollen Rettungskräfte die Lage früher einschätzen, ihren Einsatz vorbereiten und geeignete Rettungsmittel auswählen können.

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