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Wolfgang Porsche: Mission E steht „für den Wagemut, der bei Porsche Tradition hat“

14.05.2018 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 11 Kommentare

Wolfgang-Porsche-Elektroauto

Bilder: Porsche

Volkswagen-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche hat sich in einem Interview mit der Branchenzeitung Automobilwoche ausführlich zur Zukunft des nach seinem Großvater Ferdinand benannten Sportwagenherstellers geäußert. Den zunehmenden Fokus auf E-Mobilität sieht er in der Tradition von Porsche – er unterstrich: „Mein Großvater hatte mit dem Lohner Semper Vivus ja schon 1899 ein Elektroauto gebaut.“

Porsche bringt im nächsten Jahr sein erstes reines Elektroauto auf den Markt. Für die Produktion der von Grund auf als Stromer entwickelten Sport-Limousine Mission E wird der Standort Stuttgart ausgebaut. Es habe „viele Stimmen“ gegeben, die gegen die dafür nötigen hohen Investitionen gewesen seien, sagte Porsche. „Sicher war dies nicht die günstigste Variante. Aber es war wichtig, dass dieses Elektroauto aus Stuttgart kommt.“

Porsche-Mission-E-Elektroauto
Porsche 356 & Mission E

Damit die Mission-E-Fertigung in Stuttgart stattfindet, verzichten die Mitarbeiter auf einen Teil ihrer Lohnerhöhung und zahlen das Geld in einen Zukunftsfond ein. „Auch das zeigt für mich den Geist, der in diesem Unternehmen nach wie vor lebendig ist“, so Porsche. Die Elektroauto-Offensive der Schwaben stehe für „Wagemut, der bei Porsche Tradition“ habe.

Der Porsche-Enkel betonte, dem Wandel der Automobilbranche offen gegenüberzustehen. Er tue sich lediglich mit der „bürokratische Überregulierung“ schwer. Früher sei die Rechtsabteilung von Porsche mit fünf Juristen ausgekommen, heute seien es über 30. „Und darüber hinaus ist für viele Entscheidungen Expertise von außen notwendig“, erklärte Porsche.

Zu der Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos sagte der VW-Miteigentümer: „Politik und Hersteller sollten hier an einem Strang ziehen. Ich frage mich manchmal schon, ob allen klar ist, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland an der Autoindustrie hängen.“ Es gehe nicht „um die Frage nach besser oder schlechter“, so Wolfgang Porsche, „sondern um eine Erhöhung des Tempos und eine verstärkte Nutzung von Synergien“.

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Via: Automobilwoche
Unternehmen: Porsche
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Peter wulf meint

    18.05.2018 um 15:42

    Der alte elektrische JAGDWAGEN DES DEUTSCHEN KAISERS ist mit Radmotoren und zusätzlichem Generator ist im Porsche Museum in Stuttgart zu besichtigen .das fast 110 Jahre alte Fahrzeug konnte sich geräuschlos an die jagdbeute heranpirschen. Nun wacht unsre Autoindustrie endlich auf und gedenkt der alten Technik und bringt sie auf den neusten Stand bevor der Rest der Welt uns überholt hat.

  2. Teslatom meint

    14.05.2018 um 17:45

    Hmm,
    müsste es dann nicht Mission W heissen?
    Naja, immerhin geht es voran, bin gespannt, wer die Explosionsmotoren noch kauft, wenn es elektrisch x-mal mehr en vogue (französisch war nicht mein Spezialgebiet ????) ist, elektrisch elegant vorzufahren ????

  3. Mike meint

    14.05.2018 um 13:46

    Wolfgang Porsche redet von Wagemut?
    Ein Mann der vor 2.Jahren vom Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh zu mehr Reformwillen aufgefordert wurde .
    Der Wolfgang Porsche, der die Elekromobilität als Jobkiller numero uno vorhergesagt hat, ein Mann der weit vor dem Porsche Elektrozeitalter massive Stellenstreichungen verteidigt hat .
    Also verlogener gehts ja wohl nimmer, oder ;)
    Es geht doch immer nur ums eigene Portemonnaie bei solchen Leuten !

    • nilsbär meint

      15.05.2018 um 23:16

      Ich werde 2019 eine Diät beginnen! Die wird knallhart werden und mit viel Sport! Ich hoffe, diese Ankündigung strahlt genauso viel Wagemut aus wie die von Herrn Porsche mit dem Mission E:-)

  4. Leonardo meint

    14.05.2018 um 13:11

    Was hat es mit Wagemut zu tun wenn man als einer der letzten aufs davongallopierende Elektropferd setzt?

  5. Pferd_Dampf_Explosion_E meint

    14.05.2018 um 13:06

    Schlecht informiert, der Porsche Junior: „Porsche zahlt Mitarbeitern 9656 Euro Prämie“ war am 22.03.2018 in der Zeitung zu lesen. Wer verzichtet hier auf irgend etwas???
    Dass sehr viele Arbeitsplätze in D. von der Automobilindustrie abhängen, ist allen Interessierten klar, deswegen ist es umso sträflicher, wenn Politik und VDA-Seniorenclub jahrelang die E-Mobilität falsch eingeschätzt oder aber willentlich ignoriert haben (Porsche-Chef Müller im Mai 2015 sinngemäß: „Eine Firma Tesla kenne ich nicht“).

    • Porsche 911 meint

      14.05.2018 um 13:40

      Den Unterschied zwischen einer Prämie und einer Lohnerhöhung kennst du aber schon?

      • Leonardo meint

        14.05.2018 um 19:36

        Der Unterschied ist, daß Prämien genau um den Betrag einer Lohnerhöhung sinken.

        • Porsche 911 meint

          15.05.2018 um 08:12

          Der Unterschied ist, dass du Lohn für eine Leistung, die in der Zukunft liegt, bekommst.
          Eine Prämie dagegen resultiert aus vergangenen Leistungen.

          Und jetzt sag mir, warum man als Mitarbeiter auf seine Prämie verzichten sollte, für die man letztes Jahr hart gearbeitet hat.

  6. chef meint

    14.05.2018 um 12:17

    Was wäre denn die Alternative zum Standort Stuttgart gewesen wenn die Mitarbeiter nicht auf einen Teil ihrer Lohnerhöhung „verzichtet“ hätten ?!

  7. Daniel S meint

    14.05.2018 um 12:03

    Ich frage mich manchmal schon, ob es Herrn Porsche klar ist, dass hier unsere Gesundheit u.a. wegen Betrugs seiner Firma geschädigt wird. Aber das scheint nicht so schlimm zu sein im Vergleich mit Arbeitsplätzen – um die es nicht geht, denn bei Milliardengewinnen von VW ist es offenbar trotzdem unmöglich die geschädigten Autokäufer weder auszuzahlen noch ihre Autos hardwaremässig nach zu rüsten.

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