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Audi-CEO: E-Antrieb wird sich durchsetzen, „aber das Tempo ist unvorhersehbarer denn je“

05.09.2025 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 25 Kommentare

Audi-Concept-C-Gernot-Doellner-CEO

Bild: Audi

Gernot Döllner ist seit September 2023 der Chef von Audi. Sein Vorgänger Markus Duesmann wollte in wenigen Jahren aus der Verbrennertechnologie aussteigen. Unter Döllner setzt die Marke nun wieder verstärkt auf Benzin- und Dieselmotoren.

„Wir setzen auf flexible Lösungen. Wir haben die Laufzeiten unserer Verbrennungsmotoren verlängert“, erklärte der Manager im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). „Parallel zu unseren neuen E-Modellen haben wir gerade eine komplett neue Generation unserer wichtigsten Vier- und Sechszylindermotoren frisch in den Markt eingeführt. Diese Fahrzeuge erhalten zu gegebener Zeit nochmals eine Modellpflege.“ ­Somit sei man jetzt erst einmal stabil für die nächsten sieben bis acht Jahre aufgestellt.

Audi werde noch länger als früher gedacht Verbrennungsmotoren anbieten. Die Entwicklung hin zur E-Mobilität habe sich gerade in den vergangenen 18 Monaten verschoben, auch unterschiedlich stark in den Märkten weltweit. „Am langen Ende wird sich der Elektroantrieb als automobile Technik durchsetzen. Aber das Tempo ist unvorhersehbarer denn je“, so der Manager.

„Wir brauchen vor allem eines: Planungssicherheit“

Darauf angesprochen, ob seiner Meinung nach ab 2035 geplante „Verbrennerverbot“ in der EU oder die Strafzahlungen wegmüssten, erklärte der Audi-Boss: „Strafzahlungen würden der Industrie bei den nötigen Investitionen in die E-Mobilität fehlen. Wir brauchen vor allem eines: Planungssicherheit.“

In Deutschland gebe es unter anderem einen zu hohen Strompreis, sagte Döllner. Und bei der Deregulierung habe die Politik auch noch einiges zu tun. „Aber einen Teil der Hausaufgaben haben wir als Industrie zunächst selbst zu erledigen, um uns zukunftsfähig aufzustellen. Unsere Arbeitnehmer wiederum stehen im Bildungsbereich in einem internationalen Wettbewerb.“

In Deutschland liege im Bildungsbereich auf dem Thema Software noch kein so starker Fokus. Hier brauche es eine Bildungsoffensive, auf jeden Fall aber mehr Interesse am Ingenieurberuf. Und Maschinenbau gehe heute ohne Software nicht mehr. „Wir müssen es als Gesellschaft hinkriegen, dass diese Berufe als attraktiv angesehen werden.“

Audi hat kürzlich den Concept C (Artikelbild) enthüllt, der Elektro-Sportwagen gibt einen Ausblick auf einen Seriensportwagen und die künftige Designphilosophie der Ingolstädter. Der Entwurf ist das erste maßgeblich von Döllner beeinflusste Fahrzeug von Audi.

Der „Concept C ist der erste sichtbare Beleg für die Veränderung von Audi als Unternehmen“, sagte der CEO zur Vorstellung des E-Autos dem Handelsblatt. Als er vor zwei Jahren bei Audi anfing, habe sich die Autoindustrie in einer kritischen Situation befunden. „Wir mussten Audi deswegen für diese neue Zeit transformieren.“

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Unternehmen: Audi
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Celsi meint

    06.09.2025 um 10:20

    Wenn man den E-Antrieb so „verpackt“ wie auf dem Bild, wurd das sein „Durchsetzen“ jedenfalls verlangsamen.

    Ich frage mich wirklich (und zwar in meiner Eigenschaft als Audifahrer), ob es Audi noch gibt, wenn der E-Antrieb sich „durchgesetzt“ hat in 20-25 Jahren.
    Denn dass er es tun wird, bezweifele auch ich nicht. Wenn er unbeschränkt praxistauglich ist.

  2. Paul L meint

    05.09.2025 um 21:19

    Herr Döllner ist der R. AUDI.

    Wenn wirklich alle Audis ab 2028 so von außen und innen kommen, dann mache ich mir um Audi weniger Sorgen, als zuletzt.
    Dann hat der RAUDI alles richtig gemacht.

    Deutscher Strompreis wie deutsche Steuern. Das kommt davon, wenn der öffentliche Dienst immer größer wird.

    Wer hier sagt, dass Audi bürokratisch ist, der hat noch nie mit den Landesbetrieben zusammengearbeitet.

