Hohe Reichweite
Viele Aspekte müssen zusammenspielen, damit das Fahrzeug trotz der relativ kleinen Batterie eine möglichst große Reichweite erzielt. Dazu zählen niedriges Gewicht, geringer aerodynamischer Widerstand, effizienter Antrieb, wenig Rollreibung und energiesparende Klimatisierung.
Im Rahmen des Visio.M-Projekts haben die Forscher diese Parameter optimiert. So erhielt der 1,55 m breite und 1,31 m hohe Zweisitzer beispielsweise eine sehr gute Aerodynamik. Der niedrige cw-Wert von 0,24, die kleine Stirnfläche von 1,69 Quadratmetern und die auf niedrigen Rollwiderstand optimierten Reifen (115/70 R 16) verringern zusätzlich zum geringen Gewicht den Energieverbrauch.
Einen weiteren Beitrag zur Effizienz leistet das aktive „Torque Vectoring“-Differenzial: Eine kleine Elektromaschine im Getriebe, die sowohl als Elektromotor als auch als Generator betrieben werden kann, verteilt die Kraft möglichst deal auf die beiden Hinterräder. Durch die bessere Stabilität beim Bremsen in Kurven kann auf diese Weise wesentlich mehr Energie zurückgewonnen werden als ohne Torque Vectoring. Gleichzeitig wird das Auto durch die günstige Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte sehr viel agiler und sicherer.
Energiesparende Klimatisierung
Besonderes Augenmerk wurde im Visio.M auch auf die Ausgestaltung von Klima und Heizung gelegt. Überall dort, wo Wärme entsteht, wird diese zurückgewonnen, um sie bei Bedarf für die Heizung des Wagens nutzen zu können. Im Klimagerät sowie in den Sitzen sind sogenannte Peltier-Elemente eingebaut. Diese elektrothermischen Wandler können sowohl wärmen als auch kühlen. Damit ist ein umweltfreundlicher Betrieb ohne Kältemittel gewährleistet.

Bei sehr kalter Witterung steht außerdem ein mit Ethanol befeuerter Brenner zum reichweitenneutralen Heizen bereit. Das Aggregat mit einer thermischen Heizleistung von etwa 4,5 kW sorgt insbesondere für das Entfrosten der Windschutzscheibe. Eine intelligente Regelung ermöglicht es, die optimale Lösung für einen energieeffizienten und komfortablen Betrieb des Klimasystems einzustellen.
Massentaugliche Elektromobilität
Im Zuge der Entwicklungsarbeiten wurden die Systeme einer Vielzahl von Tests unterzogen, um sie auf ihre Funktionstüchtigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit zu prüfen. Am Ende steht nun ein Elektrofahrzeug, das insbesondere bei der Industrie großes Interesse wecken dürfte. Prof. Markus Lienkamp ist optimistisch: „Mit dem Visio.M haben wir gezeigt, dass es möglich ist, ein sehr leichtes und gleichzeitig sicheres Elektrofahrzeug zu bauen, dessen Gesamtkosten bei Serienproduktion unter denen eines vergleichbaren Benziners liegen sollte. Bis zu einer Serienfertigung ist es aber immer noch ein weiter Weg, denn nahezu alle Teile müssten an die Fertigungsbedingungen der Großserie angepasst werden.“
Am Forschungsprojekt „Visio.M“ beteiligen sich, neben den Automobilkonzernen BMW AG (Konsortialführer) und Daimler AG, die Technische Universität München als wissenschaftlicher Partner, sowie die Autoliv B. V. & Co. KG, die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die Continental Automotive GmbH, die Finepower GmbH, Hyve AG, die IAV GmbH, InnoZ GmbH, Intermap Technologies GmbH, LIONSmart GmbH, Amtek Tekfor Holding GmbH, Siemens AG, Texas Instruments Deutschland GmbH und TÜV SÜD AG. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms IKT 2020 und des Förderschwerpunkts „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität – STROM“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über 2,5 Jahre gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 10,8 Mio. Euro.









emovefreak meint
Hier soll doch wieder demonstriert werden dass Emobilität nur für Kleinwagen mit geringer Reichweite taugt. Wenn ich sehe was Tesla mit dem Model III vor hat, dann sieht dieses Fahrzeug auch bei dem angestrebten Preis ganz schön alt aus. Ist das alles was deutsche Ingenieure auf die Reihe kriegen? Mir wird schwindlig wenn ich an die Zukunft der Autonation Deutschland denke.
