Der schwedisch-chinesische Elektroautobauer Polestar will mit der Einführung von Plug & Charge für sein neues SUV Polestar 3 und der App Polestar Charge das Laden einfacher machen.
Die digital im Fahrzeug hinterlegte Zahlungsmöglichkeit authentifiziert die Benutzer und kommuniziert direkt mit kompatiblen öffentlichen Ladestationen. Die Verarbeitung erfolgt daraufhin automatisiert, die typischen Schritte zur Freischaltung eines Ladevorgangs werden überflüssig.
„Nach der Ankunft am gewünschten Ort können Kundinnen und Kunden ihren Polestar 3 einfach an die Ladestation anschließen und einen nahtlosen Ladevorgang starten“, wirbt das Unternehmen. „Plug & Charge ist an über 9500 Hochleistungs-Ladepunkten verfügbar, darunter auch ausgewählte Ladepunkte von Ionity und Mer.“
Diese neue Funktionalität bedeutet, dass die Fahrer des Polestar 3 zukünftig nicht mehr den richtigen Ladepunkt auswählen und bestätigen müssen, um dann die Zahlung einzuleiten und den Ladevorgang über die App Polestar Charge oder mit der Karte für Polestar Charge zu authentifizieren. Wenn Plug & Charge aktiviert ist, kommuniziert das Auto direkt mit der Ladestation und die Zahlung wird unmittelbar verarbeitet – wodurch mehrere Schritte des herkömmlichen Prozesses entfallen.
Die Fahrer des Polestar 3 müssen die Funktion zunächst in den Ladeeinstellungen des Fahrzeugs aktivieren und es dann mit der App Polestar Charge (oder einem anderen E-Mobility-Dienstleister) verbinden. Die App bietet laut dem Unternehmen Zugang zu über 800.000 öffentlichen Ladestationen in ganz Europa sowie abonnementbasiert Schnellladen zu ermäßigten Tarifen an Tausenden von öffentlichen Ladestationen
Plug & Charge ist ab sofort im Polestar 3 verfügbar und soll ab 2025 auch in anderen Polestar Modellen nutzbar sein.
Der Polestar 3 ist das erste Fahrzeug, das auf einer neuen, von Volvo Cars entwickelten und gemeinsam genutzten vollelektrischen Technologieplattform basiert. Das Modell wird hierzulande in drei Ausführungen mit bis zu 380 kW/517 PS Leistung und 650 Kilometer Reichweite angeboten. Los geht es bei 78.590 Euro.
Jörg2 meint
Ich hoffe ja noch immer, auf regulatorischer Seite werden die Möglichkeiten geschaffen, dass ich (ähnlich wie in diesen Karten-Rooming-Systemen) jeden x-beliebigen Tarif privat „roomen“ kann, ich also den Tarif meines Haus- und Hof-Versorgers überall nutzen kann (ähnlich meine Handytarif der EU-weit gilt, egal, wem der Funkmast gehört).
Letztendlich geht es um den Austausch von Datensätzen. Heute weden diese zwischen den aktuellen Roomingpartnern/Stromversorgern/Ladesäulenbesitzern ausgetauscht. Technisch müsste es machbar sein, wenn der Teil „Roomingpartner“ durch alle verfügbaren Stromversorger bespielt wird.
McGybrush meint
Kann man bei Plug & Charge auch mehrere Karten Hinterlegen?
Also das er bei Ionity auch den Ionity Tarif nimmt und bei MER dann den MER Tarif?
Oder sagt man OK ich hab ne EnBW Karte. Und wenn die Hinterlegt ist läd man überall ab sofort mit EnBW wenn Plug & Charge an der Säule funktioniert?
M. meint
Ich schätze mal, man wählt zu Beginn des Ladevorgangs den passenden Tarif aus, den man nutzten möchte.
S ede meint
Nein, bei Plug&Charge steckst du ein und lädst. Keine Tarifbestimmung mehr möglich.
David meint
Das ist jetzt so. Nach der neuen ISO 15118-20 wird es möglich, mehrere Verträge, beziehungsweise also mehrere Zertifikate zu hinterlegen. Dann liegt es daran, wie schlau die App des Autos es erlaubt, Regeln zu definieren. Denn wenn du erst an der Säule auswählen musst, hast du mit Plug and Charge nichts gewonnen.
M. meint
Und woher weiß man dann, zu welchem Preis man lädt?
Oder lässt man sich da überraschen?