  3. Gerry meint

    05.09.2025 um 11:50

    Der Döllner-Dulli wieder 😂.
    Schade früher galt bei Audi wirklich mal Vorsprung durch Technik. Lang ist es her.

    • Future meint

      05.09.2025 um 14:11

      Von dem Spruch haben sie sich schon lange verabschiedet.
      In China haben sie sogar die Ringe weggelassen.

    • Celsi meint

      06.09.2025 um 10:21

      Heute ist es „Rückschritt durch Polarisierung“.

  4. simon meint

    05.09.2025 um 10:54

    „… bei der Deregulierung habe die Politik auch noch einiges zu tun.“ Als jemand der in der Automobilindustrie arbeitet kann ich da nur laut lachen. Die schlimmste Bürokratie die ich je gesehen habe ist die im Konzern. Aber das wird nie erwähnt. Immer liegt es an Strompreise, Bürokratie, Bildung usw, aber nie an den Firmen und Manager selber. Wer winkt die billigen Innenräume durch für 100.000€?

    • Jeff Healey meint

      06.09.2025 um 01:21

      Danke für diesen Beitrag.
      Er bestätigt ein Stück weit meine Vermutungen in der Richtung, dass viele der aktuellen Probleme in der Autoindustrie hausgemacht sind.
      Die Entscheider und Lenker einiger großer Unternehmen versagen seit Jahren und Jahrzehnten. Strategisches Vorausdenken?
      Totalausfall.
      Null. Nix. Nada.

  5. Effendie meint

    05.09.2025 um 09:37

    Ich sehe die Preise bei den Ladesäulen sehr kritisch in Bezug auf Ad-hoc Preise. Die Masse will sich nicht mit den ganzen Tarifen rumschlagen Punkt. Alles andere ist was für Nerds.

    • Ben meint

      05.09.2025 um 09:50

      Typisch blinder Schäfchenjünger der Michale Schmitt Sekte, in Deutschland und Europa gibt es exakt 3 Tarife, Tesla, EnBW und Ionity, bei allen dreien ist es für eine breite masse von Fahrzeugen möglich einfach anzustecken und zu laden, der ad-hoc Quatsch ist was für Nerds, der normale E-Autofahrer machts wie bei Amazon, erstellt sich 1x nen Account und fährt für 0,39€/kWh durch Europa, gestern meinen ID.4 GTX übernommen, plug&charge aktiviert und hat sofort funktioniert 0,39€/kWh die 12€/mtl. hab ich am 14 September nach der Heimfahrt wieder drin und der Halbe monat ist noch übrig, Abo wird ers wieder zu Weihnachten gebraucht.
      Warum sollte ich mich mit AD-Hoc und Kreditkarte rumschlagen wenn man real nix dabvon braucht…sieht man auch an Michis Pedition die NUR die blinden Schafe der Sekte…ähh ich meine seien Abos gezeichnet haben.

      • Leon meint

        05.09.2025 um 10:31

        Das stimmt für Menschen, die regelmäßig Langstrecke fahren und ansonsten zuhause laden. Wer aber zuhause keine Lademöglichkeit hat muss hoffen, muss auf die lokalen Stadtwerke oder DC-Anbieter hoffen. In den Städten sind das eben selten Tesla, EnBW oder Inonity. Und wenn die lokalen Stadtwerke 60ct fordern und beim Supermarkt oder Baumarkt Allego oder Pfalzwerke stehen, hat man nicht so ein Glück wie du.

      • simon meint

        05.09.2025 um 10:49

        Als Teslafahrer in Österreich hätten wir am Hotel an einer Schnellladesäule laden können, die Säule war paar Meter vom Hotel weg. Keine Preise angezeigt, mit QR Code und lahmer Webseite war der Atoc Preis bei über 60 Cent/kWh.
        Nächstes Bsp:
        Atoc Laden an einer AC Säule am Badesee. Der Preis war fair. Mit Kreditkarte ging nicht. Man musste über eine Webseite gehen, die 15 Min geladen hat und einem auf eine App verwiesen hat wo man die Visa hinterlegen konnte.

        Das ist doch totaler Müll, das kann man keinen zumuten. Da kann ich verstehen wenn einer einen Diesel kauft.

        Atoc fördert auch kleine Anbieter die nur paar Standorte haben.

      • Effendie meint

        05.09.2025 um 10:54

        @Ben
        Wollen Sie mich beleidigen ? Ich gehöre nirgend einer Sekte an. Danke. Ich gebe nur wieder was im Privatenumfeld ist und meine persöhnlichen Meinung ist.

