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Fortschrittsmonitor Energiewende 2026: Große Zuwächse bei Wärmepumpen und E-Autos

02.06.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 19 Kommentare

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Bild: VW (Symbolbild)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat gemeinsam mit der Unternehmensberatung EY die vierte Ausgabe des Fortschrittsmonitors Energiewende veröffentlicht. Die Auswertung zeigt: Die Energiewende ist auch 2025 weiter vorangeschritten, insbesondere beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und bei der Elektrifizierung.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg demnach trotz eines windschwachen ersten Quartals auf 56 Prozent, Photovoltaik war hier Wachstumstreiber. Gleichzeitig kommt die Elektrifizierung voran: 2025 wurden so viele E-Autos verkauft wie noch nie und die Wärmepumpe hat sich zur meistverkauften Heizungsart entwickelt.

Der Fortschrittsmonitor macht laut dem BDEW auch deutlich: Damit die bestehenden klimapolitischen Ziele erreicht werden, müssten noch zahlreiche Hürden abgebaut werden. Aus Zielpfaden müsse nun konkrete Umsetzung folgen: mit schnellerem Ausbau, digitalisierten Netzen, steuerbarer Leistung, Speichern, Wasserstoffhochlauf, einem stimmigen Wärmepaket und klaren Investitionsbedingungen.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „Die Energiewende ist ein Standort- und Sicherheitsprojekt. Sie senkt langfristig Kosten und reduziert Importabhängigkeiten. Dafür braucht es zwingend politische Verlässlichkeit und mehr Umsetzungsgeschwindigkeit. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen weiter vereinfacht, Erneuerbare Energien und Speicher weiter zugebaut, Netze schneller ausgebaut, steuerbare Kraftwerkskapazitäten verlässlich angereizt und der Wasserstoffhochlauf pragmatisch ermöglicht werden. So kann im Sinne des energiewirtschaftlichen Dreiecks Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Nötig ist ein wirtschaftlicher Regulierungsrahmen für Milliardeninvestitionen in Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze der Unternehmen.“

„Die Energiewende ist kein reines Transformationsprojekt, sondern eine strategische Chance: Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, reduziert Abhängigkeiten und schafft die Grundlage für ein resilientes Energiesystem“, sagt Metin Fidan von EY. „Der Weg dorthin erfordert ein auf Effizienz ausgerichtetes Zusammenspiel von Erzeugung, Netzen, Speichern und Flexibilitäten, um ein skalierbares und robustes Energiesystem als neues volkswirtschaftliches Fundament zu etablieren.“

Die Ergebnisse im Einzelnen

Energie- und volkswirtschaftliche Betrachtung: Die strukturelle Entwicklung des Energiesystems ist bereits heute auf dem Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Ein zunehmend auf erneuerbarem Strom basierendes Energiesystem wird zum zentralen Treiber von Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Dekarbonisierung. Eine Entwicklung geht damit einher: Der Wandel von einem Opex- zu einem Capex-basierten Energiesystem, das sich durch zunächst hohe Investitions-, dann aber niedrigere Betriebskosten auszeichnet.

„Dies muss bei der Förderung berücksichtigt werden“, unterstreicht der BDEW. „Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch: Gegenüber 2024 gingen die THG-Emissionen 2025 nur noch um 0,1 Prozent zurück; um das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen, wären ab 2026 jährliche Rückgänge von mehr als sieben Prozent erforderlich.“

Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung: Photovoltaik bleibt der Wachstumsmotor der Energiewende: Mit knapp 18 Gigawatt Zubau wurde 2025 erneut ein Rekord erreicht. Der EE-Anteil am Bruttostromverbrauch liegt mit rund 56 Prozent noch knapp über dem Zielpfad. Der Windenergieausbau gewinnt zwar an Dynamik, bleibt aber hinter den notwendigen Zielwerten zurück: Wind an Land legte 2025 netto um 4,6 Gigawatt zu, Offshore-Wind lediglich um 0,5 Gigawatt.