Markus Bauer meint
Ist es denn so schwer oder überhaupt gewollt, einen Kombi, für Familien, mit einer Reichweite um die 300 bis 400 km zu bauen? Wäre für den Wochenendausflug und das Pendeln zur Arbeit für die meisten absolut ausreichend. Ich denke, da wäre auch ein Markt da, um dann durch die Nachfrage automatisch in ein „erträgliches “ Preisniveau zu rutschen.
Redaktion meint
Das Tesla Model S besetzt diese Nische ja bereits – zumindest teilweise, ein echter Kombi würde natürlich noch einmal mehr Platz bieten.
Ansonsten gibt es für größere Familien bisher leider nur Transporter wie den Kangoo ZE oder den Nissan e-NV200. Bei der Reichweite kommen diese aber nicht über 200 km…
VG
TL | ecomento.de
Markus Bauer meint
Das ist das Problem. Als Otto-Normalbürger mit Kind, wäre ein Kombi in der Größe Audi A3, 3er BMW oder auch ein Van wie Opel Zafira interessant. Aber was soll ich mit einem i3? Wo bringe ich da den Kinderwagen unter und die Wochenendeinkäufe? Mit Kleinkind ist mir das Geld für den Tesla einfach zu schade und auch die Lademöglichkeiten (hier Gepäck, nicht Strom (-; ) nicht wirklich ausreichend.
Redaktion meint
Das erfüllen derzeit am ehesten noch Mercedes B-Klasse Electric Drive (kommt in Kürze) und oben genannter Nissan in der Minivan-Ausführung „Evalia“ (https://ecomento.de/modelle/nissan-e-nv200-minivan-evalia/).
VG
TL | ecomento.de
Dr. M. meint
Bei 160 km Reichweite hört sich das ja verdächtig nach einem adaptierten i3 an, im Winter reden wir dann über noch 80 oder noch weniger km Reichweite.
Die Sache unterliegt meines Erachtens einem ähnlichen Denkfehler wie beim i3:
Es soll mal wieder ein Stadtauto sein, nur sollte es ja so sein, dass in der Stadt eher der öffentliche Nahverkehr genutzt wird und man ein Auto eben dann braucht, wenn man mal aufs Land will. Denn Elektroautos werden in den Städten sicher nicht die Lösung für Verkehrsstaus in der Stadt sein, den an den Park(platz)problemen ändern die auch nichts.
Und nur für einen Ausflug aufs Land, da sind (optimale!) 160 km Reichweite schlicht zu wenig. Das sehen offensichtlich auch die Kunden so, deswegen hat ja Tesla die 40 kwh Version des Model S mangels Bestellungen wieder vom Markt genommen. Es mag ja alles sein, dass statistisch bestrachtet kaum jemand mehr als 160 km am Tag fährt – aber anscheinend stimmt die Statistik nicht mit den Kundenwünschen überein.
Und zum Einkaufen in der Stadt, schön, da dürfte der Stauraum der Studie wohl etwas klein sein, wenn man nicht jeden Tag wieder losfahren will. Und ich kenne genug Leute, die im Stadtzentrum wohnen und ihr Auto nie für den Weg zur Arbeit nutzen sondern nur am Wochenende für Ausflüge – dann aber richtig.
Und wenn schon kleinere Autos: Das macht Renault mit dem ZOE oder Nissan mit dem Leaf – wozu da jetzt das Rad noch einmal neu mit freundlicher Unterstützung des Steuerzahlers erfunden werden muss, ist mir wirklich nicht klar.
Die genannte Sicherheitsausstattung dürfte ja wohl heute selbstverständlich sein, wir reden schliesslich nicht über einen Renault Twizzy, übrigens ganz sicher auch nicht beim Preis, bei den genannten Materialien und der Ausstattung dürfte das wohl im Bereich eines i3 liegen, der dann mit den ganzen Sicherheits-Features auch wieder auf mindestens 40.000 Euro kommt. Carbon und alles andere Genannte ist sehr teuer, Aluminium auch teuer, weswegen wird Teslas Model 3 wohl aus Stahl gebaut werden?
Die Sache mit der Umgebungsüberwachung, das macht Tesla jetzt auch, und bis die Studie dann mal in Serie (die Teile müssen noch angepasst werden, hmmm, wieso kann man das nicht gleich entsprechend entwerfen?!?) geht, da dürfte es 2017 sein und Tesla mit seiner Gigafactory in die Gänge kommen und das Model 3 auf den Markt bringen. Wer zu spät kommt….
Also: Grundidee zwar nicht schlecht, ähnlich wie beim i3, aber die Sache wurde nicht wirklich alltagstauglich umgesetzt.
Ja, ich stimme da zu, wir brauchen Autos für die Strasse und nicht für Ausstellungen.
