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Bund fördert ab sofort Elektroauto-Ladestationen an Mehrfamilienhäusern

15.04.2026 in Aufladen & Tanken, Politik von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

Mercedes-A250e-laedt

Bild: Mercedes (Symbolbild)

Die Bundesregierung startet ein kürzlich angekündigtes Förderprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro, um den Zugang zu Lademöglichkeiten für Elektroautos verbessern. Anträge können ab jetzt gestellt werden. „Wir bringen die Elektromobilität entscheidend nach vorne und steigern ihre Nutzerfreundlichkeit“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

Laut dem Ministerium gehören zu den rund 20 Millionen Wohnungen in Mehrparteienhäusern in Deutschland etwa 9 Millionen Stellplätze. Ein Großteil davon sei nicht mit der notwendigen Ladeinfrastruktur ausgestattet.

Gefördert werden die Anschaffung und Installation privater Ladeinfrastruktur, dazu zählen Wallboxen, Netzanschlüsse sowie andere notwendige technische oder bauliche Maßnahmen. Voraussetzung für die staatliche Unterstützung ist, dass mindestens 20 Prozent der Stellplätze eines Mehrparteienhauses vorverkabelt beziehungsweise sechs Plätze elektrifiziert werden.

Der Förderbetrag pro Stellplatz beträgt maximal 1300 Euro ohne installierte Wallbox und bis zu 2000 Euro mit einem Ladepunkt, der sogenanntes bidirektionales Laden unterstützt. Antragsberechtigt sind Wohnungseigentümergemeinschaften, kleine und mittlere Unternehmen, Privateigentümer sowie Wohnungsbaugesellschaften. Eine Antragstellung für die Förderung ist bis zum 10. November 2026 möglich.

Die Vergabe der Fördermittel für Unternehmen mit einem großen Wohnungsbestand erfolgt auf Grundlage eines wettbewerblichen Verfahrens. Hier ist eine Antragstellung bis zum 15. Oktober 2026 möglich. Eine Bewilligung erfolgt nach Abschluss des wettbewerblichen Verfahrens.

„Der Umstieg auf das E-Auto scheitert oft nicht am Willen, sondern an der Lademöglichkeit Zuhause. Gerade in Deutschland lebt ein Großteil der Menschen in Mehrparteienhäusern – doch die zugehörigen Stellplätze sind bislang nur unzureichend mit Ladeinfrastruktur ausgestattet“, so Verkehrsminister Schnieder. „Das ändern wir jetzt mit unserer Förderung in Höhe von 500 Millionen Euro. Wir machen Investitionen in private Lademöglichkeiten deutlich attraktiver und bringen die Infrastruktur dorthin, wo sie gebraucht wird. Denn Elektromobilität gelingt nur, wenn sie alltagstauglich ist.“

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Via: Bundesverkehrsministerium & Zeit.de
Tags: Förderung, Ladestationen, Wall BoxAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    15.04.2026 um 12:03

