Die Volkswagen-Tochter Elli leitet eine strategische Neuausrichtung ein und zieht sich aus dem Geschäft mit Ladehardware zurück. Dies betrifft unter anderem Wallboxen für Privathaushalte sowie den Bau von Ladeinfrastruktur für Unternehmen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Elli konzentriert sich demnach künftig auf digitale und skalierbare Geschäftsmodelle, um mehr Kunden in verschiedenen Märkten zu erreichen und kontinuierliche Umsätze zu generieren.
Im Zuge dieser Umstrukturierung trennt sich das Unternehmen zudem von der Produktion spezieller Ladesäulen. Auch die Verantwortung für die Batterie-Großspeicher des Volkswagen-Konzerns, die als Puffer für Wind- und Solarenergie fungieren, wird abgegeben. Diese Anlagen sollen künftig von einem anderen Konzernunternehmen betrieben werden. Für bestehende Kunden sollen Software-Updates, Service und Ersatzteile weiterhin gesichert bleiben.
Die Neuausrichtung zielt darauf ab, Prozesse und Organisation schlanker und digitaler zu gestalten. Ab 2027 soll Elli sein Geschäft in den Bereichen Energie und Mobilität bündeln. Fortgeführt werden das europäische Ladenetz mit über einer Million Ladepunkten, Tank- und Ladelösungen für Fahrzeugflotten sowie das Angebot Volkswagen Naturstrom. Ein neuer Fokus liegt auf der intelligenten Einbindung von Elektroautos in das Stromnetz zur Nutzung als Speicher.
Die personellen Auswirkungen auf die rund 400 Beschäftigten sind noch nicht abschließend geklärt. Laut Chef Giovanni Palazzo könnte die Zahl der Betroffenen jedoch erheblich sein, da viele Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen tätig sind. Die genaue Umsetzung des Stellenabbaus ist derzeit noch unklar. Ziel der Strategie ist es, durch die Senkung von Fixkosten und Personalkosten die Rentabilität zu steigern und das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen.
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden und sich konsolidierenden europäischen Lademarktes mit zunehmendem Wettbewerb und sinkenden Margen. Elli wurde 2018 als Anbieter für Ladeinfrastruktur und Strom gegründet. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete die Tochtergesellschaft einen Umsatz von 174 Millionen Euro bei einem Nachsteuerverlust von etwa 54 Millionen Euro, wobei das Hardware-Geschäft rund 15 Prozent ausmachte. In diesem Jahr soll der Umsatz deutlich höher ausfallen, die Neuaufstellung soll Elli dann künftig Gewinne ermöglichen.
