Die schwarz-rote Bundesregierung hat eine neue Kaufprämie für Elektro-Neuwagen angekündigt. Eine Subvention für gebrauchte Stromer könnte nach Ansicht der niedersächsischen IG Metall dem Hochlauf der E-Mobilität neuen Schub geben.
„Gerade im Elektrosegment ist das essenziell, denn ohne einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt wird sich die Elektromobilität nicht nachhaltig etablieren“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Eine Kaufprämie spiele dabei eine zentrale Rolle und sollte möglichst bald auch auf Gebrauchtfahrzeuge ausgeweitet werden.
Nach dem jüngsten Vorstoß der EU-Kommission zur Lockerung des Verbrenner-Aus braucht es laut Gröger flankierende Maßnahmen zum Hochlauf der Elektromobilität. „Entscheidend ist nun, dass diese Entwicklung durch glaubwürdige politische Maßnahmen flankiert wird“. Neben Kaufanreizen gehe es dabei auch um den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, mindestens genauso wichtig sei das Thema des Ladestrompreises.
Die EU-Kommission hat zum Jahresende vorgeschlagen, dass auch nach 2035 Autos mit klassischem Verbrennerantrieb in der EU neu zugelassen werden können. Eigentlich sollten Neuwagen von 2035 an kein klimaschädliches CO2 mehr ausstoßen dürfen. Von diesem 100-Prozent-Reduktionsziel will man aber abrücken und stattdessen 90 Prozent Reduktion als neues Ziel ausgeben.
Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hatten sich erst kurz zuvor auf eine gemeinsame Linie zu dem sogenannten Verbrenner-Aus geeinigt. Aus Sicht des IG-Metall-Bezirksleiters wäre es „der Super-GAU gewesen, wenn es die Koalition nicht geschafft hätte, sich da auf einen gemeinsamen Kurs zu verständigen“, so Gröger. „Natürlich schadet eine zu lange Debatte.“
„Es fehlt ein klarer Kurs“
Das gelte genauso für andere Zukunftstechnologie wie sogenannten Grünen Stahl oder Wärmepumpen. „Wir müssen endlich davon abrücken, dass die unterschiedlichen Lager lediglich ihre eigenen Konzepte loben und die der Gegenseite schlechtreden“, so Gröger. „Stattdessen braucht es einen echten Dialog über gemeinsame Lösungen. Wenn man einen klaren Kurs haben will, dann muss man aufeinander zugehen, Kompromisse machen.“
Es fehle ein klarer Kurs, wo die Reise technologisch hingehen soll, kritisierte der IG-Metall-Bezirkschef. Das sei einer der größten Hemmschuhe, der die Entwicklung bremse. Hinzu komme die schwache Konjunktur, die nun jetzt schon das dritte Jahr in Folge „vor sich hindümpelt“. Und die hohen Energiepreise. Das seien die drei Top-Themen, die angepackt werden müssten.
Vor allem beim Industriestrompreis müsse der Bund noch einmal nachbessern. Ebenso nötig sei ein wirksamer Schutzzoll gegen billigen Stahl, um die heimische Industrie zu schützen. Der „Trumpsche Zollwahnsinn“ habe „die fairen Regeln auf dem Weltmarkt völlig konterkariert“, sagte Gröger mit Blick auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Billigstahl aus China, der nicht mehr in die USA komme, dränge nun nach Europa. „Die Überkapazitäten, die allein in China sind, die sind größer als die gesamte europäische Stahlproduktion. Daran sieht man, dass das nicht ohne Schutzmechanismen geht“, so der Gewerkschafter.

Delf meint
Interessant wie jetzt immer öfter nach Förderung für gebrauchte E-Autos gerufen wird. Aber klar, bei der hohen Quote an Eigenzulassungen… die müssen ja auch unters Folk. Aber bloß nicht zu billig. 🥸
South meint
Auf gar keinen Fall sollte die Politik den Absatz von E Autos direkt fördern, weder gebraucht noch neu. Steuergelder sind knapp und das Geld ist verbrannt. Wenn überhaupt, dann sollte man die Infrastruktur fördern, was zumindest einen längerfristigen Effekt hätte. Hersteller, Leasingfirmen, Autovermieter, Zulieferer, Autowerkstätten etc., wir sind kein Selbstbedienungsladen, denn die anderen Branchen müssen für diese Steuern aufkommen, was ja dann diese Branchen bremst.