    …und wer wirklich nachhaltig unterwegs ist und in einer dichten Innenstadt auf Basis moderner Stellplatzsatzungen gebaut hat und. z.B. für 20 Wohnungen nur 5 Parkplätze hat, geht leer aus.
    Und wer halt nicht so reich ist, sich gleich einen ganzen Wohnkomplex zu kaufen, sondern „nur“ eine einzige Eigentumswohnung, wird wahrscheinlich auch leer ausgehen, weil man alle Miteigentümer mit am Tisch sitzen hat bei der Debatte: Man stelle sich mal ein wirklich großes Projekt in der Innenstadt vor: z.B. mit 200 Parkplätzen: Förderungen gibt es nur, wenn Anschlüsse für MINDESTENS 40 Ladepunkte gelegt werden. Das muss man in einer Eigentümergemeinschaft erstmal hinbekommen…und der Energieversorger muss erstmal das „Go“ für 40 Ladepunkte auf einen Schlag geben.
    Anderes Beispiel: ich wohne in einer Mietwohnung. Insgesamt hat die „Wohnanlage“ 9 Parkplätze. 5 auf der einen Seite des Grundstücks, 4 auf der anderen. 6 Parkplätze auszustatten, kostet also wahrscheinlich das doppelte gegenüber nur 5 Parkplätzen…tja, Pech gehabt.
    Ich meine: ich brauche da auch gar keine Ladesäule, aber ich will darauf hinaus, dass das schon wieder ein Förderprogramm aus der Kategorie „Wir tun so, als würden wir Elektromobilität fördern, bauen aber hintenrum eigentlich nur Bürokratie auf, um den Wandel zu bremsen“ ist und letztlich sowieso wieder nur die von der CDU bevorzugten Großvermieter und nicht „Erna Schmidt“ mit ihrer einen Eigentumswohnung im großen Mehrfamilienhaus hilft.
    Also: Ich verstehe den Ansatz, z.B. mindestens 20% Verkabelung zu fordern, damit man nicht 15 mal für dieselbe Tiefgarage den Hausanschluss erneuern muss und mindestens 6 Anschlüsse, damit es wirklich bei Mehrfamilienhäusern ankommt und nicht bei Doppelhäusern, die eigentlich wie Einfamilienhäuser zu behandeln sind. Ich verstehe auch den Ansatz, das Gesetz nicht überproportional aufzublähen und jeden noch so seltenen Fall abbilden zu wollen. Es ist aber doch immer wieder erstaunlich, dass die, die hinten runter fallen, meist nicht die Milliardenkonzerne, Millionäre und Investmentgesellschaften sind, sondern der klassische „Mittelstand“, dessen schrittweises „Verschwinden“ gleichzeitig immer wieder lautstark beklagt wird. Wer wirklich an einem diskriminierungsfreien Ausbau interessiert wäre, hätte also Lösungen für die von mir angesprochenen Themen eingebaut: Z.B. wenn die laut Energieversorger maximal anschließbare Wallbox-Anzahl gebaut wird, Verzicht auf die 20%/6-Parkplatz-Regel oder z.B. auch eine Förderung bei Gebäuden mit mindestens 6 Parkplätzen, wenn weniger als 6 Parkplätze ausgestattet werden und dies (wie beim meinem Vermieter) darin begründet liegt, dass das Wohngebäude zwischen den Bereichen liegt und komplett getrennte, zusätzliche Anschlussleitungen für einen sechsten Parkplatz erforderlich wären. Dafür kann man dann da ja z.B. die 20% Regel (bezogen auf die Gesamt-Stellplatzanzahl der Wohnanlage, nicht auf den einzelnen Parkplatzbereich) aufrecht erhalten.

    Antworten
    • Deity meint

      15.04.2026 um 12:58

      Die Hürden für die Förderung sind schon echt niedrig. Ich denke damit werden schonmal 80% der Bedarfsträger abgedeckt.

      Und auch geteilte Ladesäulen für die Hausgemeinschaft kannst du dir fördern lassen, müssen halt nur mindestens 6 Stück sein.

      Antworten
      • MK meint

        15.04.2026 um 15:41

        @Deity:
        Und was ist z.B. mit allen Mehrfamilienhäusern, die eben gar keine 6 Parkplätze haben? Und was ist mit allen großen Mehrfamilienhäusern mit Tiefgaragen, die problemlos 6 Parkplätze mit Wallbox hinbekommen, aber nie im Leben den Netzanschluss für 20% der Parkplätze genehmigt bekommen (und es ja vielleicht auch eigentlich gar nicht brauchen)?

        Und selbst wenn es für 80% passt sehe ich doch das Problem genau darin, wer die 20% sind, die wieder rausfallen…

        Antworten
        • Deity meint

          15.04.2026 um 16:49

          Der Netzanschluss ist doch hierbei kein Problem. Bei den Tiefgaragen wirst du doch eh ein Lastmanagement dabei haben, was die verfügbare bzw. erforderliche Last verwendet und verteilt. Das hat ja erstmal nichts mit der Förderung zu tun.

