Lotus baut seine Angebotspalette deutlich aus. Nach dem 2022 gestarteten Verbrenner-Sportwagen Emira wollte man eigentlich nur noch Elektroautos einführen, auch im Limousinen- und SUV-Format. Doch wegen der gedämpften Nachfrage führen die inzwischen zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Briten zusätzlich die teilelektrische Technologie „X Hybrid“ ein.
In Europa wird ab diesem Jahr zuerst das als reiner Stromer gestartete große SUV Eletre mit dem neuen Antrieb verkauft. Das X‑Hybrid‑System debütierte weltweit im chinesischen SUV Lotus For Me, das als technologischer Referenzträger für die neue Plattform dient. Die bisher genannten technischen Daten beziehen sich ausschließlich auf dieses Modell. Die finalen europäischen Spezifikationen des teilelektrischen Eletre X sollen kurz vor dem Marktstart im Juni bekannt gegeben werden.
„Der Name Eletre X steht für das Zusammenführen elektrischer Leistungsfähigkeit, hybrider Vielseitigkeit und der puren Ingenieurskunst von Lotus“, so das Unternehmen. „Der Buchstabe X markiert einen technologischen Durchbruch und das nächste Kapitel der Marke. Eine neue Elektrifizierungs-Philosophie: aus Strom geboren, durch Hybrid verstärkt.“
Die X‑Hybrid‑Plattform wurde den Angaben zufolge entwickelt, um die Agilität und den Komfort eines Elektroautos mit der Langstreckentauglichkeit eines Hybridantriebs zu vereinen. Das System wechselt demnach nahtlos zwischen rein elektrischem Fahren, seriellem Hybridbetrieb sowie Parallel-Hybridmodus und soll so für optimale Leistung, Effizienz und alltagstaugliche Reichweite sorgen.
„Effiziente Performance ohne Reichweitenangst“
„Mit dem For Me beweisen wir, dass fortschrittliche Technologie den Fahrern dienen muss – nicht sie ersetzen. Sie soll in jeder Situation konstante Leistung, volle Kontrolle und echte Sicherheit liefern, damit Kunden die Emotion des Fahrens genießen können und gleichzeitig das beruhigende Gefühl haben, das Wichtigste zu schützen“, sagt Qingfeng Feng, CEO von Lotus Tech.
„Genau deshalb kombiniert unsere elektrisch fokussierte Hybridplattform Supersportwagen-Werte – bis zu 952 PS und 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden – mit einer 900‑Volt‑Architektur, rund neun Minuten Dauer für Schnellladen von 20 auf 80 Prozent und einem 150‑kW‑Generator. Das Ergebnis: etwa 400 km (CLTC) rein elektrische Freiheit und über 1200 km (CLTC) kombinierte Reichweite. So entsteht effiziente Performance ohne Reichweitenangst – auf jeder Fahrt, jeden Tag“. CLTC steht für den eher unrealistischen China Light-Duty Vehicle Test Cycle. Gemäß dem europäischen Fahrzyklus WLTP dürfte die Reichweite deutlich geringer ausfallen.
Herzstück des X-Hybrid-Systems ist ein 150-kW-Generator, der unter geeigneten Bedingungen bis zu 25 kWh pro Stunde erzeugt. Er lädt die Batterie während der Fahrt auf, hält die Ladung bei konstanter Geschwindigkeit aufrecht und deckt plötzliche Leistungsspitzen ab.
Als weitere „Technologie-Highlights“ nennt Lotus:
- Multimodus-Antriebssystem mit Electric-First-Auslegung und sechs Betriebsmodi, die sich an Geschwindigkeit, Ladezustand (SOC) und Fahreranforderungen anpassen (rein elektrischer Allradantrieb; paralleler Allradantrieb; Laden im Leerlauf; Serielles Entladen; Serielle Leistungserzeugung; Parallele Leistungserzeugung).
- Das System wechsele intelligent zwischen reinem E-Modus, seriellem Hybridmodus (Range Extender) und parallelem Hybridmodus, um in jeder Fahrsituation bestmögliche Effizienz, unmittelbares Ansprechverhalten und maximale Alltagstauglichkeit zu gewährleisten.
- 900-Volt-Architektur „für extreme Lade- und Entladeleistung“ sowie „beste“ Performance bei hohen Geschwindigkeiten.
- Fortschrittliches Thermomanagement, das für stabile Leistung unter extremen Temperaturbedingungen ausgelegt sei.