„Fortschritte bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sind zwar erkennbar, sie bleiben dennoch ein zentraler Engpass; zugleich gewinnen Batteriespeicher weiter an Bedeutung“, so die Analyse. „Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netze erforderlich, um die energiepolitischen Ziele zu erreichen.“

Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase: „Wie auch Biomethan und Biogas bleibt Wasserstoff ein unverzichtbarer Baustein für Industrie, Energiewirtschaft und nicht direkt elektrifizierbare Anwendungen. Der Markthochlauf ist jedoch weiter zu langsam“, heißt es. Zwar ist die Wasserstoffproduktion 2024 wieder gestiegen, sie basiert aber fast ausschließlich auf fossilem Wasserstoff. Das Ziel der vorherigen Bundesregierung von 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030 erscheint zunehmend unwahrscheinlich: Bis zu 13 Gigawatt an Projekten sind angekündigt, finanziell gesichert, im Bau oder in Betrieb sind aber erst rund 1,3 Gigawatt.

„Nötig sind verlässliche Nachfrageinstrumente, pragmatische, einfache Regulierung, Import-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie der zügige Bau H₂-fähiger Kraftwerke“, erklärt der BDEW.

Energienetze: Die Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende. Die Investitionsplanungen der Übertragungsnetzbetreiber stiegen 2025 auf 22,2 Milliarden Euro, die der Verteilnetzbetreiber auf 11 Milliarden Euro. „Eine verlässliche und auskömmliche regulatorische Ausgestaltung ist dabei zentrale Voraussetzung für Investitionen in Netzaus- und -umbau sowie die zunehmende Digitalisierung“, betont der Energieverband. Bis 2030 wird ein starker Zuwachs neuer Netznutzer erwartet – darunter Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladepunkte. Parallel hat die Transformation der Gasnetze begonnen: Für das Wasserstoff-Kernnetz wurden die ersten rund 525 Kilometer bereits umgestellt oder neu errichtet.

„Für die Transformation notwendig sind beschleunigte Genehmigungen, Digitalisierung, Smart-Meter-Rollout, wettbewerbsfähige Kapitalbedingungen und eine integrierte Planung von Strom-, Gas-, Wasserstoff- und Wärmenetzen“, so die Analysten.

Wärmewende: Der Wärmesektor ist der größte Endenergieverbraucher und damit entscheidend für das Gelingen der Energiewende. 2025 stammten rund 229 Terawattstunden des Wärme- und Kältebedarfs aus Erneuerbaren Energien und Abwärme. Der Anteil lag bei rund 20,7 Prozent und damit weiterhin deutlich unter der Zielmarke von 32 Prozent klimaneutraler Wärme bis 2030. Positiv ist der Wärmepumpenhochlauf: Der Bestand stieg 2025 auf rund 2,2 Millionen Geräte, Wärmepumpen wurden erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Die Fernwärme stagniert bei etwa 10 Prozent Marktanteil. Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, bereits 56 Prozent der Städte über 100.000 Einwohner haben ihre Wärmeplanung abgeschlossen.

Verkehrswende: Der Verkehrssektor bleibt der größte Rückstand der Energiewende. 2025 lagen die Emissionen bei 146 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten und damit deutlich über dem Zielwert von 73 Millionen Tonnen bis 2030. Der Anteil rein elektrischer Pkw an den Neuzulassungen stieg zwar auf rund 19 Prozent, der Fahrzeughochlauf bleibt aber zu langsam. Positiv entwickelt sich die Ladeinfrastruktur: Die öffentliche Ladeleistung erreichte 2025 rund 10 Gigawatt und übertrifft das EU-Ziel mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) von rund 4 Gigawatt deutlich.

Für den nächsten Schritt braucht es laut den Analysten verlässliche Flottengrenzwerte, langfristige steuerliche Leitplanken, eine bezahlbare Modellpalette sowie schnellere Genehmigungen und verfügbare Flächen für Ladeinfrastruktur – insbesondere auch für schwere Nutzfahrzeuge.

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Via: BDEW
Tags: BDEW, Emissionen, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, StromversorgungAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. hu.ms meint

    03.06.2026 um 16:34

    Bei meiner WP sind die fussbodenheizung und der 870 l puffer gute speicher.
    Eine umstellung auf variable tarife lohnt sich nach meiner berechnung aber nicht – bei 21,6ct dauernden WP-stromtarif sowie 7 monate nur WW-bereitung zu 85% mit PV-strom.

