Škoda-Vorstandschef Thomas Schäfer hat in einem Interview mit der Autogazette unter anderem über die E-Mobilität und die weltweite Halbleiterkrise gesprochen. Er bekräftigte dabei, dass die tschechische Volkswagen-Tochter in Zukunft verstärkt auf Elektroautos setzt, neue Plug-in-Hybride soll es nicht mehr geben.
Wie andere Autohersteller hat Škoda derzeit unter dem Mangel an Computerchips zu kämpfen. Über das gesamte Jahr werde das Unternehmen wohl um die 100.000 Autos verlieren, sagte Schäfer. Die Marke versuche, den Hochlauf ihres Elektro-SUV Enyaq iV nicht zu gefährden. Das in diesem Jahr eingeführte Fahrzeug komme „sehr gut“ an. Schon 70.000 Bestellungen lägen vor, was über den Erwartungen liege. Als nächstes Elektroauto steht bei Škoda 2022 eine Coupé-Variante des Enyaq iV an. Sollte es zu Verzögerungen kommen, dann nur um ein paar Wochen, erklärte Schäfer. Das Coupé soll auf einen Anteil von 20 bis 30 Prozent kommen.
Škoda hat im Juni angekündigt, drei weitere Elektroautos unterhalb des Enyaq iV zu bringen. Eines davon ist ein Kleinwagen, der auf mit VW und der Seat-Schwestermarke Cupra geteilter Technik aufbaut. VW hat kürzlich mit dem ID. Life einen ersten Ausblick auf den E-Kleinwagen gegeben, auf den Markt kommen sollen er und die Varianten der Schwestermarken 2025. Schäfer würde sich einen früheren Start wünschen, es sei jedoch „keine triviale Angelegenheit, ein neues E-Fahrzeug zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis zu präsentieren“.

VW hat für den ID. Life einen Preis von um die 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Škoda ist unterhalb der Kernmarke des Wolfsburger Konzerns angesiedelt. „Wir werden das Auto mit spitzem Bleistift kalkulieren, so viel steht fest“, sagte Schäfer. Er merkte an, dass vor dem Batterie-Kleinwagen noch ein weiteres Elektroauto von Škoda eingeführt werde, das größentechnisch und preislich unterhalb des Enyaq iV liegt. Details dazu verriet der Manager noch nicht.
Škoda sieht bei reinen E-Modellen bis 2030 einen Anteil von 50 bis 70 Prozent in Europa vor. Schäfer geht mittlerweile davon aus, dass sich die Marke bis 2030 eher den 70 Prozent annähern wird. In den zurückliegenden zwei Jahren habe sich das Thema „enorm beschleunigt“. Er erwarte nicht, dass es sich wieder verlangsamt. Škoda sei dabei flexibel und könne „sicherlich noch eine Schippe auf diese 70 Prozent drauflegen“, sollte das erforderlich sein.
Einen Termin für den Ausstieg aus der Verbrennertechnik will Schäfer nicht festlegen. „Das kann ich Ihnen heute nicht seriös beantworten, weil sich die Märkte eben sehr unterschiedlich entwickeln“, sagte er dazu. Škoda hat in den letzten zwei Jahren 100.000 „iV“-Modelle verkauft, die teil- oder vollelektrisch fahren. „Wir setzen perspektivisch voll auf reine E-Autos“, so Schäfer. Plug-in-Hybride seien für Flotten wichtig, dennoch sollen auf die entsprechenden Ausführungen von Octavia und Superb keine anderen Fahrzeuge dieser Art folgen. „Das macht für uns keinen Sinn. Unsere Zukunft ist das reine E-Auto“, unterstrich der Škoda-Chef.
TheMan meint
Der Markt entwickelt sich hin zum BEV und dies ist für Skoda die Vorgabe da meist nur Flotten- und Vertreter Kunden.
Mich wundert weiterhin extrem, dass nun mit den BEV die unnötig hohen täglichen km Fahrten hoch gelobt werden. Wo liegt hier ein ökologischer Nutzen? Sorry habe vergessen der Strom kommt aus der dt. Steckdose auch wenn es Wucherpreise sind, diese extrem hohen Preise zahlen nur die privaten BEV Nutzer. Zu der Skoda Strategie keine neue PHEV zu entwickeln ist ja klar Vorgabe von der Mutter Volkswagen die die Entwicklung bezahlt hat und nun 100% BEV vorhält da politische Vorgabe. Stimmt Planwirtschaft ist nicht gut für Innovationen wie die super hot powered PHEV der dt. OEMs. Wen ich mich erinnere würde gegen die simplen japanischen Hybrid und PHEV nie gemotzt, warum auch da von den Grünen und DUH Resch als Dienstwagen kostenlos genutzt! Darum ist Skoda wohl auf einen Weg der politisch vorgegeben ist und baut nun auch 2,5 Tonnen BEV Ökonomischen Fortschritt?
