In Deutschland ist der staatliche Zuschuss für den Kauf eines Elektroautos von 2022 auf 2023 zurückgegangen. Die Marktforscher von Dataforce haben einen Vergleich der Kaufprämien von E-Autos in sechs europäischen Ländern aus Sicht privater Käufer veröffentlicht. Die Niederlande fördern demnach derzeit am üppigsten, gefolgt von Frankreich und Deutschland.
Für die Angaben und Berechnungen zog Dataforce ein kompaktes SUV als Standard heran, da sich im Privatmarkt die meisten Kunden heutzutage für dieses Segment entscheiden (22,6 Prozent Marktanteil 2022, EU 27+EFTA+UK).
In Deutschland und Frankreich machen Kaufprämien den größten Teil der Gesamtförderung aus, berichtet die Analysten. Ebenfalls lasse sich feststellen, dass Länder ohne Kaufprämie weit hinten liegen im Ranking der Förderungen für den privaten Automobilkäufer.
Viele private Käufer unterschätzten allerdings den zusätzlichen Einfluss von Steuervorteilen, die schnell mehrere tausend Euro ausmachen können, erklärt Dataforce. In den Niederlanden sorge die große Steuerersparnis sogar dafür, dass die Gesamtförderung fast doppelt so hoch ausfällt wie in Frankreich.
Die Förderungen im Detail
Sofern eine Zulassungsteuer existiert, sind Elektroautos aktuell in den von Dataforce untersuchten Ländern davon befreit, es gibt also einen Steuervorteil beim Kauf. Zusätzlich zahlen Stromer aktuell nirgendwo eine Kfz-Steuer, was einen Steuervorteil bei Besitz darstellt.
Bei der Höhe der Vorteile ergibt die Untersuchung große Unterschiede. So fallen in den Niederlanden und Frankreich schon bei der Zulassung eines typischen Kompakt-SUV recht hohe CO2-bezogene Steuern an, wenn man sich für einen Verbrennungsmotor entscheidet. Auch die Kfz-Steuer ist in den Niederlanden eine kostspielige Sache.

Merklichere Unterschiede gibt es auch bei den Kaufprämien: In Frankreich fällt diese mit 5000 Euro am höchsten aus, gefolgt von Deutschland mit 4500 Euro und den Niederlanden mit 2950 Euro. In Italien gibt es zwar eine Prämie, diese fällt in dem Vergleich jedoch heraus, da ein Elektroauto der untersuchten Größe preislich über der Fördergrenze liegt. In Belgien und dem Vereinigten Königreich gibt es keine Kaufprämien mehr.
Hohe Förderungen begünstigen schnelleren E-Umstieg
„Die Höhe der Vorteile zwischen den Ländern unterscheidet sich stark. Ebenso unterscheiden sich auch die Marktanteile von BEVs (Battery Electric Vehicle/Batterie-Elektrofahrzeuge, d. Red.). Folglich sind BEVs dort besonders attraktiv, wo hohe Steuern vermieden werden können oder der Kaufpreis durch Prämien reduziert wird“, so Dataforce.
Genau das sehen die Marktforscher in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich: Die drei Länder mit der höchsten Förderung hätten auch die höchsten Elektroauto-Anteile. Der Marktanteil im Privatmarkt liege hier deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15,4 Prozent, berichtet Dataforce. Länder mit vergleichbar niedriger Förderung wie Großbritannien, Belgien und Italien lägen unter dem Durchschnitt, im Falle der letzten beiden sogar deutlich.
Anders stellt sich die Situation allerdings im Flottenmarkt dar: In vielen Ländern wie Belgien, Österreich und Großbritannien komme erst hier eine steuerliche Besserstellung von vollelektrischen Fahrzeugen richtig zum Tragen, erklären die Analysten. So gebe es signifikante Anreize für den „Geldwerten Vorteil“.
Harti meint
Bei dem Verkehrsaufkommen auf unseren Autobahnen, mit ebenso vielen Baustellen
wo meist Tempolimit ist, ist man froh im mal mit Tempo 130 zu fahren.