    Antworten
  2. MK meint

    02.06.2026 um 12:07

    Ich glaube, der Schlüssel ist in dem Fall tatsächlich möglichst wenig Reglementierung:
    Wenn der Strom im Sommer tagsüber mit -50 ct/kWh und nachts z.B. mit 20 ct/kWh gehandelt wird, sind das 70 ct Differenz. Da dürften sich Investoren finden, die das Netz ausbauen und Speicher bauen: Man kann ein zweites Mal das Netzentgelt kassieren (einmal Erzeugung zu Speicher und dann Speicher zu Verbraucher) und für den Speicherbetreiber bleibt auch noch genug Geld übrig.
    Auch für Privatleute mit Solaranlage lohnen sich private Speicher immer mehr und sorgen dafür, dass tagsüber weniger eingespeist und nachts weniger entnommen wird, wenn der Gefrierschrank auch morgens um 4:30 Uhr noch mit dem eigenen Solarstrom vom Vortag läuft. Bietet man dann auch für solche Solarspeicher im Keller noch Tarife zum „bidirektionalen Betrieb“ an, also dass die genutzt werden, um wenn im Winter 20 cm Schnee auf der Solaranlage liegen, Strom dann einzuspeichern, wenn er billig ist (weil zu viel vorhanden z.B. aus Windkraft) und selber zu nutzen, wenn er teurer ist oder sogar Überschuss wieder einzuspeisen, kann man auch bereits vorhandene Speicher mit weniger Zubau effektiver nutzen.

    Antworten
    • Futureman meint

      02.06.2026 um 12:26

      Das es bereits funktioniert sieht mit man bei dem Boom von Großspeichern. Allerdings wurden die Erleichterungen beim Anschluss von der derzeitigen (Gas-) Regierung schon wieder gestrichen.
      Damit bleibt es wieder mal an den EFH-Besitzern und Firmenchefs hier schnell zu handeln und massiv Speicher zu errichten. Bei dem Spreizungen an der Strombörse lohnt es sich für jedem mit Börsenstromtarif einen Speicher einzubauen. Und selbst Lidl verkauft jetzt welche. So ist ein Einstieg schon für unter 500€ möglich.
      Und jeder der jetzt die Strombörsen beobachtet, erkennt was passiert, wenn Deutschland mit Gas-Strom versorgt wird.

      Antworten
      • MK meint

        02.06.2026 um 18:29

        @Futureman:
        Und seit Anfang 2025 hat jeder dank neuer Gesetze die Möglichkeit einen solchen Stromtarif, der sich nach dem Börsenstrompreis richtet, zu bekommen.

        Antworten
    • Htr35 meint

      02.06.2026 um 13:25

      Als PV und Speicherbesitzer kann ich sagen das man den Speicher im Winter nicht mal im Ansatz voll bekommt. Auch heizen ist nicht möglich.

      Antworten
      • Mäx meint

        02.06.2026 um 14:13

        Es geht ja gar nicht darum, den Speicher mit der PV zu füllen.
        Du könntest mit dynamischen Stromtarif auch im Winter den Speicher füllen wenn der Strom günstig ist und entladen wenn er teurer ist.
        Im Winter gibts bei Sturm vor allem nachts sehr günstige Strompreise.

        Für Betreiber von Großspeichern ist es nochmal anders.
        Es wird einfach Strom an der Börse günstig gekauft und sobald er teurer (entschieden anhand der Marge die man möchte) wird er an der Börse verkauft.
        Der Strom muss nicht von einer Windanlage oder einem PV Feld kommen.
        Der könnte auch aus französischem Importstrom kommen, solange er günstiger ist als der Preis ein paar Stunden später.

        @MK
        Betreiber von Großspeichern sind aktuell von doppelten Netzentgelten befreit.

        Antworten
        • MK meint

          02.06.2026 um 16:33

          @Mäx:
          Vielleicht ist diese Befreiung gar nicht mal so klug? Ich bin der Meinung, sie rechnen sich auch ohne diese Befreiung. Aktuell scheitern die meisten Produkte aber an fehlenden Netzanschlüssen. Müssten die Gebühren bezahlt werden und der Netzbetreiber hat nur die Chance an dieses Geld zu kommen, wenn er diesen Speicher anschließt, wäre er vielleicht etwas motivierter ;)

        • MichaelEV meint

          02.06.2026 um 19:54

          „Du könntest mit dynamischen Stromtarif auch im Winter den Speicher füllen wenn der Strom günstig ist“
          Das bewirkt nicht zwangsläufig was positives und kann dagegen sogar sehr schädlich sein.

        • MK meint

          03.06.2026 um 16:56

          @MichaelEV:
          Warum genau sollte das schädlich sein? „Strom an der Strombörse billig“ bedeutet ja schon mal „Stromüberschuss“, „Strom an der Strombörse teuer“ bedeutet „Strommangel“. Mit dem vorgeschlagenen Weg kann man das ausgleichen.

