Nach dem im letzten Jahr gestarteten Corsa-e liefert Opel seit Anfang 2021 auch eine Elektroauto-Version des neuen kompakten Lifestyle-SUV Mokka aus. Der Mokka-e war aufgrund der großen Nachfrage zwischenzeitlich vergriffen, einige Bestellungen mussten offenbar sogar storniert werden. Laut Opel-Chef Michael Lohscheller sieht es jetzt wieder besser aus.
Der als Benziner, Diesel und E-Auto angebotene Mokka komme sehr gut an, einige Händler seien „regelrecht euphorisch“, sagte Lohscheller im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das Modell mit dem aktualisierten Markengesicht stehe für das neue Selbstbewusstsein der Rüsselsheimer und sei „ein Leuchtturm, eine Lokomotive“, mit der man ein neues Kapitel aufschlage. Bei der zwischenzeitlich in einigen Ausstattungslinien ausverkauften E-Version habe man nachgebessert: „Jeder Kunde, der jetzt einen Mokka-e bestellt, bekommt ihn noch dieses Jahr geliefert“, versprach der Opel-Chef. Das Auto sei in allen Varianten bestell- und lieferbar.
Damit sich elektrifizierte Autos dauerhaft durchsetzen, müssen sie laut Lohscheller eine alltagstaugliche Reichweite zum erschwinglichen Preis bieten und eine ausreichende Ladeinfrastruktur zur Verfügung haben. Opel habe das beim Mokka-e mit 324 Kilometer pro Ladung im WLTP-Zyklus „gut gelöst“. Beim Preis helfe die von Bund und Industrie gewährte „Umweltbonus“-Kaufprämie, die beim regulär ab 32.990 Euro kostenden Mokka-e 9000 Euro hoch ausfällt.

Das Problem mit der Ladeinfrastruktur sei dagegen „noch nicht für alle gelöst“. Die Leute müssten sich darauf verlassen können, unterwegs jederzeit laden zu können – dafür brauche es mehr Stationen, insbesondere mit Blick auf den wachsenden Fahrzeugbestand. Für den Ausbau des deutschen Ladenetzes müssten Industrie, Politik, Energieversorger und Kommunen zusammenarbeiten, sagte Lohscheller.
Opel will künftig mit seinen Produkten beim Senken des CO2-Ausstoßes vorangehen, dazu wurden auch Fahrzeuge aus der Modellpalette genommen. CO2 sei für das Unternehmen „die neue Währung“, betonte der Opel-Boss. Dass trotzdem die vergleichsweise verbrauchsarmen kleinen Pkw Adam und Karl gestrichen wurden, begründete Lohscheller so: „Weder Adam noch Karl waren elektrifizierbar. Weil wir aber nur noch zukunftsfähige Modelle im Portfolio haben wollen – hinsichtlich Rendite und CO2 -, haben wir diese schwierige Entscheidung aber getroffen und umgesetzt.“
Opel wurde 2017 vom US-Konzern General Motors an die französische PSA Gruppe verkauft, letztere fusioniert derzeit mit Fiat Chrysler zum neuen Autounternehmen Stellantis. Darauf angesprochen, ob Opel bei dem künftig viertgrößten Hersteller der Branche neben Marken wie Peugeot, Citroën, Fiat, Jeep oder Alfa Romeo jetzt das fünfte Rad am Wagen sei, sagte Lohscheller: „Stellantis macht uns stärker.“ Es werde internen Wettbewerb geben, das sei aber auch vorher so gewesen. Opel sei als einzige deutsche Marke des Konzerns klar positioniert und bringe „Innovation und deutsche Wertarbeit in attraktivem Design für viele Menschen – nicht irgendwo in der Oberklasse, sondern in der Breite und bezahlbar“.
Reinhold meint
Bin mal gespannt, ob Opel bzw. die Opel-Händler die „verprellten“ potentiellen Kunden (meine Absage erhielt ich pünktlich als Weihnachtsgeschenk am 19.12.20) kontaktiert und wie die Preise aussehen.
AK swiss meint
Und gleich wieder die Bremse reinhauen: „Das „PROBLEM“ mit der Ladeinfrastrukur…“
Auf deutsch: „Leute, kauft diesmal lieber doch noch einen Verbrenner!“
ID.alist meint
Es ist ein Problem, oder eine Herausforderung, egal wie Du es nennen willst. Bei explodierende E-Auto Verkaufszahlen ist die aktuelle Ladeinfrastruktur nicht ausreichend. Wenn selbst wir E-Automobilisten nicht damit zufrieden sind, wie willst Du E-Neulinge erklären, es ist alles super??
Das Hähne-Ei Problem ist nicht mehr da, und wir sehen erste Effekte (Aral will dieses Jahr 120 Tankstellen mit Ladesäulen bestücken,..), aber das Bezahlen ist auch nicht gelöst, und Preisfallen (PlugSurfing bei IONITY) gibt es immer noch.
Das sind alle keine Probleme die nicht gelöst werden, aber wir sollten die Sachen beim Namen nennen.
Ernesto 2 meint
Naja, dann schaun wir mal was im April ist, wenn dann das Kontingent verbraten ist…wird halt wieder storniert :-)
Thomas Claus meint
Erst Bestellungen stornieren und jetzt wieder lieferbar sein? Das kommt mir seltsam vor. Da hätte man sich doch die Stornos und negative Presse sparen können.
Mäx meint
Also wirklich alles ein wenig kurios…
Schade dass es nicht mehr Infos gibt warum die Bestellungen zuerst storniert werden mussten, und nun bekommt „jeder“ einen dieses Jahr, wenn jetzt bestellt wird.
War es Zellmangel, denn man jetzt gelöst hat? Wie wurde der dann so plötzlich gelöst (Stichwort Konzernmutter und Allokation statt xyz auf Opel)?
Sind die jetzigen Angebot teurer als vorher und man wollte nicht zu viele Autos „verschenken“?
Wie schon gesagt wurde hätte man sich den Unmut mit dem Kunden und der Presse wirklich sparen können…
Berthold meint
Ansichtssache!