In 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Die Referenzplattform verfügt über vordere und hintere Permanentmagnet-Synchronmotoren (PMSM) mit einer kombinierten Systemleistung von bis zu 700 kW (952 PS) und einem maximalen Drehmoment von 935 Nm. So soll die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden gelingen. Auch bei einem Batterieladezustand von rund 20 Prozent soll das System noch etwa 550 kW/748 PS bereitstellen.
Die Plattform unterstützt besonders schnelles Gleichstrom-Laden (DC) von 20 auf 80 Prozent in bis zu rund neun Minuten. Das wird ermöglicht durch die 900-Volt-6C-Architektur und ergänzt durch vier Rekuperationsstufen, die im Alltag Energie zurückgewinnen. Im Zusammenspiel ermöglichen Batterie und Kraftstoff laut den Entwicklern eine kombinierte Reichweite von deutlich über 1200 Kilometern (nach CLTC). Die rein elektrische Reichweite soll bis zu rund 350 Kilometer betragen. Der Hybridantrieb nutzt dazu eine 70‑kWh‑Batterie und einen 52‑Liter‑Kraftstofftank.
Erste Auslieferungen des Eletre X an Kunden sollen im vierten Quartal dieses Jahres stattfinden. Zu den Preisen äußert sich Lotus wie zu den finalen technischen Daten noch nicht. Der rein elektrische Eletre kostet hierzulande mit 450 kW (612 PS) und 600 Kilometer pro Ladung ab 95.990 Euro. Das Topmodell mit 675 kW (918 PS) für den Sprint von 0 auf Tempo 100 in 2,95 Sekunden und 500 Kilometer Reichweite ist ab 160.990 Euro zu haben.







Justin Case meint
Colin Chapman rotiert im Grab.
SB meint
Geely ist klar, dass sie mit Markennamen wie Yangwang oder Chongqing Changan außerhalb Chinas keine sechsstelligen Preise aufrufen können. Mit wohlklingenden Markennamen soll die chinesische Herkunft verschleiert werden. Der Prinz von Anhalt der Automobilwelt. Eine passende Marke war nicht da – egal,
Lotus hat Tradition und Klasse. Yangwang wird nur über den Preis verkauft, wenn überhaupt.
Viele Klassen darunter das gleiche bei Smart.
Future meint
Die Traditionsmarke »Grundig« kann man ja heute auch noch kaufen.
Man darf die Markenwelt also nicht zu emotional sehen, auch nicht beim Automobil. Die Elektromobilität wirbelt eben alles durcheinander und der alte Name steht dann eben plötzlich auf einem ganz neuen modernen Produkt.
SB meint
Grundig ist das gleiche Spiel: auf Beko-Produkten unterdurchschnittlicher Qualität wird Grundig geschrieben und im Media Markt erzählt der Verkäufer was von deutschem Qualitätsprodukt.
Markenrechte wie Lotus, Smart und MG werden zusammengekauft weil hofft, damit mehr Geld zu verdienen.
Es gibt am Markt ein Vertrauen in die Marke.
Das Produkt mag gut sein, aber es ist nicht gut genug um eine neuen Marke auszufüllen.
THeRacer meint
… „Mythen in Tüten“ … 🤪
Besser-BEV-Wisser meint
Colin Chapman hätte alle Verkleidungen ausgebaut und den Motor getuned.
Justin Case meint
Colin Chapman: „Simplify, then add lightness”
2026: How complicated and heavy can you make it? Lotus: „Yes!“
Mary Schmitt meint
Sämtliche Gründer von Automobilfirmen würden heute sehr verwundert vor dem stehen, was den Markennamen trägt. Wobei ich gar nicht glaube, dass sie alle entsetzt wären.
Chapman wollte schnelle Autos bauen und seine eigenen Reden scherten ihn nicht als er den ersten Esprit Turbo plante und baute, der schon damals (1981) ohne Sicherheit und ohne Fahrergewicht und ohne Abgasreinigung als Vierzylinder 1400 kg wog.
Paule meint
Ja genau. Ferdinand Porsche wäre so richtig so richtig richtig stolz auf das was aktuell abgeliefert wird. Hervorragende ausgangsposition wurde geschaffen. Man hat die Chance in den DAX aufzusteigen, günstig Unternehmensanteile zu kaufen, die Produktion ohne Kapazitätserweiterung hochzufahren. Okay, dass man sich beim Versuch, Volkswagen zu kaufen, ein wenig verschluckt hat, kann passieren.
Hey hey, langsam habe ich den speech unserer drei Marketing-Profis hier drauf!