Mitsubishi Motors will seinen europäischen Absatz ab 2025 auf jährlich 75.000 bis 80.000 Fahrzeuge steigern. Das entspräche einem Zuwachs von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine zentrale Rolle dabei spielen zwei neue Modelle auf Renault-Basis, die im kommenden Jahr eingeführt werden sollen, wie Europa-Chef Frank Krol gegenüber Automotive News Europe erklärte.
Noch 2020 wollte sich Mitsubishi aus Europa zurückziehen. Doch bereits 2021 änderte der japanische Hersteller seinen Kurs und schloss eine Modellkooperation mit dem langjährigen Partner Renault. Daraus gingen der Kleinwagen Colt (basierend auf dem Renault Clio) und der kleine SUV ASX (basierend auf dem Captur) hervor.
Mit dem kompakten Hybrid-SUV Grandis, der dieses Jahr auf Basis des Renault Symbioz startet, wird das Angebot erweitert. Im Herbst folgt der vollelektrische Eclipse Cross, der auf der CMF-EV-Plattform der Auto-Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi basiert. Dieses Modell soll laut Krol deutlich stärker die Mitsubishi-Designsprache tragen, etwa durch das neue „Dynamic Shield“-Gesicht. „Der Colt und der ASX waren der erste Schritt“, so der Manager. „Der Eclipse Cross EV ist ein zweiter Schritt, der viel mehr nach Mitsubishi aussieht.“
Zukünftig möchte Mitsubishi noch mehr eigene Modelle nach Europa bringen. Konkrete Pläne nannte Krol nicht. Der Fokus liegt laut Unternehmenschef Takao Kato jedoch auf Plug-in-Hybriden und Hybriden, da die Japaner hier Wettbewerbsvorteile sehen. Zwei rein elektrische Eigenentwicklungen wurden Automotive News zufolge zugunsten dieser Strategie gestrichen.
Hersteller-Partnerschaften im Fokus
Für Märkte wie Europa, in denen vollelektrische Fahrzeuge wegen strenger CO2-Gesetze benötigt werden, setzt Mitsubishi laut Kato verstärkt auf Hersteller-Partnerschaften, etwa mit Renault oder Nissan. Eine dritte Kooperationsphase mit Renault sei geplant. Möglich ist dem Bericht zufolge eine Mitsubishi-Version des nächsten Clio, der noch dieses Jahr vorgestellt werden soll.
Im Frühjahr wurde der verzögerte Outlander Plug-in-Hybrid auf den europäischen Markt gebracht. Mit solchen elektrifizierten Modellen will sich Mitsubishi auch gegen aufstrebende chinesische Marken behaupten. „Einige von ihnen sind ziemlich stark“, räumte Krol ein. Man analysiere daher neben der Modellpolitik auch neue Verkaufsstrategien und wolle näher an die Kunden rücken. Dazu gehört unter anderem der Wechsel vom Vertrieb über Importeure hin zum Direktverkauf an Händler.
Zu einer möglichen europäischen Version des japanischen Kei-Car-Segments äußerte sich Krol positiv. „Das wäre ein gutes Instrument, um die Elektrifizierung in dieser Branche voranzutreiben“, sagte er. Mitsubishi ist ein starker Akteur in der Kei-Klasse in Japan, aber diese Fahrzeuge nach Europa zu bringen, „klingt einfacher als es ist“, so Krol.
Derzeit ist Mitsubishi in 20 europäischen Märkten aktiv, im Vergleich zu 32 im Jahr 2019. Eine Rückkehr nach Großbritannien und Belgien wird laut Automotive News geprüft. Dagegen gibt es nur begrenzte Pläne, in kleinere osteuropäische Länder zurückzukehren, in denen das Unternehmen hauptsächlich den Pick-up L200 verkauft hat. Der Bau eines neuen L200 für Europa würde eine Elektrifizierung voraussetzen, was nach den Worten von Krol wirtschaftlich nicht machbar ist. „Das Problem ist, dass sich ein Antrieb nur für Europa mengenmäßig nicht lohnt.“

Deine Mudder meint
Wie funktioniert sowas eigentlich Allianz-intern, man verkauft einen umgelabelten Renault als Mitsubishi, wer verdient daran den Bärenanteil und wie lohnt sich das für den stärkeren Partner überhaupt?
