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Kia plant „vollelektrische Palette, die keine Wünsche offen lässt“

30.04.2021 in Autoindustrie, Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

Kia_EV6_laedt

Bild: Kia

Kia will bei der zukünftigen Mobilität mit Autos eine Führungsrolle einnehmen, dazu treiben die Südkoreaner insbesondere ihre Ausrichtung auf Elektroautos voran. Deutschland-Chef Steffen Cost sprach mit dem Auto-Medienportal über die weiteren Pläne der Marke.

Im März hat Kia sein neues Elektroauto EV6 (Titelbild) vorgestellt. Für Cost ist das Modell kein Auftakt, sondern eine Weiterführung der Modellpolitik. Das Unternehmen biete in Deutschland bereits seit 2014 Elektroautos und seit 2016 Plug-in-Hybride an, damit sei es deutlich schneller gewesen als die meisten Wettbewerber. Der EV6 sei nun der nächste große Schritt, der vor allem bei der Ladetechnik schon über die Technologie der Zukunft verfüge. „Der EV6 stößt bei unseren Kunden übrigens auf großes Interesse. Bis jetzt haben wir bereits mehr als 1000 Vorreservierungen“, sagte Cost.

Der Manager erklärte, dass Kia „nicht so schnell“ eine rein elektrische Marke werde. Dies haben unter anderem General Motors, Volvo und MINI angekündigt. Bei Kia glaube man, dass es den Verbrennungsmotor noch eine lange Zeit geben wird. Es sei wenig sinnvoll zu sagen, jetzt nur noch auf Elektro zu setzen. Schließlich bräuchten auch Plug-in-Hybrid-Modelle weiter einen Verbrennungsmotor.

Sollte die Politik in Europa den Verbrennungsmotor wie von einigen gefordert im Jahr 2030 auslaufen lassen, sei Kia dafür bereit. „Wir arbeiten an einer vollelektrischen Palette, die keine Wünsche offen lässt“, so Cost. „Da sind wir weiter als viele unserer Wettbewerber.“ Als global agierender Konzern werde man aber weiter Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor herstellen. Darüber hinaus sei man in der Lage, für den Antrieb wasserstoffbetriebene Elektrosysteme umzusetzen. So sei Kia unabhängig der weiteren Entwicklung in der Autobranche gut aufgestellt.

„Nicht nur auf ein Pferd setzen“

Zum Thema Brennstoffzelle sagte Kias Deutschland-Chef noch, dass ein entsprechendes Modell „denkbar“ sei. Die Schwestermarke Hyundai hat mit dem Nexo bereits ein Serienauto mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb im Angebot. Kia wird laut Cost hierzulande keinen solchen Wagen einführen, solange die Infrastruktur nicht vorhanden ist. Die derzeit um die 100 Wasserstoff-Tankstellen seien dafür einfach nicht ausreichend. Die Technik sei aber im Konzern vorhanden und könne „sehr schnell“ eingesetzt werden. Allein mit Batterie-Fahrzeugen lasse sich ein Teil der zukünftigen Mobilität nicht realisieren, vor allem im Bereich Schwerlastverkehr. „Die batterieelektrische Elektromobilität allein wird nicht die Lösung sein. Wir sollten deshalb nicht nur auf ein Pferd setzen“, so Cost.

Immer mehr Automarken stellen im Rahmen ihrer Elektrifizierung den Vertrieb auf online um, Volvo beispielsweise will seine Elektroautos demnächst nur noch digital verkaufen. „Der Online-Vertrieb wird in Zukunft kommen, wir sehen aber noch nicht, dass dieser Kanal aktuell einen riesigen Anteil einnimmt“, sagte Cost. Um vorbereitet zu sein und Erfahrungen zu sammeln, habe das Unternehmen einen Online-Showroom in seinem Trainingszentrum aufgebaut, der von den Kunden sehr gut angenommen werde. Gerade bei alternativen Antrieben erlaube dies eine besonders ausführliche Beratung.

Darauf angesprochen, wo Kia in fünf Jahren stehen werde, äußerte Cost das Ziel von 100.000 verkauften Autos in Deutschland und einen hohen Anteil alternativer Antriebe. Vollelektrische Modelle werden seiner Schätzung nach 25 bis 30 Prozent des Geschäfts ausmachen. Kia werde aber auch Dieselantriebe weiterentwickeln und diese unter anderem in Deutschland anbieten, da diese Technik weltweit noch eine Rolle spiele. Außerdem sei das globale Diesel-Kompetenzzentrum der Marke in Rüsselsheim.