    • simon meint

      05.09.2025 um 10:45

      Die Autoindustrie rennt doch gefühlt wegen jeder Kleinigkeit zum Gesetzgeber, aber bei dem Thema hört man viel zu wenig. Die aktuellen Tarife bevorzugen große Anbieter, eine lokale Firma mit ein, zwei Standorten wird benachteiligt. Wir müssen auch schauen das mehr lokalere Firmen an gute Autobahnstandorte rankommen. Mehr Konkurrenz senkt auch den Preis.

    • E.Korsar meint

      05.09.2025 um 11:40

      Mit der Ad-Hoc-Map-App von Move Electric geht es schon recht passabel. Die breite Masse hat Smartphones.

  6. Futureman meint

    05.09.2025 um 09:29

    Immer dieser Hinweis auf zu hohe Strompreise. Die alte Regierung hat dank vieler Änderungen alles dafür getan, günstig zu laden. Durch die Forderung, jeder Stromanbieter einen flexiblen Tarif anbieten muss, lässt sich das Auto schon günstiger laden. Dazu kommen die variablen Netzentgelte seit April diesen Jahres. Damit lässt sich bei schlauen Laden nochmal einiges sparen. Dann mit der Vorgabe, dass neue PV-Anlagen zur Mittagszeit weniger einspeisen dürfen und damit der Strom für das quasi kostenlose Laden zur Verfügung steht. (So ähnliches fordert übrigens gerade Frau Reiche ohne zu Wissen, dass es die Vorgängerregierung schon umgesetzt hat)
    Fehlte eigentlich nur die Senkung der Stromsteuer. Dann wäre Strom zu einigen Zeiten fast gratis. Aber irgendwie setzt das die Verhinderungspolitik gerade nicht durch.

    • Ben meint

      05.09.2025 um 09:53

      Sind doch immer die gleichen Floskeln, Energie zu teuer obwohl Deutschland wie 90% der EU Länder im Mittelfeld liegt, selbst der Haushaltsstrom ist in Deutschland billiger geworden aber die Vollrentnernation Deutschland weigert sich vom guten alten Grundversorger zu wechseln und somit haben wir statistisch die 3 höchsten privat Strompreise der EU, ich habe nen dynamischen Tarif und bezahle 0,27€/kWh.

    • Haubentaucher meint

      05.09.2025 um 10:06

      Man dreht es wie man es braucht, also absolute Flexibilität. In Bayern wird heute die Wasserstoffförderung kritisiert (Tankstellen) obwohl dort niemand tankt.
      Da kam dann der Einwand das liege daran, dass die Strompreise aufgrund der Erneuerbaren eben zu günstig seien. 🤣😁

      • M. meint

        05.09.2025 um 11:36

        Aber doch nicht in Bayern?
        Den Windstrompanikern dort muss man doch jede zweite kWh aus dem Norden zuführen.
        Die paar überschüssigen PV-Elektronen speichern die mal besser für die Nacht in Batterien…

        • eBikerin meint

          05.09.2025 um 12:30

          Erkundige dich mal besser wie viel EE in Bayern verbaut ist, wie hoch die Nutzung/ Produktion ist, und wie viel Bayern aus dem Norden importieren muss. Ach aus dem Norden ja gar nix – weil Bayern das bisschen zusätzlichen Strom aus der Schweiz, Österreich und Tschechien bezieht.

        • E.Korsar meint

          05.09.2025 um 13:06

          Korrigiere:
          Den Windstrompanikern dort müsste man doch jede dritte kWh aus dem Norden zuführen, aber es geht nicht, weil die Termine in den Trassenplanungen ja auf Druck von Bayern um sieben Jahre in die Zukunft verlegt wurden.

          Das kommt halt, wenn einem das Design von Überlandleitungen nicht gefällt. Dann muss es unter die Erde.

    • Leon meint

      05.09.2025 um 10:34

      Es bringt dem Laternenlader aber nichts, wenn der Hausbesitzer nebenan fast umsonst über seinen flexiblen Stromtarif lädt. 50% (!) der Deutschen sind Mieter und auch nicht jede Eigentumswohnung hat die Möglichkeit, am eigenen Stellplatz zu laden.

      • M. meint

        05.09.2025 um 11:25

        Aber manche Mieter haben es. So einfach ist es dann doch nicht.

        • eBikerin meint

          05.09.2025 um 11:40

          Und manche Eigentümer dafür nicht. Ist also noch weniger einfach.

        • E.Korsar meint

          05.09.2025 um 13:14

          @eBikerin
          Aber die Eigentümer:innen sind selbst schuld. Viel weniger Sündenböcke (m/w/d) zu finden. ;-)

      • Future meint

        05.09.2025 um 14:18

        Es gibt auch sehr viele Haus- und Wohnungsbesitzer, die Laternenparker sind. Die haben noch nicht mal einen Fahrradstellplatz. Das ist in den Altbaustadteilen vieler Großstädte ganz normal.

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