In meinen Augen eine vollkommen unsinnige Diskussion mit dem Tempolimit.
Ferner fahren vernünftige Autofahrer in Anbetracht der Spritpreise sowieso nicht volle Kanne.
hu.ms meint
„So fallen in den Niederlanden und Frankreich schon bei der Zulassung eines typischen Kompakt-SUV recht hohe CO2-bezogene Steuern an, wenn man sich für einen Verbrennungsmotor entscheidet. Auch die Kfz-Steuer ist in den Niederlanden eine kostspielige Sache.“
Und warum haben wir das nicht in D ?
Kona64 meint
Das wäre zu einfach und wohl auch mit der FDP nicht möglich. Ein Zulassungsabgabe bei Verbrennern von z.B. 300+ Euro und bei Ummeldungen ggf von 100Eur würde genug Geld in die Kassen spülen um BEV kräftig zu fördern.
GrußausSachsen meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
Dagobert meint
Völlig außer acht gelassen sind die massiven Unterschiede bei der Energiesteuer (die ich auch gerne km-abhängige Maut nenne) und der Besteuerung des geldwerten Vorteils bei Dienstwagen.
Jedes BEV, das als Dienstwagen unterwegs ist, dürfte den deutschen Staat in 2 Jahren Leasingdauer 10-20 k€ „kosten“…
Swissli meint
Die Schweiz hätte das Ergebnis der Marktforscher wohl auf den Kopf gestellt…
eBiker meint
Und Norwegen hätte es betätigt – und nu?
Ach ja und der Strom ist in der Schweiz immer noch sehr billig, gegenüber D.
Laut Statista lag der Preis bei 21 Rappen kW/h – wenn man nun noch die deutlich höhere Kaufkraft in der Schweiz mit ein rechnet – dann ist der Strom ja quasi geschenkt.
Ach ja Kaufkraft – die ist auch höher.
Und Förderungen für eAutos gabs auch in der Schweiz – waren aber Kanton, bzw Stadt abhängig. Basel zahlt (zahlte) 5000 chf – so als Beispiel.
Thorsten meint
Wenn ich mich nicht irre haben Schweizer gegenüber Deutschen eine um 20% höhere Kaufkraft.
Mir persönlich wäre das viel lieber als die 4500€ Bafa- Prämie…
Markus Müller meint
Wenn man weniger CO2 will, ist die beste Förderung, dass man CO2 besteuert, bzw. immer stärker besteuert. Im Fall des Verkehrs ist das eine möglichst hohe Besteuerung der fossilen Treibstoffe. Alles andere führt fast immer zu einer Verzerrung – siehe die Firmenautos mit PHEV in D.
Der Staat soll nicht meinen, er wisse, welche technische Lösung die beste ist. Bis er das weiss, falls überhaupt, ist es vielleicht schon nicht mehr so. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Deutschland das ISDN mit Milliarden gefördert hat. Gefördert und gefördert – bis es völlig obsolet war, weil es die xDSL-Techniken gab.
Die heisse Diskussion über die ‚Technologieneutralität‘ jeglicher Förderung scheint mir völlig fehl am Platz. Ein normaler liberaler Rechtsstaat darf eigentlich nur technologieneutral steuern. Alles andere diskriminiert Marktteilnehmer ohne verfassungsrechtlich vertretbare Gründe – und es führt zu Planwirtschaft, die schliesslich einfach nicht effizient ist.
MAik Müller meint
Die Leute kaufen ein Eauto wenn es GÜNSTIGER ist (wie in Holland) als ein Verbrenner. PUNKT.
Der Antrieb ist den meisten WURST!
Stefan meint
Die E-Autos sind in Holland nicht viel günstiger als in Deutschland.
Dafür ist die Kfz-Steuer für Verbrenner in den Niederlanden beim Kompakt-SUV deutlich höher als in Deutschland.
Kona64 meint
Die Holländer machen halt die sinnvollen und einfachen Lösungen. Es gibt ja auch ein Tempolimit.