Im Raum Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen kommt es in diesem Winter vermehrt zu verspäteten und ausgefallenen Busverbindungen. Ursache sind neue E-Gelenkbusse mit Brennstoffzellen-Range-Extender, die bei Frost wegen technischen Problemen teilweise nicht eingesetzt werden können.
Der Betreiber Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) bestätigte auf Anfrage der Rhein-Neckar-Zeitung erhebliche Einschränkungen im laufenden Betrieb. Besonders betroffen sind demnach die neuen Mercedes-Benz eCitaro G Busse, die wegen technischer Probleme ausfallen. Das Problem ist seit Anfang Dezember bekannt, hat sich aber zuletzt deutlich verschärft.
Nach Angaben eines RNV-Sprechers ist derzeit im Schnitt mehr als die Hälfte der 48 neuen Fahrzeuge nicht einsatzbereit. „Wir gehen davon aus, dass uns diese Schwierigkeiten noch einige Zeit begleiten werden“, sagte er. Ursache sind laut dem Zeitungsbericht frostbedingte Schäden an Kompressoren der Busse.
Die RNV hatte 2023 als erstes Verkehrsunternehmen Serienfahrzeuge des Typs Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell erhalten. Die Elektrobusse verfügen neben der Batterie über eine 60-kW-Brennstoffzelle als „Range Extender“, um betrieben mit Wasserstoff höhere Reichweiten zu ermöglichen. Eingesetzt werden alle 48 Fahrzeuge im Raum Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen.
Schon im Dezember zeichnete sich ab, dass die Fahrzeuge mit niedrigen Temperaturen Probleme haben. Während man zunächst von einer schnellen Lösung ausging, heißt es nun aus der Betriebszentrale: „Eine vollständige Stabilisierung des Busverkehrs ist zumindest kurzfristig nicht möglich.“ Die Heidelberger Linie 20 zwischen Karlstor und Neuenheimer Feld wird vorübergehend komplett eingestellt.
Da die Busse noch neu sind, liegt laut dem Portal Electrive die Haftung bei Daimler Buses. Der Hersteller habe Ersatzfahrzeuge zugesagt, zusätzlich greife die RNV auf Busse von Subunternehmern zurück. Dennoch werde es weiterhin zu Ausfällen kommen. Die Situation sei „mehr als ärgerlich – sowohl für unsere Fahrgäste als auch für uns“, so der RNV-Sprecher.
Daimler Buses bestätigte gegenüber Electrive, dass sich mehrere Fahrzeuge der RNV wegen unterschiedlicher Fehlermeldungen im Service Center befinden. Die Busse würden schrittweise überprüft und nach Fehlerbehebung wieder eingesetzt. Der Hersteller unterstütze zudem mit Ersatzfahrzeugen und einem mobilen Serviceteam vor Ort und verwies darauf, dass bei neuen Technologien trotz Tests unvorhersehbare Probleme auftreten könnten. Im Rahmen der fortwährenden Produktbeobachtung treffe man die nötigen Ableitungen und lasse Verbesserungen fortlaufend in die Serienproduktion einfließen.

Werner Mauss meint
Die Bahn Chefin macht das mit den Bussen von BYD schon richtig. Gekauft werden sollte ausschließlich nach bestem PL und auf keinen Fall patriotisch. Dass der Mercedes Billigteile Buss nicht fährt war doch von Anfang an klar. Es gab doch schon mehrere Kommunen wo diese maßlos überteuerten Bastelkisten nach kurzer Zeit versagt haben.
Future meint
BYD hat angekündigt, seine Produktion in dem ungarischen Buswerk zu verdoppeln. Es wird jetzt Zeit, dass der ÖPNV endlich vom Diesel wegkommt.
M3P_2024 meint
„Technik versagt: Frost legt halbe Flotte neuester Elektrobusse lahm“
Da kann man nur den Kopf schütteln ab dem bewusst faktenverzerrten Titel…
https://www.focus.de/auto/elektroauto/technik-versagt-frost-legt-halbe-flotte-neuester-elektrobusse-lahm_f86e0c6a-a0cd-4eb1-b500-994ab6c24de8.html
R2D2 meint
Etwas Frost und nix läuft mehr in Deutschland… Züge kommen nicht, Autobahn dicht und die Zukunft Wooosserstoff kommt nicht aus dem Zapfschlauch…
Bitte Aiwanger kontaktieren das die Zukunft noch etwas warten muss.
