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BEM fordert „maximalen Fokus“ auf Berufe im Elektro-Fachhandwerk

09.02.2023 in Politik von Thomas Langenbucher | 10 Kommentare

Merceds-Produktion

Bild: Mercedes-Benz

Mit Blick auf die explodierenden Bedarfe bei der Elektrifizierung in der Elektromobilität, im Zuge der Wärmewende und beim Ausbau der Erneuerbaren Energie wirbt der Bundesverband eMobilität (BEM) für „maximalen Fokus auf Berufe im Elektro-Fachhandwerk“. Auf der Fachmesse „Elektrotechnik“ appellierte Verbandsvorstand Markus Emmert an Politik und Verwaltung, den „Fachkräfte-Turbo einzuschalten“ und Qualifizierung und Weiterbildung im und für das Elektro-Fachhandwerk voranzutreiben.

„Um den riesigen Bedarf der Elektrifizierung zu bedienen, brauchen wir nicht nur neue Berufe und Ausbildungsgänge, was wertvolle Zeit kostet. Wir benötigen aktuell dringend die Erweiterung von Jobprofilen und berufsständischen Vorgaben, die teilweise aus einer anderen Wirtschaftsepoche stammen“, sagte Emmert. Er verwies auf die Möglichkeit der Öffnung von Vorgaben, wie sie bereits in der Photovoltaik-Branche Anwendung fanden. „Im Bereich von Ladelösungen muss es beispielsweise möglich sein, dass jeder Handwerker Ladeinfrastruktur installieren und Meldeprozesse einleiten darf. Den Elektriker braucht es erst beim Anschluss ans Netz und der Inbetriebnahme.“

Versorgungslücke im Ladebereich zuverlässig schließen

Die Notwendigkeit zum Aufbau der Ladeinfrastruktur für die E-Autos bleibt nach Ansicht des BEM akut. Bei einem Staatsziel von 15 Millionen rein elektrischen Fahrzeugen auf deutschen Straßen bis 2030 liege der Bedarf (öffentlich und privat) bei circa 18 Millionen Ladepunkten. Die Versorgungslücke im Ladebereich gelte es rasch und zuverlässig zu schließen, so der Verband. Da sämtliche Anschluss-Dienstleistungen an das Energienetz ausschließlich von Elektrotechnikern vorgenommen werden dürften, sollten die zuständigen Handwerkskammern, IHK’s und Bildungsträger schnellstmöglich Öffnungsklauseln schaffen. Auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sei hier gefragt.

Anfang Februar hatten führende Energiewende-Unternehmen einen offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck veröffentlicht und darin unter anderem die Schnellqualifizierung für Photovoltaik-Installateure vorgeschlagen. Ein zentrales Anliegen ist außerdem die Etablierung eines neuen Ausbildungsschwerpunkts Energiemanagement, in dem die Kompetenzen für Wärme (SHK-Installateur) und Strom (Elektriker) gebündelt werden. Der BEM unterstützt diese Forderungen wie auch den Ruf nach einer Image-Kampagne für Energiewende-Jobs.

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Via: BEM
Tags: BEMAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Thorsten meint

    09.02.2023 um 10:45

    Ich habe einen Gesellenbrief im E-Handwerk und die miserable Bezahlung brachte mich schon kurz nach der Lehre dazu mich beruflich neu zu orientieren.
    Mehr muss man zum Thema fehlender Fachkräftenachwuchs im Handwerk nicht wissen.

    • tim Schnabel meint

      09.02.2023 um 11:02

      #Thorsten, was ist es den bei dir geworden? Ich bin gelernter Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik.
      Das Handwerk hat mir sooo viel gegeben zb zwei Bandscheibenvorfälle, kaputte Handgelenke vom Schlitze kloppen und das mit 31..ah nicht vergessen der Druck der immer herrscht. Die Umgangsformen die allgemeine Verachtung mit der Handwerker von Kunden gesehen werden und nicht zu vergessen die unglaublichen 14,5€ Stundenlohn. Ich bin mit 29 ausgestiegen und in den öffentlichen Dienst gegangen, auch als Elektroniker aber viel entspannter und besser bezahlt.

      Pfff kann mir garnicht erklären wieso niemand mehr ins Handwerk will.

      • Thorsten meint

        09.02.2023 um 11:52

        @tim Schnabel

        Ich habe es noch vor dem Zwanziger im Rücken gemerkt 🙄

        Zuerst gejobbt, dann PC-Techniker, damit zum Schluss 5 Jahre selbstständig und ab 2013 ebenfalls im öffentlichen Dienst, TVöD 8 / 4, ab Juni in Stufe 5. Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können. Bin beim AföO, auf Handwerk verspüre ich keinerlei Lust mehr und mache es privat auch nur wenn ich es muss 😅

      • Thorsten meint

        09.02.2023 um 11:57

        @Tim Schnabel

        Ich bin auch im öffentlichen Dienst gelandet, allerdings nicht handwerklich. Denn das Handwerk kann mich mal kreuzweise.

        Das Amt für öffentliche Ordnung ist mein Dienststelle und dafür erhalte ich TVöD 8 mit aktueller Altersstufe 4, bald 5.

      • Maik Müller meint

        09.02.2023 um 12:01

        @Thorsten AHA :) :) :) Klar dann könnt ihr beiden wunderbar über den Steuerzahler lachen.

        • Thorsten meint

          09.02.2023 um 12:40

          Erzähle hier keinen Stuss Maik, wir sind öffentliche Angestellte im mittleren Dienst und keine Beamten im gehobenen oder höheren Dienst! 🙄
          Ausserdem war ich 27 Jahre in der freien Wirtschaft tätig bevor ich in den ÖD gewechselt habe.

          Ach, fast vergessen:

          PUNKT!

        • Maik Müller meint

          09.02.2023 um 16:19

          @Thorsten dann geh doch wieder in die freie Wirtschaft :)

        • Thorsten meint

          10.02.2023 um 10:56

          @Maik

          Gehe du doch in den öffentlichen Dienst wenn du glaubst, dass das so gut ist :-)

          Die Stadt Stuttgart sucht immer Ingenieure.

          Das wirst du aber nicht tun, dann kommt der Klassiker „dafür stehe ich morgens nicht auf!“

  2. elbflorenz meint

    09.02.2023 um 10:31

    Bei 15 Mio BEV’s sind 18 Mio Ladepunke erforderlich … Alter Verwalter …
    Also – verehrte Eigenheimbesitzer – wenn ihr (irgendwann) mal 2 BEV habt, dann bitte 3 Wallboxen anschaffen …
    Und natürlich für jeden BEV-Laternenparker seine eigene DC-Ladesäule …

  3. LOL meint

    09.02.2023 um 09:29

    Dann müsste ich ja 100 Mio Euro im Jahr verdienen wenn der Bedarf so groß ist

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