Die Preise für E Autos fallen, was natürlich die Branche unter Druck setzt, aber wie jede andere Branche muss der Unternehmer primär die Umstellung stemmen. Diese Selbstbedienungsmentalität auf Kosten anderer ist mittlerweile unerträglich. Es wurde stark subventioniert, jetzt muss geliefert werden. Wer das nicht kann oder will, dem ist dann schlicht nicht mehr zu helfen…
Uwe meint
Unsere Freunde von der IG Metall ;-)
Immer schön E-Auto Subventionen fordern … aber technologieoffen gegen Tesla … sie geht mit der deutschen Autoindustrie unter …
Mary Schmitt meint
Vor allem geht Tesla unter. Man hat sich in Deutschland zweimal halbiert.
MrBlueEyes meint
In China gibt es auf BEV KEINE Mehrwertsteuer.
Aber hey, in Deutschland sind Subventionen natürlich pöööse… und dann wundern, dass dort BEV so durchstarten 🙄
Ich kann diesen ganzen Stu.mpfsinn hierzulande langsam nicht mehr…
Werner Mauss meint
Jetzt geht’s langsam los bei den Subventionen, wenn wir auch noch diese Hütchenspieler und Fähnchen Händler mit Steuergeld unterstützen. Wenn VW nun mit ihren Eigenzulassungen ein Problem hat, ist das nicht Sache des Steuerzahler. Wenn westliche Firmen zu schwach sind um am Markt zu bestehen, sollten sie abgewickelt werden. Ständig höre ich das leere Geschwätz von Managern, Ingenieuren und Arbeitern dieser Firmen. Wenn die was drauf hätten, müssten die doch nicht ständig betteln. Komischerweise hört man von Tesla dieses Gejammer nicht.
Yoyo meint
IGMetall fordert Lex VW.
Damit der Laden in WOB läuft….
Jeff Healey meint
Die Massen an Leasing-Rückläufern bei VW drücken wohl arg…
R2D2 meint
Ja,wenn man dauerhaft überhöhte Preise möchte bekommt man das am zielführenstem über Subventionen. Wenn die Leute dann immer noch nicht kaufen erhöht man einfach die Subventionen. Alle fühlen sich super. Blöd nur das der eigene Geldbeutel leer ist, und ebenso der Staatshaushalt. Dann führt man einfach Sondervermögen ein.
brainDotExe meint
Prinzipiell haben sie Recht, der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos ist besonders im Bereich unter 10.000€ noch relativ dünn besetzt.
Hier könnte eine Förderung helfen.
RudiFaehrtTesla meint
Nein, die hilft überhaupt nicht. Du solltest inzwischen wissen, dass Förderungssummen immer auf den Preis raufgesetzt werden. D.h. ein Gebrauchtfahrzeug wird für den Käufer nicht günstiger als es jetzt schon ist.
brainDotExe meint
Die Zeit hat gezeigt, dass es halt eben doch nicht so ist. Viele Hersteller haben die Preise halt eben nicht raufgesetzt mit Förderung.
F. K. Fast meint
Bei Gebrauchten geht es ja auch nicht um Hersteller, sondern um Händler. Sie wissen ziemlich genau, zu welchem (End)preis ein Auto verkäuflich ist. Wenn sie es für z.B. 13k verkaufen können und vom Staat z.B. 2k Förderung bekämen, wissen sie genau, dass sie es nun für 15k anbieten können. Nur du nicht.
brainDotExe meint
Auch bei Händlern gibt es einen Preiskampf, sogar noch mehr als bei den Herstellern.
Abseits davon muss man einen Gebrauchtwagen nicht beim Händler kaufen (viel zu teuer), sondern kann auch bei Privat kaufen.
MichaelEV meint
„Die Zeit hat gezeigt“, dass nach Ende der Förderung viele Preise ca. um die Förderung reduziert wurden.
