Die Zulassungszahlen batterieelektrischer Fahrzeuge steigen seit Monaten – doch von einem flächendeckenden Durchbruch der E-Mobilität ist Deutschland laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) noch weit entfernt. Das Kfz-Gewerbe kritisiert: Die Maßnahmen der neuen Bundesregierung blieben hinter den Erwartungen zurück und reichten nicht aus, um den Wandel auch in der Breite auf die Straße zu bringen.
„Die Elektromobilität ist kein Selbstläufer. Wenn das Kfz-Gewerbe auch in Zukunft ein starker Pfeiler des Automobilstandorts Deutschland bleiben soll, dann brauchen unsere Betriebe jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit – für ihre Werkstätten, ihre Händler und ihre Kunden“, so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
„Elektromobilität für Alle“
In einem aktuellen Positionspapier mit dem Titel „Elektromobilität für Alle: Impulse für alltagstaugliche E-Mobilität in Deutschland“ will der ZDK konkrete Signale für den politischen Diskurs setzen, um den Anstoß für einen breiter angelegten Markthochlauf von E-Fahrzeugen zu geben. Die Vorschläge wurden im Rahmen des 25. Automobildialogs in der ZDK-Hauptstadtrepräsentanz in Berlin unter anderem mit der Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Frau Claudia Elif Stutz, und Matthias Gastel, Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, diskutiert.
Mit dem Impulspapier macht sich der ZDK für praxistaugliche Lösungen stark – von Ladeinfrastruktur über Kosten und Recycling bis hin zu Qualifizierung. Ein zentraler Hebel: der Ausbau einer intelligenten Ladeinfrastruktur mit weniger Bürokratie, klaren Standards für Nutzerfreundlichkeit und rechtssicheren Förderprogrammen, vor allem im privaten Bereich.
Auch beim Thema Kosten sieht der ZDK erheblichen Handlungsbedarf. Elektromobilität muss finanziell attraktiv sein – beispielsweise durch gezielte Kaufanreize, niedrigere Stromsteuern und faire Netzentgelte. Transparente Preise und einheitliche Bezahlsysteme stärken das Vertrauen, verbindliche Standards zur Batteriebewertung sichern langfristig die Restwerte.
„Die Rahmenbedingungen müssen endlich stimmen“
„Wenn E-Mobilität im Alltag funktionieren soll, brauchen wir mehr Transparenz für Kunden, mehr Verlässlichkeit und klare finanzielle Anreize – nur so kommt die Antriebswende auch wirklich bei den Menschen an“, sagt Peckruhn. „Das Kfz-Gewerbe ist bereit, seinen Beitrag zu leisten – aber die Rahmenbedingungen müssen endlich stimmen.“
Damit Elektromobilität nachhaltig funktioniert, brauche es klare Regeln für Reparatur und Recycling. Der ZDK fordert standardisierte, frei zugängliche Informationen über Batteriezustände – etwa über einen digitalen Batteriepass – und eine stärkere Einbindung regionaler Werkstätten in Reparatur und Rücknahmeprozesse.
Bei Ausbildung und Qualifizierung sieht der Verband „dringenden Handlungsbedarf“. Nur mit modernen Bildungszentren, aktueller Technik und praxisnah geschultem Lehrpersonal lasse sich die nächste Generation von Fachkräften auf die Herausforderungen der Elektromobilität vorbereiten.

E.Korsar meint
Ein objektiver Umgang mit der Verordnung (EU) 2019/631 und Verordnung (EU) 2023/851 durch die Regierung wäre ja mal ein Anfang. Es ist kein „Verbrennerverbot“.
Fun Fact: das Wort „Verbot“ kommt in den Verordnungen nicht vor.