Klingt nach einem Aprilscherz, seltsam für die Jahreszeit.
Tommi meint
Welchen Sinn macht dass Plug&Charge noch, wenn man doch den Tarif wählen muss? Es geht doch darum, dass ich den Stecker einstecke und das Auto fängt an zu laden.
Mäx meint
Bei BMW kann man mehrere Karten/Tarife hinterlegt und dann eben einen auswählen der aktiv ist.
Da muss man aber immer noch selber wissen, was jetzt an der Säule gerade am günstigsten ist.
Netter wäre ja er nimmt immer den günstigsten Tarif ohne, dass ich das selber aussuchen muss und optional kann ich das überstimmen.
Mäx meint
Nachtrag:
Natürlich fängt das Auto immer direkt an zu laden beim einstecken bzw. nach Quittierung.
Aber dann mit dem zuvor ausgewählten Tarif.
Es ist nicht so, dass man einfach ohne Tarif anfangen kann zu laden und das Auto bezahlt automatisch dafür als sozusagen Kreditkarte.
M. meint
Mäx:
das kann über ein SW-Update ja noch kommen. Die Tarifmodelle sind ja komplett und werden wohl über das Plug&Charge Authentifizierungssystem nicht übertragen. Da steckt dann etwas Detailarbeit drin, das sauber zu integrieren, damit das Auto wirklich den richtigen Tarif auswählt.
Aber im Ernst: wenn mir das zu viel Arbeit ist, wie komme ich dann überhaupt aus dem Bett bis ins Auto?
M. meint
*komplex
nicht „komplett“
McGybrush meint
Also kann man sagen das Plug & Charge NICHT den Tarifdschungel löst. Oder bzw. Doch da man sich auf EINE Karte festlegen kann. Uns zwar die die am Flexibelsten ist aber dann auch nicht die günstigste.
Also es löst nur das Problem des Freischaltens aber nicht die der ganzen Tarife bzw Preise.
M. meint
Dann löst es nichts.
Die Karte nicht mehr dranhalten zu müssen, dafür irgendeinen gewürfelten Preis bezahlen, das kann ja nicht die Lösung sein.
Da würde ich verzichten. Ich sehe das Problem eh nicht, da eine Karte kurz ans Terminal zu halten.
Erzähl‘ das mal an einem Verbrenner-Stammtisch, da lachen die in 4 Monaten noch drüber.
Tommi meint
Es ist kein gewürfelter Preis, sondern der Preis meines Anbieters.
Ja, ich erzähle den nächsten Verbrenner-Stammtisch, dass ich über mehrere Monate an einer Ladesäule den selben Tarif bezahle statt über etliche Minuten. Da finden die bestimmt lustig.
Plug&Charge ist nichts für Pfennigfuchser. Das muss jeder für sich entscheiden, ob er bereit ist, eventuell mehr zu bezahlen und dafür auf die Bedienung der App oder die Ladekarte verzichten möchte.
Das Problem ist noch verschärft, da viele Anbieter keine Karte anbieten. Bei Tesla und Ionity muss man zwingend die App bedienen, wenn man laden möchte. Und das gilt auch bei Regen und Schnee. Da kann Plug&Charge ein Komfortfeature sein, für das man gerne bezahlt.
Meiner_Einer meint
Hmm ich lade fast immer bei Ionity, habe aber noch nie eine App dazu gebraucht… Aussagen vielleicht nochmal überdenken.
M. meint
Also, Tommi:
das ist das – bei Polestar zumindest, was den Kenntnisstand auf dieser Seite angeht – was für Leute mit nur einem Anbieter.
Andere können das aber besser:
„Nachdem Plug & Charge beim Ladevertragspartner erfolgreich eingerichtet wurde, ist das Zertifikat/der Vertrag über das Plug & Charge Menü im Fahrzeug zum Download verfügbar.“
(BMW Plug & Charge FAQ)
Der ist dann aktiv, bis einer der anderen ausgewählt wird – nehme ich an.
Bestimmt kann man aber auch einfach nur einen einzigen einrichten ;-)
Andreas meint
Ja, z. B. BMW hat eine Charging Wallet in der App bei der mehrere Anbieter/Tarife hinterlegt werden können. -> Multi Contract Plug & Charge
https://ecomento.de/2022/09/12/bmw-fuehrt-plugcharge-funktion-ein-mehrere-ladestromvertraege-im-fahrzeug-moeglich/