        • MichaelEV meint

          04.06.2026 um 23:37

          Bedeutet es leider überhaupt gar nicht. Der Börsenstrompreis hat immer weniger mit realem Angebot zu tun.
          In Baden-Württemberg gibt es extra eine App, um Kunden zum Strom sparen zu bringen, wenn im Norden viel Wind weht. Worum wohl? Aber ich glaub du hast noch nie was von Redispatch gehört bzw. es nicht mal ansatzweise verstanden.

        • MK meint

          08.06.2026 um 13:29

          @MichaelEV:
          Dass die konkrete Ausführung oftmals mangelhaft ist, bedeutet ja nicht, dass der Grundgedanke schlecht ist, sondern nur, dass das Netz noch „falsch“ gebaut ist: Das ist halt noch darauf ausgelegt, den Strom von wenigen zentralen Großkraftwerken vor Allem in NRW aus zu verteilen und nicht von Windkraftanlagen an der Nordsee. Das ist aber was, was sich so oder so ändern muss, weil es diese zentralen Großkraftwerke (z.B. Atomkraftwerke) einfach nicht mehr gibt.

      • Futureman meint

        02.06.2026 um 14:41

        Als Betreiber einer elektrischen Heizung kann ich sagen, dass es mit Börsenstrom sehr gut klappt. In jedem Monat günstiger als Alternativen mit Gas, Öl oder Holz. Dazu keine Grundgebühr für einen Gaszähler (alleine mit den gesparten Kosten, heize ich einen Monat im Winter mit Strom), kaum Wartung und alles komfortabel mit einer App zu steuern.

        Antworten
        • MK meint

          02.06.2026 um 16:39

          @Futureman:
          Manche wollen halt für sich die beste Lösung finden und andere wollen lieber meckern ;)

      • MK meint

        02.06.2026 um 16:38

        @Htr35:
        Also mein Elternhaus hatte auch über Weihnachten (immerhin die Zeit der kürzesten Tage des Jahres…) genug Solarstrom aus der eigenen Solaranlage, um sogar die Elektroautos noch mitzuladen, den Speicher voll zu machen und einzuspeisen.
        Aber wie gesagt und was Mäx auch schon noch mal aufgegriffen hat: Es geht mir nicht darum, sich ganzjährig mit Solarstrom selber zu versorgen: Wind weht auch nachts um drei und grade im Herbst und Winter. Verbraucht wird nachts aber deutlich weniger Strom. Warum also Millionen von Speichern in Einfamilienhäusern außerhalb der „Solar-Saison“ ungenutzt lassen und für den Winter Milliarden in andere Lösungen von Gaskraftwerken bis Großspeicher investieren? Warum nicht nachts diese Millionen von Heimspeichern voll machen, damit die Windkraftanlagen nicht nachts abgeschaltet werden müssen, sondern der Strom komplett ohne zusätzliche Investition morgens zur Verfügung steht, damit sich alle ihren Kaffee damit kochen und ihren Toast damit toasten können?

        Antworten
        • Powerwall Thorsten meint

          02.06.2026 um 17:16

          Als Nutzer einer 10Kw Peak Anlage (der den Speicher im Winter auch nicht voll bekommt (14 Kilowattstunden) würde mich bei Deinen Eltern folgendes brennend interessieren:

          Standort innerhalb von Deutschland?
          Anzahl der Module?
          Watt/Modul ?
          Ausrichtung (wie viele Module in welche Himmelsrichtung)?

        • MK meint

          02.06.2026 um 18:26

          @Powerwall Thorsten:
          Standort in Mittelhessen, Ausrichtung verschieden, da sehr verwinkeltes, dreiseitiges Dach mit mehreren Giebeln, Baujahr der Anlagen 2023 (die über Enpal entsprechend mit den dort verwendeten Standardmodulen) und 2025. Die genauen Daten habe ich grade nicht, aber es sind rund 35 kWp (hängen aber auch drei getrennte Wohnungen als „Grundverbrauch“ dran), Speicher im Keller rund 40 kWh plus die Speicher der eAutos mit insgesamt deutlich über 100 kWh. Heizung über Nahwärmenetz an einer Biogasanlage.