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Via: Auto-Medienportal
Tags: Kia EV6Unternehmen: Kia
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Mund meint

    30.04.2021 um 23:11

    Das ist doch richtig so. Zumal die Infrastruktur und das Preisgefüge alles andere als kundenfreundlich ist.
    Als E Fahrer muss ich meinen „Tankschlauch“ (dann auch noch verschiedene) mitbringen, eine Standgebühr ist auch noch fällig, wie eine Grundgebühr. Dauert der Ladevorgang länger, sind zusätzliche Parkgebühren fällig.
    Zum Abschluss bekomme ich auch noch eine saftige Rechnung präsentiert,
    weil an der Ladesäule keine Preise ersichtlich sind. Fahre ich an einer Tankstelle vorbei oder sehe vorher in eine App nach, weiß ich genau was ich bezahlen muss.
    Beim Tanken weiss ich, wenn ich das Ventil bis zum Anschlag betätige, kommt auch der maximale Strom an Flüssigkeit aus der Zapfpistole.
    An einer Ladesäulen ist dieses aus unerklärlichen Gründen nicht immer der Fall, wenn ich Pech habe stehe ich zwar an einer 400kw Ladesäule aber das Auto und die Ladesäule haben ein Kommunikationsproblem, dann kommen eben nur 11kw in den Akku oder der Ladevorgang wird vorzeitig abgebrochen.
    Technisch wäre es möglich, weil die Ladesäule und das Auto kommunizieren, benötigte man hat keine Karten oder Apps mehr. Bei Tesla funktioniert es wohl so!
    Wo wir beim nächsten Problem wären, die Akzeptanz von Ladekarten und Apps an verschiedenen Ladesäulen.
    Ich habe gestern einen Bericht über das Laden in der Schweiz gelesen, da kommen noch Roaminggebühr oben drauf. Diese Gebühren sind aber nicht nur im Ausland fällig sondern auch, wenn man an einer fremden Ladesäule Strom haben will! Dieses kann dazu führen, dass an benachbarten Ladesäulen Preisunterschiede von über 300% bestehen können.
    Also Laden kann sehr anspruchsvoll und abenteuerlich sein. Wen die Kosten nicht interessieren, weil er einen Firmenwagen fährt, ist dieses natürlich etwas anderes.
    Leider haben aber auch Vandalismus an Ladesäulen zugenommen, vor einigen Tagen gab es einen Bericht, dass diese mit Hackfleisch unbrauchbar gemacht wurden.

    Aus technischer Sicht, kann ein Verbrenner ganz anders konstruiert werden, wenn er einen Generator antreibt und nicht direkt zum Vortrieb das Fahrzeuges benötigt wird.
    Der Teillastbereich fällt fast komplett raus, der Drehmomentenverlauf kann auf eine optimale Drehzahl eingestellt werden. Damit ist natürlich auch der Schadstoffausstoß ein ganz anderer, da ja auch die Betriebstemperatur schneller erreicht wird.
    Diese wird immer wieder bei der Bewertung von Plugin Hybrid Fahrzeugen vernachlässigt.
    Ebenso wären auch keine speziellen Kraftstoffe mehr nötig oder sogar andere, einfachere Motoren.
    Wichtig wäre doch nur, mit geringen Konstanten Drehzahlen die optimale Kraft für den Generator zur Verfügung zu stellen. Damit wäre es auch möglich längere Strecken in der Kombination Verbrenner/ Generator E Motor zu fahren. Es ist dich keine neue Erkenntnisse, dass der E Motor für den direkten Antrieb, kein Schaltgetriebe mehr notwendig, optimal ist schon allein aus dem Grund, wegen dem Getriebe und maximales Drehmoment ab erster Umdrehung und Nutzung des Motors als Betriebsbremse und damit kein oder nur geringer Verschleiß der mechanischen Bremse. Schienenfahrzeuge und Lkw und Busse nutzen dieses Prinzip (Retarder) schon seit Ewigkeiten.
    Die verschleißfreie Bremse vermindert auch den Feinstaub nicht unerheblich.

  2. Paul6 meint

    30.04.2021 um 10:01

    Der ewig gestrige Herr Cost. Verbrenner und Wasserstoff, seit Jahren seine Welt.

    Ich habe eher das Gefühl, es ist seine Meinung, dass der Verbrenner noch lange erhalten bleibe und nicht die Strategie von KIA. Sicher benötigt alles eine Übergangszeit, aber der Konzern selbst schafft mit der neuen Plattform die Grundlage für den Auslauf des Verbrennungsmotors. Und gerade wegen der Plugins sollte das schneller gehen, damit diese Augenwischerei endlich verschwindet.