        • MK meint

          16.04.2026 um 09:04

          @Deity:
          Und wie hoch ist wohl die Bereitschaft zu investieren, wenn man nicht sicher sein kann, dass das Auto am nächsten Tag auch voll ist? Wenn ich zu meiner Zweitwohnung fahre, steht das Auto da nachts 8 Stunden und muss in dieser Zeit rund 60 kWh laden. Wäre ich Wohnungseigentümer, wäre ich also mit „wir verteilen mal, was verfügbar ist“, raus und würde mich nicht beteiligen…abgesehen davon kostet so ein Lastmanagement halt auch Geld und wird nicht zusätzlich gefördert…

  2. Thomas Claus meint

    15.04.2026 um 11:14

    Wenn also jemand 6 Parkplätze bestückt bekommt man 7.800€ und das noch ohne Wallbox gerechnet? Das scheint mir schon recht üppig. Da werden die Preise der Handwerker ordentlich steigen.

    Antworten
    • eBikerin meint

      15.04.2026 um 12:37

      Ne ist es nicht. Einfaches Beispiel – unter der Wohnanlage meiner vermieten Wohnung ist ne Tiefgarage. Die wurde Ender der 90er gebaut. Die komplette Elektrik der TG ist auf die zwei Tore, das Licht und ich glaube es gibt genau zwei Steckdosen ausgelegt.
      Wenn du da 6 Parkplätze mit Lademöglichkeiten ausstatten willst, muss die ganze Elektrik neu gemacht werden. Außerdem muss eine neue , stärkere Hauszuführung her, weil logischerweise die bestehende auf die Anforderungen Ende 1990 ausgelegt sind.
      Das geht schnell ins Geld. Bitte nicht verwechseln mit ner Wallbox in ner privaten Einzelgarage – das geht idR einfach so.

      Antworten
      • Deity meint

        15.04.2026 um 16:53

        Doch es ist üppig. Bei einer Vorrüstung für Elektromobilität schließt du dich ja nicht einfach an eine vorhandene Elektrik an. Du gehst grundsätzlich mit einer vollkommen neuen Installation auf einen neuen Zählerplatz. Und dafür bis du grob pauschal gerechnet ohne Wallbox für unter 2000 Euro pro Stellplatz mit dabei. Was da an Bestandselektrik vorhanden ist, wie alt die Steckdosen und Tore sind, das ist dabei grundsätzlich erstmal egal. Es ist höchstens relevant wo der Netzanschluss liegt.

        Antworten
  3. M. meint

    15.04.2026 um 10:59

    Ein wichtiger erster Schritt.
    Weitere müssen folgen, vor allem auch dort, wo Menschen nicht mal einen festen Stellplatz bekommen können.

    Antworten
    • eBikerin meint

      15.04.2026 um 12:37

      Die gibt es doch schon – hier im Umkreis gibts jede Menge an den Supermärkten.

      Antworten
      • M. meint

        15.04.2026 um 15:11

        Bei dir in der Nähe.
        Ja, ich denke auch, das wird jedem einzelnen Bundesbürger helfen.
        🙄

        Antworten
  4. Deity meint

    15.04.2026 um 10:43

    Ich bin mal gespannt wie schnell der Topf leer ist.

    Günstiger wird man nicht mehr an eine eigene Lademöglichkeit im Mehrfamilienhaus kommen und die Anforderungen für den Förderantrag sind extrem niedrig, dass eigentlich heute direkt jeder den Antrag stellen kann.

    Antworten
    • eBikerin meint

      15.04.2026 um 12:38

      Denke der Topf ist schnell aufgebraucht – denn genau wie du sagst – günstiger wird das nicht mehr.

      Antworten

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