Wenn es um das US-Startup Lucid Motors geht, stehen meist dessen erstes Elektroauto, die Limousine Air, und Firmenchef sowie -gründer Peter Rawlinson im Fokus. Letzterer, weil er als äußerst kompetenter und kreativerer Autoexperte gilt, er kam außerdem von Konkurrent Tesla, wo er den Serienstart des Model S vorangetrieben hatte. Bei Lucid sind mittlerweile weitere ehemalige Tesla-Manager tätig, darunter der frühere Produktionschef Peter Hochholdinger. Mit dem Handelsblatt sprach er kürzlich über seinen aktuellen Arbeitsplatz.
Vor Lucid Motors und Tesla war Hochholdinger 16 Jahre bei Audi tätig, zuletzt verantwortete er bei den Ingolstädtern die Fertigung der Baureihen A4, A5 und Q5. Heute kümmert er sich in einer neuen Fabrik im US-Bundesstaat Arizona um den nahenden Beginn der Produktion von Elektroautos für Kunden von Lucid Motors. „Wir liegen im Zeitplan“, sagte der dem Handelsblatt. „Das erfüllt mich mit Stolz.“ Das Werk in Arizona habe man im Rekordtempo hochgezogen. Die anfangs auf mehrere Zehntausend Fahrzeuge pro Jahr ausgelegten Produktionskapazitäten könnten rasch auf 400.000 Einheiten hochgefahren werden.
Zu Beginn konzentriert sich Lucid Motors auf die USA, dort soll der Air ab diesem Frühjahr in Kundenhand übergeben werden. Aber auch in Deutschland und anderen Ländern in Europa sowie Asien will man das Modell zeitnah ausliefern. „Wir arbeiten daran, es für Europa zu harmonisieren“, sagte Hochholdinger. Zuletzt hieß es, dass der Europastart für Ende 2021 geplant ist. Das Geld für die Pläne stellt bisher insbesondere der saudi-arabische Staatsfonds PIF zur Verfügung, der 2018 über eine Milliarde Dollar investierte. Demnächst könnten Medienberichten zufolge durch einen Börsengang weitere Milliarden eingesammelt werden, Hochholdinger wollte sich dazu aber nicht äußern.

Darauf angesprochen, ob er seine Arbeit mit Tesla-Chef Elon Musk vermisst, antwortete Hochholdinger mit einem Lob für seinen neuen Boss: „Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die mich fordern und fördern, von denen ich etwas lernen kann. Von Peter Rawlinson kann ich das.“ Er möge zudem die „ruhige und besonnene Art“ des Lucid-Motors-Chefs sowie dessen technischen Hintergrund und „unglaubliche“ Kreativität.
Lucid Motors hat für sein Erstlingswerk modernste Technik und branchenführende Leistungswerte versprochen: Der in verschiedenen Versionen angebotene Air sei der effizienteste und am schnellsten ladende Batterie-Wagen, je nach Variante außerdem der leistungs- und reichweitenstärkste. Bei den Teilen für die Fahrzeugproduktion verfolgt Lucid Motors einen ähnlichen Ansatz wie Tesla und behält die Kontrolle über viele Komponenten. „Wir machen alles im Unternehmen, die Batterie, die Motoren, die Wechselrichter, die Wunderbox“, erklärte Hochholdinger. Als Wunderbox bezeichnet Lucid Motors sein Bordladegerät für flexibles, besonders schnelles Strom zapfen.
Bei der Elektronik und Batterietechnik verzichte das Startup komplett auf Lieferanten, wodurch man die Abstimmung von Motor, Batterie und Fahrzeug „revolutionieren“ könne, betonte Hochholdinger. Davon könnten später durch Lizenzierung auch andere Autohersteller profitieren. Von Produkten aus dem Regal von etablierten Zulieferern hält der Fertigungsexperte nicht viel: „Wenn ich meine Motoren bei Bosch kaufe und die Batterien auch beziehe, den Wechselrichter auch, und es zusammenbaue – da kommt nichts Gescheites heraus“, sage er. Das müsse man selbst in die Hand nehmen.
Peter Wulf meint
Leider sind Tesla S und X meist geleaste Fahrzeuge von Selbstständigen Geschäftsleuten die ihre Fahrzeuge steuerlich abschreiben können und nicht unter den jetzt hohen Preisverlusten der gebrauchten S zu dem neuen Model3 leiden.
