Bei der Entscheidung für ein neues Auto spielt der Preis eine zentrale Rolle. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company nennen 58 Prozent der deutschen Käufer den Kaufpreis als eines der wichtigsten Kriterien, berichtet die Automobilwoche. In Europa und den USA liegt dieser Wert mit jeweils 62 Prozent noch höher. Im Gegensatz dazu messen deutsche Kunden den Gesamtbetriebskosten mit 44 Prozent eine größere Bedeutung bei als Käufer in Europa (31 %) oder den USA (32 %).
Auch beim Kauf von Elektroautos zeigt sich eine hohe Preissensibilität. Für 58 Prozent der deutschen Kunden ist die Anschaffung eines Stromers nur dann attraktiv, wenn keine höheren Kosten im Vergleich zu einem vergleichbaren Verbrenner entstehen. Neben den Anschaffungskosten bleibt die begrenzte Reichweite für 64 Prozent ein wesentliches Kaufhindernis.
Neben dem Kaufpreis beeinflussen die Ausstattung (53 %) und die Gesamtbetriebskosten die Kaufentscheidung in Deutschland stärker als der Markenname. Über ein Drittel der Käufer im Volumensegment würde die Marke wechseln oder legt keinen Wert auf den Markennamen. Im Premiumsegment sind 42 Prozent der Kunden bereit, für bessere automatisierte Fahrfunktionen die Marke zu wechseln.
„Die deutschen Hersteller haben sich über Jahrzehnte einen starken Namen und eine große Kundenbasis erarbeitet. Doch Autokäufer sind heute offener für einen Markenwechsel“, sagte Bain-Partner Eric Zayer, der die Praxisgruppe Automotive & Mobilität in der EMEA-Region leitet, der Automobilwoche. „Hersteller und Händler müssen deshalb nicht nur bei Preis und Technik überzeugen, sondern vor allem proaktiv auf ihre Kunden zugehen, sie gezielt beraten und auch nach dem Kauf begeistern.“
Die Prioritäten beim Autokauf unterscheiden sich regional stark. Während in Europa und den USA die Rangfolge der wichtigsten Kriterien gleich ist, dominiert in China die Ausstattung (58 %) als wichtigstes Kaufkriterium, gefolgt von der Marke (51 %). Preis, Service und Gesamtbetriebskosten folgen mit Werten zwischen 32 und 40 Prozent.
Trotz der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die erste Information bleibt der physische Handel entscheidend. In Deutschland kaufen 89 Prozent der Kunden offline, in den USA sind es 90 Prozent und in China sogar 95 Prozent.