Mitsubishi hat eigentlich einen soliden Ruf, aber wenn es technisch zu 100% Renaults sind irgendwo witzlos.
Sebastian meint
Ein Blinder hilft einem Gehkranken über die Straßen, mitten in der Nacht… so verstehe ich den Artikel.
EVrules meint
Renault ist durchaus als erfolgreich zu bezeichnen, seit 2020 legen die Zahlen und vorallem die Profitabilität zu und diese ist sogar leicht besser als bei VW.
Yoyo meint
Wenn man beschließt, sich aus dem Markt in Europa zurückzuziehen, um dann ein Jahr später zu verkünden, dass man doch weitermacht….
Das fürdert unbedingt Vertrauen bei potentiellen Kunden.
Neee, das wird nix mehr….
Shino meint
Wie wäre es mal mit einem 7-Sitzer Van a la Grandis? Gerne als BEV.
Oh wait…
Gerry meint
„Kei-Car nach Europa zu bringen klingt einfacher als es ist“ ??😆
Die hatten doch mit dem Mitsubishi EV ein Kei-Car Elektroauto in Europa 🙄. Wurde auch als Citroen zero und Peugeot ion vertrieben.
Leider haben sie versäumt das Modell weiterzuentwickeln.
Tadeky meint
Mitsubishi eine tote Marke ohne Seele.
Couch Kartoffel meint
50 Prozent Absatzeinbruch nach Verkaufseinstellung des Space Stars. Der Kleinwagen war das Haupgeschäft in Europa.
Die Geländewagen sind drittklassig. Kommen selbst Plugin Hybride in 2025 noch mit Chademo Anschluss nach Europa.
Neue Modelle sind nur noch ein Abklatsch von Renault mit anderem Logo.
Dazu der Konflikt mit Renault und Nissan. Mitsubishi war schon vor mehr als 10 Jahren pleite und wurde von Nissan gerettet.
Nun ist Nissan pleite und ist bei Zulieferern in Europa mit der Bitte um Zahlungsaufschub herangetreten.
Renault bucht die Beteiligung an Nossan mit 9.5 Milliarden Verlust im ersten Halbjahr ein.
Gernot meint
Ja, Mitsubishi Motors ist ziemlich tot.
Der Pajero war eine Legende als Geländewagen. Aber die 4. Generation kam 2007 und dann wollte oder konnte Mitsubishi das Geld für eine weitere Generation nicht mehr in die Hand nehmen. Die 4. Generation von 2007 wurde dann bis 2021 verkauft. Dann musste Mitsubishi den Pajero einstellen. Das Modell war 14 Jahre alt und zu den regelmäßig aktualisierten Land Cruisern, Prado und Patrol nicht mehr hinreichend wettbewerbsfähig und die Absatzzahlen entsprechend eingebrochen.
Habe den Pajero oft und gern auf der arabischen Halbinsel durch die Wüste bewegt.
eBikerin meint
Ja der Pajero war richtig gut – hatte nur irgendwie für den spanischen Raum einen ungünstigen Namen. Der 3000GT war auch richtig gut.
Shino meint
Der Galant war auch stark.
Dieseldieter meint
„Nissan ist pleite“
Man merkt, dass du nie in der Industrie gearbeitet hast und die Gegebenheiten bzgl. Zahlungsziel nicht kennst.
Mach nach der 10. lieber eine handwerkliche Ausbildung, dürfte dir eher liegen.
Couch Kartoffel meint
Ach und deshalb bittet man europäische und britische Zuliegeter um Zahlungsaufschub?
Und Renault Preis im ersten Halbjahr 9,5 Milliarden Verlust für die Nissan Beteiligung ein? CEO geht daraufhin?