Gott sei dank hat mein Model S 70d von 2016 noch ein Schiebedach Premmiumausstattung kostenloses laden und grosse elektrische Heckklappe und möglichkeit für Dachträger. Der Hype zu den Beschleunigungen und Spitzengeschwindigkeiten von 250 bis neu 320 kmh ist Irrsinn auf europäischen Strassen unnütz und meist Verboten . Es wäre besser man könnte die geschwindigkeit und beschleunigung in täglichen Strassenverkehr mit Staus etc besser an die der anderen Verkehrsteilnehmer anpassen. 2,1sec bei Tesla normale Pkw 8 Sec auf 100kmh passen nicht zusammen. Die Teslas etc der Protzer könnten sich auf Rennstrecken austoben. Lustig sind die Videos der vielen“ Möchtegern Rennfahrer“ und Protzer die ihre Autos auf dem “ Nürburgring etc. zerlegen.
„Kleinkinder mit viel Geld und Geltungssucht, kleine Trumps“ haben im normalen Strassenverkehr nichts zu suchen.
Der “ Umwelt zu Liebe oder dem Klimaschutz “ kann man nicht erkennen. Resourenzverschwendung !!!!
Andi EE meint
Das ist ein wunderschönes Fahrzeug, innen wie aussen, pure Eleganz. Denen wünsche ich alles Gute, ich bin ja eigentlich Tesla-Fan, aber in dieser Premium-Nische sehe ich nichts was Lucid Konkurrenz bieten könnte. Da kann Tesla so viel Plaid machen wie sie wollen, das zählt bei dieser Käuferschicht nicht.
DerOssi meint
????
Peter W meint
,,, meine Worte! Beschleunigung ist nicht alles.
Stoner meint
Stimmt, schön niedrige Haubendeckel vorne und hinten.
simon meint
Der neue Nio ET 7 vielleicht und auch der EQS hat Potential.
David meint
Der wird für Tesla auf dem Heimatmarkt richtig gefährlich. Hochholdinger kam von Audi, war danach bei Tesla, aber dort nicht glücklich, weil Qualität keine Rolle spielte und man ihm Amerikaner vor die Nase setzte. Jetzt kann er sich ausleben.
alupo meint
Das glaube ich nicht.
Die Realität kommt deutlich schneller als man denkt…
Chris meint
Das halte ich für ein Gerücht. „Dem Amerikaner“ an sich sind Spaltmaße und OBerflächen allgemein nicht so wichtig.
Wichtig sind Features und der Preis. Und ja, der Lucid wird sich sicher ganz gut verkaufen.
Aber ein wirklicher Wettbewerber ist der noch lange nicht.
Tesla ist mittlerweile viel weiter nach unten in den Markt gedrungen.
Model 3/Y machen das Geld. Demnächst noch der CT, der vorallem im US-Markt einschlagen wird, wie ein Bombe.
Ich wünsche Lucid viel Erfolg. Der Wagen ist wunderschön und sehr gut durchdacht.
Andi EE meint
@Chris
Keine Frage, in der Mitte ist Tesla bei den Elektromobilen eine Macht. Trotzdem finde ich es nicht klug von Tesla, dass man mit Model X und S nicht mehr in Richtung Premium gegangen ist. Im Moment haben sie ja das Problem, dass praktisch niemand mehr S+X kauft, weil einfach 3 und Y so gut sind. Wieso soll man da den happigen Aufpreis zahlen. Das Model 3 Performance bietet unglaubliche Fahrleistungen fürs Geld, die Käuferschicht die noch etwas mehr Performance sucht, ist sehr klein (Plaid).
Aber bei mehr Premium in Richtung Luxus wären viel mehr Käufer zu holen. Dass man hier nochmals den ja, zugegeben schönen Innenraum vom Model 3 (das ist nicht Premium) nochmals beim Model S auflegt, macht für mich keinen Sinn. Man müsste doch mit extrem wertigen Materialien vom allerhöchsten Anspruch, hier die Luxusklasse abdecken. Diese Käuferschicht ist nicht primär auf Beschleunigung und IT-Features aus. Musk spricht doch zu sehr mit Model 3 und S die gleiche Käuferschicht an und verspielt hier Potenzial / Stückzahlen.
