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Erneuerbare Energien: Deutschland dürfte verpflichtendes EU-Ziel verfehlen

02.06.2015 in Umwelt von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

Deutschland droht, das verpflichtende Erneuerbaren-Ziel für 2020 zu verfehlen: Der Anteil von 18 Prozent Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch wird unter den aktuellen Bedingungen nicht erreicht werden – weder innerhalb der mit dem EEG 2014 festgelegten Korridore noch bei einem fortgesetzten dynamischen Neubau in der Windenergiebranche wie im vergangenen Jahr. Zu dem Ergebnis kommt eine vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) gemeinsam mit dem Bundesverband Windenergie (BWE) in Auftrag gegebene Kurzexpertise.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird demnach sogar deutlich hinter den Plänen der letzten Bundesregierung zurückbleiben. Im nationalen Aktionsplan von 2010 hatte die damalige schwarz-gelbe Regierung nach Brüssel gemeldet, den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 19,6 Prozent zu steigern. Dies entsprach in etwa dem europäischen Gesamtziel von 20 Prozent.

„Ohne deutliche Verbesserungen schaffen wir lediglich etwa 17 Prozent. Dabei hat die Bundesregierung selbst nach Fukushima die Energiewende mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren Energien gewollt. Nun sind es die politisch restriktiven Ausbaupfade, die die Energiewende-Dynamik kappen“, kritisiert Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE.

Klimaschutzlücke von 50 Millionen Tonnen CO2

Die Berechnungen ergeben darüber hinaus, dass bis 2020 eine Klimaschutzlücke von 50 Millionen Tonnen CO2 bleibt; auch dann, wenn alle im Dezember 2014 beschlossenen Effizienzziele umgesetzt würden.

Deutschland-Ziel-Erneuerbare-Energien-2020-Grafik
Ziele bis 2020

„Die mit dem EEG 2014 eingezogenen Ausbaukorridore drohen in Zusammenhang mit dem Systemwechsel hin zu Ausschreibungen den Ausbau der preiswerten Erneuerbaren Energien deutlich abzubremsen. Die Korridore sind nicht geeignet, um in Deutschland die 2020-Ziele zu erreichen. Nach dem erfolgreichen Zubau insbesondere bei der Windenergie in 2014 und 2015 droht ein deutlicher Einbruch, der sich nicht nur im Strommarkt sondern auch bei Wärme und Mobilität negativ auswirken wird“, sagt Hermann Albers, Präsident des BWE.

Wärme und Verkehr hinken hinterher

Die Energiewende findet jedoch im Wärme- und Verkehrssektor nicht statt; im Stromsektor wurde der Ausbau der Solar- und Bioenergie deutlich ausgebremst. Die Energiewende funktioniert aktuell nur noch bei der Windenergie und auch dort sind bereits Einschnitte geplant. Falk und Albers appellieren erneut an die Politik, die Energiewende konsequent weiter zu führen und sie endlich auch in den Bereichen Wärme und Mobilität stattfinden zu lassen.

Falk dazu: „Selbst hohe Anteile von Ökostrom reichen nicht aus, um die Versäumnisse bei Wärme und Mobilität zu kompensieren“. Umso mehr, da nun verstärkt die Maßnahmen aus dem im Dezember beschlossenen Paket verwässert werden. So wurde in diesem Frühjahr bereits die Förderung der energetischen Gebäudesanierung wieder abgeblasen. In welcher Höhe der Braunkohlesektor zu Treibhausgaseinsparungen beiträgt, ist angesichts des derzeitigen zähen Ringens um den Klimabeitrag noch völlig offen.

Noch fehlen knapp fünf Prozent

Abgeleitet aus der Europäischen Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, hat sich Deutschland dazu verpflichtet, bis 2020 mindestens 18 Prozent seines Endenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energiequellen bereit zu stellen; derzeit sind knapp 13 Prozent erreicht.

Beim Stromverbrauch soll der Anteil der Erneuerbaren Energien, so die Zielsetzung der Bundesregierung, bis zum Jahr 2025 einen Anteil von 40 bis 45 Prozent betragen – Ende 2014 waren es immerhin bereits knapp 28 Prozent.

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Via: BEE
Tags: Erneuerbare Energien, Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), ÖkostromAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Stefan meint

    09.06.2015 um 16:17

    Die Botschaft der GroKo mit der EEG-Reform ist eindeutig: kein weiterer Ausbau wie bisher erwünscht; bremsen, deckeln, erstmal forschen. Elektromobilität vielleicht ein bisschen, aber nicht für Privatpersonen. Und 2020 muss halt einer das Streichholz ziehen und den Bürgern verkünden, dass wir die CO2-neutralen Meiler halt doch ‚etwas länger laufen lassen müssen‘, es ist ja auch nichts mehr passiert. Der Wähler vergisst ja schnell. — Satire Ende —

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