Südhesse meint
Es fehlen wirklich langstreckentaugliche Fahrzeuge von Skoda, mit Autobahnreichweiten zwischen 2 Schnellladungen von über 300km. Also bei 5-80% Zwischenladung 300km und bei 100% Aufladung 400km bei 130km/h. Heute hat ein Eniaq mit der 77kWh Batterie unter 300km Reichweite bei Vollladung und 130km/h Autobahn Richtgeschwindigkeit.
Derzeit sind Fahrzeuge mit sehr hohen Reichweiten noch extrem teuer. Ein Mercedes EQS hat 780km WLTP Reichweite für weit über 100000€.
Viele Vertreter bräuchten Fahrzeuge mit solchen Reichweiten aber zu Kosten eines Skoda Oktavias.
JuergenII meint
Soweit so gut, allerdings wäre es schön, wenn Deine Angaben die Winterreichweite wäre. Dann hätte man im Sommer vernünftige Reisereichweiten für die längere Urlaubsfahrt.
Und es sollten endlich aerodynamische kombiähnliche Fahrzeuge mit optimiertem CW Wert angeboten werden. Man stelle sich einen Oktavia mit 20er CW-Wert und 70 kW Akku vor. Das wären dann bei Richtgeschwindigkeit vernünftige Reichweiten.
Thomas meint
Es ist gut wenn die PHEVs bald verschwinden. Auf der einen Seite führt es zwar die Leute an die eMobilität heran, und manche beschäftigen sich vielleicht zum ersten mal mit Ihrem Fahrprofil.
Aufgrund des oft hohen Verbrauchs, der langsamen Ladefähigkeit und der geringen e-Reichweite können sie aber viele Vorurteile gegen die eMobilität noch verstärken.
Czeche meint
Und Tschüss Skoda.,das war es.
Mäx meint
?
Sebastian meint
vermutlich jemand der PHEV nutzt wie es im Sinne der Erfindung sein sollte…
persönlich finde ich die agro Abneigung hier gegen über PHEVs unangebracht, vor allem die neuen mit 60 bis 100 KM sind wirklich sinnvoll einsetzbar.
DerÄlbler meint
PHEV gibt es ja nur deshalb weil Diesel in den letzten Jahren so verteufelt wurden und die Marktanteile stark sanken, bzw. Diesel komplett aus dem Programm genommen wurden. Inzwischen gibt es bei einigen Herstellern wieder neue Diesel Varianten die im Ausland gut ankommen.
BEV meint
PHEVs mit großem Akku machen überhaupt keinen Sinn .. dann lieber den verbrenner gleich raus schmeißen
Sebastian meint
Wenn ihr zwei glaubt das es massentauglich ist, alle 200 KM für 25 Min. zu laden um irgend wo hin zu kommen, dann kann ich nur lachen! Die Zulassungen sprechen doch allerdeutlichste Sprache! Selbst im Mutterland der Absurdität verkaufen sich E-Auto trotz 10.000 Euro Förderungen gerade mal absolut belanglose 10%… in Amerika oder in China spielt das BEV gerade mal eine Statistenrolle.
Skodafahrer meint
So habe ich das von Anfang an vermutet. Die IV Plugin Hybriden werden nur für ganz wenige Jahre angeboten und werden auslaufen.
Somit sind diese PHEV nicht nur technisch sinnlos, sondern auch aus Käufer Sicht vom ersten Tag an veraltet.
CaptainPicard meint
Naja, ein großes PHEV-Update soll es im VW-Konzern ja noch geben wo dann elektrische Reichweiten von 80-100 km erreicht werden können. (Wird wohl eine >20 kWh Batterie werden) Und nachdem es von Octavia und Superb ja jeweils noch ein neues Modell geben wird gehe ich auch davon aus dass diese dann diesen PHEV-Antrieb erhalten werden.
Das widerspricht auch nicht der Aussage weil es von denen ja bereits PHEV-Versionen gibt. Ich interpretiere die Aussage eher so dass deren SUV-Lineup, die Kodiaqs und wie sie alle heißen keine PHEV-Versionen kriegen werden. (Und die kleineren Verbrenner-Modelle, sprich der Fabia, dürfte sowieso in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wegfallen und mit dem kleinen MEB Entry E-Auto ersetzt werden, aber für den wäre der PHEV-Antrieb sowieso zu teuer.)
andi_nün meint
So seh ich das auch, die aktuellen PHEV Modelle kriegen noch ein Update, aber neue Modelle gibts nicht. Eh top.
Anti-Brumm meint
Das Problem ist der Preis, glaube ich, und die frühere Ankündigung, dass Skoda laut Markenstrategie zukünftig primär im Revier der günstigeren Kompaktklasse wildern soll. Ein 40.000€-Octavia PHEV passt da einfach nicht rein.
Karsten meint
Selbst wenn das so umgesetzt wird (90% ist letztlich nur Geschwätz), ist Skoda aka „Herbert“ nun wirklich kein Maßstab. Da hätte man auch gleich Elon fragen können.