In Kürze wird die Vorlage des EU-Kommissionsvorschlags zur Überarbeitung der CO2-Flottenziele für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erwartet. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Kerstin Andreae fordert von Brüssel „eine faire Paketlösung“.
Die Anpassungen der Regulierung dürften nicht zulasten derjenigen Unternehmen gehen, die hier in Europa im Vertrauen auf die bestehenden europäischen Rahmenbedingungen massiv in die Elektromobilität investiert haben, sagt sie. Europäische Fahrzeughersteller sollten angesichts des Wettbewerbs auf außereuropäischen Märkten entlastet werden, ohne dass Investitionen in Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und neue Geschäftsmodelle gefährdet werden.
Andreae unterstreicht, dass die bestehenden Flottengrenzwerte ein zentraler Orientierungsrahmen für langfristige Investitionen in Fahrzeugtechnologien und Elektrotechnik darstellten. Ihre Finanzierung hänge stark von der Glaubwürdigkeit und Erwartungssicherheit politischer Zielsetzungen ab. Vor diesem Hintergrund sei eine kohärente europäische Paketlösung zwingend erforderlich. Der Ansatz des „Greening of Corporate Fleets“ könne hierbei ein wichtiger Baustein sein, indem Mitgliedstaaten steuerliche Anreize für den verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen schaffen.
Neben Europa sieht Andreae die Bundesregierung in der Pflicht, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Niedrigere Emissionen müssten steuerlich abgebildet werden, entsprechend sei eine bessere steuerliche Flankierung von E-Fahrzeugen vorzunehmen. Zwar seien die kürzlich verabschiedeten Maßnahmen ein Schritt in die richtige Richtung, doch reiche der aktuelle Absatz von E-Fahrzeugen nicht aus, um den wirtschaftlichen Betrieb der bestehenden und geplanten Ladesäulen zu sichern.
Die Ladebranche habe bereits geliefert, stellt Andreae klar: Mit fast 200.000 Ladepunkten in Deutschland werde das europäische Ziel um das 2,5-fache übertroffen. Die tatsächliche Nutzung liege jedoch deutschlandweit nur bei rund 15 Prozent. Für den erfolgreichen Hochlauf der Elektromobilität sei daher eine abgestimmte, einheitliche Elektromobilitätsstrategie notwendig.

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