Für mich bleibts es dabei: Auch wenn Tesla wirklich teuer ist, das Gesamtpaket des Model S mit kostenlosen Superchargern ist schon attraktiv, für einen i3 mit guter Ausstattung kann man locker 60.000 Euro ausgeben, dann ist ein Model S gar nicht mehr so weit weg.
Starkstrompilot meint
an sich prima Sache, aber wie wär’s denn mal mit einem nützlichen Fahrzeug. Lade- und Transportvolumen scheint es ja nicht wirklich zu geben. Warum kein 5-Sitzer, warum kein Kombi? Nur wegen cw-Wert? Die Elektromobilität braucht Fahrzeuge für den Alltag, nicht für Ausstellungen. Man muss damit einkaufen können, es muss an jede Steckdose passen. Dass kleine Autos gehen, wissen wir mittlerweile, dafür muss man keine Steuergelder mehr verschleudern. Große kann bisher nur Tesla.
Außerdem würde mich mal interessieren, wieso die Masse so entscheidend ist. Die Masse steckt zwar linear in der kinetischen Energie, aber auch in der Bremsenergie und kann somit, bei gutem Wirkungsgrad, zu 80-90% zurückgewonnen werden. Verlustwiderstände sind nur der Luftwiderstand, der nur von der Geometrie, aber nicht von der Masse abhängt und Rollwiderstände. Hier drückt die Masse auf die Reifen, kann aber durch hohen Reifendruck minimiert werden. Dass natürlich der Gesamtenergieumsatz bei hoher Fahrzeugmasse entsprechend größer ist und jede Energieumwandlung verlustbehaftet ist, ist klar. Außerdem müssen die Komponenten darauf ausgelegt sein. Aber eigentlich hat gerade die Batterie gestützte Elektromobilität durch die Rekuperation den Vorteil, dass der Einfluss der Fahrzeugmasse auf den Energieverbrauch in den Hintergrund tritt. Bei Verbrennerantrieben ist alles verloren und jegliche frei gesetzte Energie endet in der Reibung.
Isses nicht so?
Euer Starkstrompilot
Wer war denn der Fahrzeughersteller? BMW? Die machen mit ihrem Karbonzeugs den gleichen Denkfehler.
k0sh meint
naja, was spricht dagegen leichtere Autos zubauen? leichtbauchassis ist bestimmt kein Denkfehler, sondern trägt dazu bei das Gesamtpaket zu erweitern.
Wenn es von BMW entwickelt wurde, müsste es ohnehin beim Bremsen Energie zurück gewinnen… aber Rekuperation reicht nicht um das gesamte Fahrzeug noch x-hundert kilometer weiter zu bringen… das ware ja gar nicht möglich… es reicht vielleicht für die elektronischen Systeme…
Diese Fahrzeuge sind zukunftsweisend, was jetzt noch fehlt ist eine anständige Batterie! Aber auch das wird mit der Zeit kommen… dafür haben wir ja unsere hochgeschätzten Studien…
ein tesla kostet übrigens keine 20’000 euro… also kann man es bestimmt nicht mit dem obigen FZ vergleichen
raleG meint
„naja, was spricht dagegen leichtere Autos zubauen? “
Die Carbonkarosserie macht das Auto teurer als der größere Akku bei größerem Gewicht und gleicher Reichweite. Hinzu kommt, es sind keine großen Stückzahlen ohne riesige Investionen in Fertigungsanlagen möglich! Es ist ein Denkfehler – kommt aber aus der Verbrennerdenke, weil man hier, wie schon von Starkstrompilot erklärt, die komplette Energie der beschleunigten Masse in den Bremsscheiben verheizt. Will man den Verbrauch und CO2-Ausstoß senken, spielt das Gewicht beim Verbrenner eine viel größere Rolle. Ausser auf der Rennstrecke braucht man kein leichteres Auto – dank Rekuperation.
Werden die Akkus in Zukunft günstiger, hat man den Klotz der Carbonkarosse am Bein – keine gute Idee.
Tesla-Fan meint
Glaubst Du, dass dieser Kleinwagen, so sich jemand finden würde, der ihn baut, mit einer Karbonzelle für 20000€ beim Händler stehen würde? Im Leben nicht!
Jeder Hersteller, der sich etwas mit Karbon auskennt wird dankend ablehnen.
Schade um die Steuergelder.
Alles, was damit „erforscht“ wurde, war bereits vorher bekannt.
Tesla-Fan meint
Nachtrag –
Ich habe mir das Fahrzeug am Dienstag auf der ecartec angesehen, ich weiss also, wovon ich rede – das Teil ist MEILENWEIT von einer Serienentwicklung weg.