„Auch bei Händlern gibt es einen Preiskampf“
Natürlich gibt es den. Deswegen bekommen die Gebrauchten auch ohne Förderung ein Preisschild umgehängt, zu dem sie verkäuflich sind. Und wird die Nachfrage künstlich erhöht, erhöhen sich bei fixem Angebot automatisch die Preise.
M. meint
Ich vermute mal, der Verkauf unter Privatleuten ist eher nicht gemeint.
Das würde „kreativen“ Geschäftsmodellen Tür und Tor öffnen, wie einst der Privatverkauf subventionierter Neu-BEV nach 6 Monaten nach Dänemark.
Andre meint
„Die Zeit hat gezeigt, dass es halt eben doch nicht so ist. Viele Hersteller haben die Preise halt eben nicht raufgesetzt mit Förderung.“
Doch, die Endpreise gingen zusammen mit Förderung hoch und runter. Mag sein, dass die Listenpreise nicht angepasst wurden, aber für den Käufer ist nur der Endpreis interessant.
Future meint
Alles ist Psychologie. Es ist egal, was das Auto kostet. Wenn es einen Rabatt vom Staat gibt, dann beginnt die Schnäppchenjägermentalität.
Deshalb argumentiern die »Berater« von den Banken und Versicherungen auch so gerne beim verkaufen von Produkten damit, dass man damit »viele Steuern« sparen könne. Die Menschen sind eben viel einfacher gestrickt, als wir uns das vorstellen können.
Mike meint
Das ist Käse. Den Kunden ist es egal, ob der Händler oder der Staat Rabatt gibt. Mit leichtem Vorteil für den Händler, weil da der Kunde nicht noch Bürokratie und Risiko hat.
Future meint
Das sehe ich anders. Beim Händler bekommt jeder einen anderen Rabatt angeboten. Und es gibt Autokäufer, die gern beim Händler in der Nähe kaufen, der nicht immer den besten Rabatt bietet, als einer in einer ganz anderen Region. Der staatliche Rabatt ist dagegen überall identisch und so lässt sich damit gut planen.
CaptainPicard meint
Es geht einzig und allein darum die Restwerte der Leasingrückläufer zu stabilisieren, niemanden außer den Herstellern soll mit sowas geholfen werden.
brainDotExe meint
Es geht darum, dass sich eine breitete Schicht Elektroautos leisten kann.
Viele Privatleute kaufen heute Gebrauchtwagen unter 10.000€ erwarten aber dann schon mindestens einem Wagen der Kompaktklasse mit etwas Ausstattung.
Da sieht’s bei den E-Autos noch ziemlich mau aus.
CaptainPicard meint
Und das wird auch nach der Einführung der Förderung so sein weil die Preise einfach alle um den Förderbetrag steigen werden.
MichaelEV meint
Was bekommt man so grob an kompakten Verbrenner am Beispiel Golf für 10k? So im Rahmen zwischen 10 Jahre mit 100k Laufleistung bzw. 5 Jahre mit 200k Laufleistung!?
Was gab es 2015 an kompakten BEVs und wie hoch waren die Stückzahlen?
Es gibt nur das an gebrauchten BEVs, was in der Vergangenheit produziert wurde, man kann sich keine neue Gebrauchtwagen schnitzen. Und diese Gebrauchten werden am Markt zu den Preisen verkauft, zu denen sich Käufer finden.
Eine Förderung zaubert keine weiteren Gebrauchten herbei, kann ausschließlich die bestehenden Gebrauchten verteuern.
F. K. Fast meint
Kein Kauf sollte gefördert werden. Wenn, dann sollte so gefördert werden, dass automatisch günstige Ladepreise entstehen.
M. meint
Besser wäre es noch, wohnortnahes Laden zu fördern, ohne Blockiergebühr über Nacht.
Besonders günstige Preise *irgendwo* nutzen den Menschen nichts, die 30 Minuten laufen müssen, um das Auto zu laden, und dann nochmal spätabends, um Blockiergebühren zu vermeiden.
Das geht an der Lebenswirklichkeit einfach vorbei.
RudiFaehrtTesla meint
Korrekt. 👍
F. K. Fast meint
Das darf der Markt regeln.