  3. Anti-Brumm meint

    30.04.2021 um 09:28

    Hyundai/Kia hat mit e-Niro/Kona/Ioniq in den letzten Jahren ordentlich Fuß fassen können, aber die Konkurrenz ist mittlerweile (endlich!) aufgewacht.
    Wir sind schön langsam endlich am Punkt angelangt, wo der Kunde wieder König wird, und nicht – wie bisher – bei wenigen Herstellern um E-Autos betteln muss.

  4. MiguelS NL meint

    30.04.2021 um 08:33

    „Es sei wenig sinnvoll zu sagen, jetzt nur noch auf Elektro zu setzen. Schließlich bräuchten auch Plug-in-Hybrid-Modelle weiter einen Verbrennungsmotor.“

    Alles klar, ich habe es verstanden.

    • Michael Wothke meint

      30.04.2021 um 13:23

      Kia wäre ja auch „mit dem Nagelbeutel gepudert“, wenn sie sagen würden „wir steigen jetzt und komplett auf BEV um“.
      Die Kundschaft weltweit wird in den nächsten Jahren weiterhin -auch- stark Verbrenner nachfragen – und es ist die Aufgabe des Herstellers, jener Nachfrage zu genügen. Die Verschiebung zu BEV kommt, keine Frage, aber sie braucht Zeit. So wie auch Tesla in Grünheide Zeit und Geduld braucht ;)

      • Fred Berlins meint

        30.04.2021 um 14:45

        Ich stimme dem voll zu, weise aber darauf hin, dass es der „Klammerbeutel“ ist ;)

        Auf jeden Fall sehe ich Kia auf dem richtigen Weg. Habe selbst einen EV6 letzte Woche reserviert.

      • Michael meint

        09.06.2021 um 11:07

        Vor allem braucht Tesla in Grünheide mal Wasser…

    • Mund meint

      30.04.2021 um 22:55

      Das ist doch richtig so. Zumal die Infrastruktur und das Preisgefüge alles andere als kundenfreundlich ist.
      Als E Fahrer muss ich meinen „Tankschlauch“ mitbringen, eine Standgebühr ist auch noch fällig, wie eine Grundgebühr. Dauert der Ladevorgang länger, sind zusätzliche Parkgebühren fällig.
      Zum Abschluss bekomme ich auch noch eine saftige Rechnung präsentiert,
      weil an der Ladesäule keine Preise ersichtlich sind. Fahre ich an einer Tankstelle vorbei oder sehe vorher in eine App nach, weiß ich genau was ich bezahlen muss. An einer Ladesäulen ist dieses aus genannten Gründen nicht der Fall.
      Ich habe gestern einen Bericht über Laden in der Schweiz gelesen, da kommen noch roaminggebühr oben drauf. Dieses kann dazu führen, dass an benachbarten Ladesäulen Preisunterschiede von über 300% bestehen können.
      Also Laden kann sehr Anspruchsvoll und Abenteuerlich sein. Wen die Kosten nicht interessieren, weil er einen Firmenwagen fährt ist dieses natürlich etwas anderes.

      Aus technischer Sicht, kann ein Verbrenner ganz anders konstruiert werden, wenn er einen Generator antreibt und nicht direkt zum Vortrieb das Fahrzeuges benötigt wird.
      Der Teillastbereich fällt fast komplett raus, der Drehmomentenverlauf kann auf eine optimale Drehzahl eingestellt werden. Damit ist natürlich auch der Schadstoffausstoß ein ganz anderer, da ja auch die Betriebstemperatur schneller erreicht wird.
      Diese wird immer wieder bei der Bewertung von Plugin Hybrid Fahrzeugen vernachlässigt.
      Ebenso wären auch keine speziellen Kraftstoffe mehr nötig oder sogar andere, einfachere Motoren.
      Wichtig wäre doch nur, mit geringen Konstanten Drehzahlen die optimale Kraft für den Generator zur Verfügung zu stellen. Damit wäre es auch möglich längere Strecken in der Kombination Verbrenner/ Generator E Motor zu fahren. Es ist dich keine neue Erkenntnisse, dass der E Motor für den direkten Antrieb, kein Schaltgetriebe mehr notwendig, optimal ist schon allein aus dem Grund, wegen dem Getriebe und maximales Drehmoment ab erster Umdrehung und Nutzung des Motors als Betriebsbremse und damit kein oder nur geringer Verschleiß der mechanischen Bremse. Schienenfahrzeuge und Lkw und Busse nutzen dieses Prinzip (Retarder) schon seit Ewigkeiten.
      Die verschleißfreie Bremse vermindert auch den Feinstaub nicht unerheblich.

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