Lotus wollte eigentlich nur noch Elektroautos anbieten, führt jetzt aber wegen der enttäuschenden Nachfrage zusätzlich Plug-in-Hybridtechnik ein. Den Anfang macht das 2022 als Vollstromer gestartete große SUV Eletre. Zur Technik für Teilzeitstromer der britischen, heute zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Sportwagenmarke gibt es nun konkrete Informationen.
Die Spezifikationen für die neue Plug-in-Hybrid-Variante (PHEV) des Eletre wurden in einer Meldung der chinesischen Regierung bekannt gegeben. Das Elektro-SUV tauscht demnach seine 108-kWh-Batterie gegen ein kleineres 70-kWh-Akkupaket aus dem Luxus-SUV 9X der Geely-Schwestermarke Zeekr aus. Dadurch ergibt sich eine rein elektrische Reichweite von bis zu etwa 350 Kilometern mit einer Ladung nach der eher unrealistischen China-Norm CLTC.
Im Zeekr 9X kann die 70-kWh-Batterie in etwas mehr als acht Minuten von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Wenn der Eletre PHEV dies erreicht, wäre er mit einer Spitzenladeleistung von laut Autocar weit über 400 kW der am schnellsten ladbare Plug-in-Hybrid Großbritanniens – und wohl auch Europas. Diese Angabe muss aber noch bestätigt werden.
Der Eletre PHEV verfügt außerdem über den gleichen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit Turbolader, der auch im 9X zum Einsatz kommt. Dieser kann entweder zum Antrieb der Räder oder zum kontinuierlichen Aufladen der Batterie während der Fahrt verwendet werden. Details zu den E-Maschinen des ersten teilelektrischen Lotus gibt es noch nicht. Die Briten hatten zuvor angegeben, dass ihre Version des Antriebsstrangs namens „Hyper Hybrid“ 680 kW/923 PS leisten werde.
Der Eletre PHEV wiegt je nach gewählter Ausstattung und optionalen Extras zwischen 2575 und 2625 Kilogramm und entspricht damit in etwa der bestehenden rein elektrischen Version. Optisch unterscheidet er sich Autocar zufolge kaum vom Vollstromer, abgesehen von einem offeneren Kühlergrill und dem speziellen „For Me“-Emblem auf der Heckklappe. Letzteres werde in Großbritannien und Europa wahrscheinlich durch ein konventionelleres „Hybrid“-Emblem ersetzt.
Der Verkaufsstart des Eltre mit Plug-in-Hybridantrieb wird im nächsten Jahr erwartet. Daneben werden weiter die bisherigen Varianten des vollelektrischen Eletre sowie die 2024 eingeführte Limousine Emeya und der ebenfalls seit letztem Jahr ausgelieferte Supersportwagen Evija mit reinem Elektroantrieb verkauft. Einziger klassischer Benziner im Portfolio bleibt der 2022 eingeführte Sportwagen Emira, auch für ihn ist aber wohl Plug-in-Hybrid-Technik vorgesehen. Weitere neue E-Modelle von Lotus werden erwartet.

E.Korsar meint
@ecomento.de
„Großbrit gfanniens“
Das „T“ auf der Tastatur wurde ganz knapp verfehlt.