Holger meint
Passt leider zu Mercedes. Der neue CLA ist auch dabei neuer Rückrufweltmeister zu werden.
Mercedes braucht keine Luxusstrategie, sondern endlich wieder eine Qualitätstrategie.
Jedenfalls hat Mercedes mal dafür gestanden und heute? Echt schlimm.
Sorry, aber ich glaube ein Führungswechsel würde Mercedes gut tun.
EQ-Fahrer meint
Wenn man jede Schlagzeile glaubt ohne den Artikel zu lesen mag das sein.
Laut KBA gibt es aktuell 6 Rückruf für CLA-Fahrzeuge, die in 2025 gebaut wurden. Davon 3 für den alten CLA, auf MFA2-Plattform und einer für den Verbrenner. 2 Rückruf, mit insgesamt 41 betroffenen Fahrzeugen, betreffen den CLA EQ. Wow. Bei 6.700 neuzugelassenen Fahrzeugen macht das schon eine „krasse“ Quote.
Jörg2 meint
EQ
Wären es Serienschäden, also z.B. fehlerhaft konstruierte Teile, wären die Rückrufmengen natürlich höher. Das Problem aber gut abstellbar.
Hier handelt es sich offenbar um krasse Montagefehler an einzelnen Fahrzeugen, „Montagsautos“. Bis soetwas den Weg bis zum KBA findet, haben die Werkstätten davon schon viel abgefangen. Die Schadensquelle, Arbeitsqualität am Band, lässt sich nicht so einfach eingrenzen und abfangen wie ein Falschteil. Das ist eher ein Hinweis, dass im Personalbereich etwas im Argen liegt und hier jederzeit weitere Dinge passieren können oder schon passiert und ausgeliefert sind.
JuergenII meint
Wasserstoff als Range Extender? Das wäre wirklich mal was neues. So viel mir mein amateurhaftes technisches Wissen erklärt, braucht jedes moderne Wasserstofffahrzeug doch Akkus um die Energie zwischenzuspeichern. Wenn ich mir allerdings den Hersteller der Busse so ansehe, ist mir klar, dass da nur Murks herauskommen kann. Zumindest was moderne Antriebssysteme angeht, die nicht auf fossilen Trägern aufbauen.
Dirk meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
Futureman meint
Da ging es wohl hauptsächlich um das schnelle Abgreifen von Fördergeldern. Ansonsten hätte man doch wenigstens, wie bei allen anderen Neufahrzeugen, einmal einen längeren Kälteeinsatz geprobt.
Einfach den ganzen Brennstoffzellenkrams aus den Bussen raus und dafür eine größere Batterie rein.
BEV meint
„frostbedingte Schäden an Kompressoren“
gehts hierbei um einen Verdichter als Bestandteil der Brennstoffzelle oder hat das Problem damit gar nichts zu tun?
EQ-Fahrer meint
Normal hat die Brennstoffzelle einen Turbolader oder Kompressor um auf höhere Drücke und somit mehr Sauerstoff in die BZ zu bekommen.
Steffen meint
Wasserstoff-Verkehr kann ein Problem sein? Na so was…
Ich nehme mal an, reine E-Busse fahren vielleicht nicht mehr ganz so weit bei Minusgraden, aber sie fahren wohl zumindest?!
Future meint
Natürlich fahren die Elektrobusse problemlos bei Kälte. An den Endhaltestellen sind Schnellader sinnvoll, wenn der Busfahrer dort seine 30 Minuten Pause macht und eh warten muss.
Wasserstoff ist halt was für die Lokalpolitiker zum Herzeigen. Ansonsten ist Wasserstoff in der Mobilität natürlich unsinnig. Das wüsste man auch, wenn sich die Einkäufer vorher informiert hätten.
Stefan meint
30 Minuten Pause für den Bus sind bei uns extrem selten und würden von vielen als Fehlplanung angesehen werden. Üblich sind eher 5-10 Minuten, manchmal 15.
Wenn der Fahrer arbeitsrechtlich eine 30-Minuten-Pause braucht, gibt es einen Fahrerwechsel.
Aber auch die kurze Pausenzeit reicht zum Laden.
Andy meint
Frost? In Deutschland, wer hätte denn so was ahnen können…
Christian meint
Na Frost schon, aber jetzt kommt Väterchen Frost aus Russland und zieht die Temperatur auf 15 Grad unter Null. Sowas gibt noch?!? Spaß beiseite, gut daß es nicht soviele Wossastoff LKW gibt, sonst wären die Supermarktregale irgendwann leer.