M. meint
Das ist ein dummer FDP-Spruch, sorry.
Mike meint
Dann geh halt zu einem Anbieter, der keine Blockiergebühr erhebt. Zwingt dich ja keiner.
M. meint
Auch Quark.
Mit nur wenig „Pech“ sind es dann statt 30 gleich mal 60 Minuten. Oder eine andere Stadt…
Aber ja: das ändert auch nichts mehr – macht halt niemand.
M. meint
Grundsätzlich kann man auch Gebrauchtwagen fördern, vor allem, wenn diese ☆nicht schon als Neuwagen gefördert wurden☆. Ich bin nicht sicher, dass es dafür ausreichende Datengrundlagen für eine unkomplizierte Prüfung gibt.
Dann ist natürlich darauf zu achten, dass der Händler die Förderfähigkeit ☆für den Käufer☆ nicht ermitteln kann. Diese muss also nach Regeln erfolgen, die es dem Handel nicht erlauben, die Preise pauschal anzuheben. Ansonsten gewinnen die Gebrauchtwagenkäufer da nichts, nur der Handel würde profitieren.
MichaelEV meint
Worin sollte sich denn die Hoffnung begründen, dass die Preise nicht steigen werden?
Die Förderung soll Nachfrage steigern, das Angebot ist fix, also steigen die Preise. Da kann man den Handel noch nicht mal was vorwerfen, das ist einfach Marktwirtschaft.
M. meint
Na, das ist ja gerade der Trick: wenn der Verkäufer nicht erkennen kann, dass sein Käufer eine Förderung erhält, kann er sie nicht direkt mit einpreisen.
Klar: hohe Nachfrage treibt den Preis, aber nicht linear. Und ob wir hier direkt von „hoch“ sprechen können, wenn es (z.B.) 1k€ Förderung gibt?
Wenn ein paar % mehr gebrauchte BEV verkauft werden, profitiert der Händler auch von geringerem Bestand, ohne die individuellen Preise weiter senken zu müssen (sofern er das könnte). Autos, die rumstehen, kosten auch Geld. Die werden ja nicht jünger.
Andi_XE meint
Dann wartet der Verkäufer auf einen Käufer der Bereit ist den höheren Preis zu Zahlen. Der käufer ohne Möglichket der Förderung schaut in die Röhre.
M. meint
Dann wartet er aber länger.
Was ist halt die Frage: was ist besser, das Auto jetzt vom Hof, oder in 100 Tagen für ein paar Hunderter mehr?
Diese Frage wird nicht nicht immer die gleiche Antwort haben.
MichaelEV meint
Es gibt nicht „mehr gebrauchte BEV“, die Menge ist fix.
Die Standzeit kostet, mit der Standzeit geht Wert immer weiter verloren, es wartet perspektivisch keine schwächeres Angebot, auf das man warten könnte, sondern es rücken fortlaufend viele Leasingrückläufer nach. „Warten“ lässt die Lage für den Händler nur schlechter werden.
Also natürlich will der Händler die gebrauchten BEVs relativ schnell wieder loswerden und nicht sammeln. Und dafür finden sich Preise, zu denen Kunden zuschlagen.
Kommt eine Förderung dazu, erhöht sie derPreis. Und der Händler muss dazu nichts mehr wissen – erhöht sich die Nachfrage erhöhen sich automatisch auch die Preise.
Aber was natürlich wieder schädlich ist, ist der Elefant im Raum. Solange von dieser Förderung geredet wird, warten Kunden ab.
Mike meint
Die Realität sieht anders aus. Es gibt immer noch Händler, die bspw. 4 Jahre alte, nackte e-Golf für 17k anbieten und nicht am Preis rütteln lassen. Sie hoffen vielleicht auf den einen Deppen, der irgendwann aufsteht.
M. meint
Allerdings auch Realität:
Gebrauchte BEV auf Mobile: 72.009
davon eGolf: 230
davon >= 17.000 €: 27 (0,0375%)
Wollen wir daran jetzt die Förderung festmachen?
CaptainPicard meint
„IG Metall fordert höhere Gebrauchtwagenpreise für E-Autos.“
MichaelEV meint
Exakt so ist es