Ich glaub eben auch, dass beim Cybertruck er daneben liegen könnte. Obwohl Teslas populär in den Staaten ist, würden deutlich mehr Käufer den elektrischen Ford wählen. Bis jetzt hatte er mit seinem Team ein goldenes Händchen, aber es gibt immer mehr Dinge nicht so recht passen wollen.
MichaelEV meint
Ich würde nie so ein Auto kaufen (auch nicht, wenn das Geld vorhanden ist), aber:
Wenn ich mir Bilder von S-Klasse und Model S anschaue, sehe ich nicht, was an der S-Klasse optisch besser sein sollte (haptisch kann man das Model S anhand von Bildern sowieso nicht bewerten). Beim Lucid ebenso, je weiter der Monitor in Richtung Fußraum rutscht, umso wertloser wird dieser.
Meiner Meinung nach muss das Model S nicht mehr Premium sein und der Preisunterschied zwischen Model S Long Range und Model 3 Performance ist gut gewählt, für die gebotenen Unterschiede (was vor dem Refresh halt nicht mehr der Fall war und sich auch dementsprechend in den Zahlen niedergeschlagen hat).
MichaelEV meint
„Man müsste doch mit extrem wertigen Materialien vom allerhöchsten Anspruch, hier die Luxusklasse abdecken.“
Für diese Ansprüche ist das Model S nicht bepreist. Die „Luxusklasse“ legt preislich nochmal jede Menge drauf.
BeatthePete meint
Elon Musk ist schon wieder 2-3 Generationen weiter vom denken.
Hier wird noch mit Besitzen und Eigennutzung only gedacht, ja, da sind edle Materialien und Anmut wichtig.
Nicht aber, wenn man sein Auto in der ungenutzten Zeit anderen zur Verfügung stellt.
Tesla-Flotte.
Das ist auch so ein unglaublicher Paradigmenwechsel, brutal !
Elektroantrieb
Autonomes Fahren
Caresharing
Die 3 Sachen werden Autofahren bzw Mobilität so extrem Verändern wie die Erfindung der Dampfmaschine.
Andi EE meint
@BeatthePete
Carsharing ja, aber doch nicht mit dem Model S. Das ist eine Preiskategorie die man besitzt. Carsharing funktioniert mit günstigen Fahrzeugen.
@MichealEV
Doch man kann von den Renderings sehr wohl auf die Materialqualität. Wären die Sitze jetzt was Neues, würde ich dir Recht geben. Aber es sind ja optisch die Gleichen wie in den letzten Versionen und auch Model 3 … die
Wahrscheinlichkeit, dass da Neues kommt, ist unwahrscheinlich.
„Für diese Ansprüche ist das Model S nicht bepreist. Die „Luxusklasse“ legt preislich nochmal jede Menge drauf.“
Ach was, man kann doch für 100000€+ ein Luxusinterieur realisieren. Tesla kann ja Stückzahlen generieren, das ist keine Bastelbude mit Prototypen.
Das Verrückte ist doch, dass mit dem Roadster noch eine Rakete in der Pipeline wartet. Wieviel von seinen Fahrzeugen will eigentlich Musk an der Leistungschart-Spitze sehen? Dieser Leistungsfetischismus finde ich übertrieben, er sollte lieber etwas diversifizieren … eben auch andere Käuferschichten mehr ansprechen.
MichaelEV meint
Bzgl. der Sitze mag ich mir kein Urteil zuzumuten. Da werden sie vermutlich Recht haben, da bräuchte es aber praktische Erfahrung.
Bzgl. dem Interieur bin ich (beim optischen) anderer Meinung. Eine S-Klasse sieht für mich optisch überhaupt nicht nach Luxus aus (eine E-Klasse finde ich persönlich im Vergleich deutlich gelungener) und zum Lucid gibt sich nicht viel.
Christian Baumgarten meint
„Wenn ich meine Motoren bei Bosch kaufe und die Batterien auch beziehe, den Wechselrichter auch, und es zusammenbaue – da kommt nichts Gescheites heraus“
Das kann aus direkter Erfahrung beim OEM mit Bosch bestätigen! ;) Die Komponenten sind nicht gut aufeinander abgestimmt und die Konzepte teils sogar gegensätzlich.