    • MichaelEV meint

      02.06.2026 um 19:22

      Negative Preise sind ne lustige Sache für die Profiteure, generell aber eine Absurdität und super schädlich.
      Und deine angeführten Preissignale des Strompreises driften immer mehr zur Irrelevanz ab, weil sie überhaupt gar nicht die reale Angebots- und Nachfrage-Situation abbilden. Der Strompreis kann an der Börse -50 Cent/kWh betragen, weil es an Ort A kritische (und negative und gar stark negative Preise zeigen stark kritische Situationen) Überkapazitäten gibt, die aber an Ort B überhaupt nicht verfügbar sind. Die Angebotssituation wird an Ort A also gar nicht entlastet, was schon schlimm genug ist. An Ort B gibt es aber gar keine Deckung der zusätzlichen Nachfrage, also muss eingegriffen werden (Redispatch, sau teuer, bisher häufig Gas, zwar ein Potential für Speicher, aber mit gravierender Missbrauchsmöglichkeit).
      Das System ist im Ar…, ohne Redesign wird hoffentlich ein dynamisches Netzentgelt halbwegs heilen. Wenn der Börsenstrompreis 0 Cent/kWh (und dort hoffentlich einen Deckel findet) beträgt und vor Ort tatsächlich Überkapazitäten bestehen, kann das Netzentgelt Richtung 0 Cent/kWh (je nach Elastizität der Nachfrage) wandern. So funktioniert dann zusätzliche Nachfrage, Sektorenkopplung und Speicher erfolgreicher anstatt diesem aktuellen Drama.

      Antworten
      • MK meint

        03.06.2026 um 17:06

        @MichaelEV:
        Dass Käufe grade zu negativen Preisen natürlich nur dann möglich sein sollten, wenn es auch physisch die Kapazitäten gibt, dass der Strom tatsächlich von A nach B kommt, ist auch klar. Dass ist aber die Verantwortung der Netzbetreiber, die sie bisher haben, aus der sie Fr. Reiche aber grade entlassen will: Bisher ist es so, dass ein Netzbetreiber mit Verweis auf fehlende Netzkapazitäten von Stromerzeugungsanlagen, Verbrauchern oder Speichern ablehnen darf, ist dann aber verpflichtet, binnen weniger Jahre die Kapazitäten zu schaffen. Das soll jetzt abgeschafft werden.
        Und damit sind wir dann nämlich auch beim Thema „sau teuer“ wie Sie es nennen: Die erste Rechnung an die Bundesregierung gibt es schon: Total, BP, EnBW und andere haben rechte für den Bau von WKA auf der Nordsee vom Bund gekauft. Mit Verweis auf die neuen Regelungen bekommen die wohl keinen Netzanschluss. Damit werden nicht nur wohl zigtausende Menschen bei den Herstellern dieser Windkraftanlagen z.B. in Rostock wohl ihren Job verlieren, sondern vor Allem fordern die Konzerne das Geld, was sie für Rechte, Planungen und vorbereitende Bauarbeiten bereits ausgegeben haben, zurück. Alleine den ausländischen Ölkonzernen BP und Total stehen nach jetzigem Stand rund 15 Milliarden Euro deutschen Steuergeldes zu. Ich freue mich immer, wenn ich weiß, dass meine Steuern nicht in Schulen und Straßen fließen, sondern die sowieso schon exorbitant gestiegenen Gewinne ausländischer Konzerne noch weiter erhöhen…

        Antworten
      • MichaelEV meint

        04.06.2026 um 23:57

        „Dass Käufe grade zu negativen Preisen natürlich nur dann möglich sein sollten, wenn es auch physisch die Kapazitäten gibt, dass der Strom tatsächlich von A nach B kommt, ist auch klar.“
        Gelebt wird im deutsche Strommarkt aber das Gegenteil. Es passieren massig Käufe ohne dass der Strom auslieferbar ist. In Massen wird deshalb Strom entsorgt um dann an anderer Stelle vor allem mit teuren Gaskraftwerken ersetzt zu werden.

        Was Reiche macht ist Mist. Aber der reiht sich in jede Menge bereits angehäuften Mist ein. Und z.B. EE-Angebot an Stellen massiv auszubauen, wo schon massiv Überangebot besteht oder für überschaubare Peak-Zeiten teuren Netzausbau zu betreiben, sind sehr schädliche Fehler.
        Der Markt könnte eigentlich alles regeln, der kaputte deutsche Strommarkt regelt aber nichts mehr vernünftig. Angebot entsteht durch Fehlanreize an den falschen Stellen und Nachfrage umso mehr. Die Preissignale sind falsch und erzeugen massiv Fehlanreiz und Fehlverhalten.

        Antworten

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