Bei Hyundai läuft es derzeit nicht so gut. Die Nachfrage – auch nach Elektroautos – ist verhalten, die Händler ächzen laut der Automobilwoche unter hohen Lagerbeständen. In Deutschland liegt der Anbieter derzeit acht Prozent unter den Vorjahreszahlen. Ulrich Mechau, seit Februar Präsident von Hyundai Motor Deutschland, hat mit dem Branchenportal über die Lage gesprochen.
Der E-Auto-Markt sei im aktuellen Jahr um ein Drittel eingebrochen. Darunter leide man als eine der führenden Elektroauto-Marken überproportional mehr als viele andere Hersteller. Hyundai habe 2023 einen Vollstromer-Anteil von 30 Prozent gehabt, während der Gesamtmarkt auf gerade einmal 18 Prozent kam. Jetzt liege der Gesamtmarkt nur noch bei 13 Prozent und die Südkoreaner bei einem E‐Anteil von einem Fünftel.
Wo Hyundai am Ende landen werde, hänge auch ein Stück weit von der Dynamik des Markts und sich vielleicht ändernden Rahmenbedingungen ab. Für den Unterschied zum Vorjahr gebe es jedoch noch einen weiteren Grund: Man sei 2024 mit einem „enorm hohen“ Bestand an Eigenzulassungen gestartet, den man nun Stück für Stück abbaue – das gehe teilweise zulasten der aktuellen Neuwagenverkäufe.
Konkrete Stückzahlen für das kommende Jahr könne er noch nicht nennen. Klar sei aber, dass 2025 geprägt sein werde von den EU-Flottenemissionszielen. Um diese zu erreichen, müssen die Hersteller deutlich mehr Elektroautos verkaufen. „Es ist ganz klar: Auch für uns wird es eine Herausforderung, unseren EV-Anteil im nächsten Jahr erneut zu erreichen und bestenfalls zu steigern“, so Mechau. Trotz hoher Rabatte liege der Gesamtmarkt derzeit nur bei 13 Prozent E-Auto-Anteil. „Der bei allen Herstellern benötigte zusätzliche Absatz wird nicht von selbst kommen, sondern muss mit attraktiven Konditionen stimuliert werden, der Wettbewerb wird also stark zunehmen.“
Es gehe dabei nicht um Rabatte, sondern auch um Rahmenbedingungen. „Der Staat kann sich nicht einfach zurücklehnen, sondern sollte die Hersteller mehr unterstützen“, meinte der Hyundai-Manager. Die vom Bundeskabinett beschlossene Anhebung der Preisgrenze für die Dienstwagenbesteuerung und die erhöhte Abschreibung könnten nur ein erster Schritt sein. „Wir brauchen hier deutlichere staatliche Anreize, wie auch auf dem Autogipfel am vergangenen Montag mit Herrn Habeck diskutiert.“ Ferner sei beispielsweise auch eine bessere Ladeinfrastruktur nötig.
Insgesamt sei man in Deutschland im europäischen Vergleich „im Moment sehr schwach unterwegs“, findet Mechau. Was Hyundai angeht, glaube das Management aber, dass man die CO2-Ziele der Branchen schaffen wird.


F. K. Fast meint
Gut, dass ich 2021 noch einen Ioniq ohne Zahl gekauft habe. Die neuen Modelle sind entweder SUV und/oder viel zu lang (bekomm ich nicht in die Garage). Mal sehen wie lange sie brauchen, einen Nachfolger für meinen Ioniq anzubieten (kein SUV, max. 4,5m lang und sparsam).
Mit oben stehenden Aussagen scheint Hyundai sicher froh zu sein, bald einen Inster an den Start zu bringen. Ob da ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis reicht, viele Käufer zu überzeugen?
Gut bei Hyundai ist die lange Garantie. Besser wäre aber, wenn die Ersatzteilpreise (nach der Garantie) nicht so vermessen wären.
EdgarW meint
Der Kia EV4 soll 4,4-4,5 Meter lang werden, im Moment scheint das der Nachfolger für den Ioniq Classic zu werden. Höher als der wird er trotzdem sein. Ich werd meinen 2018er noch laaange fahren und dann eher in’s B-Segment oder drunter gehen (Polo/Corsa und kleiner). Der Inster geht schon grob in die richtige Richtung, mir aber eigentlich zu hoch.
David meint
Ziemliche ehrliches Statement bei dem viele Eigenzulassungen eingeräumt und offene Worten zum eigenen Marktanteil gefunden wurden. Klingt aber auch ein bisschen ratlos.
Wenn man mich fragt, ist ein Problem, das nicht einheitliche Design und diese seltsame Technikzweigliederung in sparsame 400 V Autos und nicht so sparsame, dafür schnellladende 800 V Fahrzeuge. Auch das Design der beiden Marken ist sehr uneinheitlich. Mit Blick auf das Foto muss man schon sagen, dass man besonders dieses Fahrzeug deutlich ästhetischer gestalten könnte.
Wenn die Stückzahlen anziehen, ist ihr größtes Problem, dass sie keine günstige Plattformen für ihre Volumenfahrzeuge haben. Ja, ist geplant, ja ist schon vorgestellt. Ja, der Inster soll nächstes Jahr kommen. Aber es gibt diese Werke und diese Modelle nicht, um damit auf Elektrostückzahlen zu kommen.