Volvo hat im Januar die erste rein elektrische Version des XC60 präsentiert. Bereits im Vorfeld ließen die Schweden verlauten, dass das Mittelklasse-Modell EX60 das Elektroauto-Angebot der Premiummarke auf ein neues Niveau heben werde. Das bestätigt Michael Fleiss, Chefstratege bei Volvo Cars, im Gespräch mit dem Portal Edison – und stellt den ersten batteriebetriebenen Kombi des Unternehmens in Aussicht.
„Das Auto ist wie ein Gamechanger“, sagt Fleiss über den neuen EX60. Tatsächlich sind die Leistungsdaten auf einem hohen Niveau, das ermöglicht die neue reine E-Auto-Plattform SPA3. Angeboten wird das mittelgroße SUV in drei Versionen mit bis zu 500 kW/680 PS Leistung und 810 Kilometer WLTP-Reichweite. Die Schnellladeleistung ist mit bis zu 370 kW ebenfalls sehr hoch.
Der EX60 soll nicht nur mit der Leistung punkten sowie mit Sicherheit und Nachhaltigkeit, sondern vor allem auch mit seinem Preis: Man habe die Preisparität erreicht, erklärt der Hersteller. Das hier ab 62.990 Euro kostende rein elektrische Pendant zum XC60 sei „genauso teuer wie ein Plug-in Hybrid“, wirbt Fleiss und betont, dass man das nicht im Hinblick auf staatliche Förderungen kalkuliert habe.
Der EX60 folgt auf die beiden neuen großen Elektroautos ES90 und EX90. Besonders bei letzterem sei die Entwicklung „eine Geburt nicht ohne Probleme“ gewesen, räumt Fleiss ein. Softwareprobleme führten zu deutlichen Verzögerungen bei der Auslieferung des EX90. Nach dem anschließenden Start der Oberklasselimousine ES90 soll nun mit dem EX60 ein von Beginn an ausgereiftes Modell mit hoher Leistungsfähigkeit das E-Angebot im Massenmarkt bereichern. „Die Probleme haben wir jetzt alle gelöst“, versichert der Volvo-Manager.
Der EX60 profitiert laut dem Hersteller als erstes Volumenmodell vollumfänglich von der neuen Architektur als „Software-defined Vehicle“. Ein „Core Computer“ steuert dabei Infotainment und Assistenzsysteme, zwei Zonen-Computer übernehmen mechatronische Aufgaben. Während Konkurrenten wie Ford oder Volkswagen Fleiss zufolge an dieser Umstellung noch arbeiten oder gescheitert sind, sagt er selbstbewusst: „Wir haben es.“
Nach der Einführung des EX60 arbeitet Volvo nach den Worten des Chefstrategen an seinem ersten vollelektrischen Modell im Kombiformat: „Wir brauchen den Wagen“, meint der Manager. „Ein Top-Hat zu machen ist nicht so zeitaufwendig“, erklärt Fleiss. Aus der bestehenden Basis einen Kombi zu entwickeln, koste vergleichsweise wenig Zeit und Geld.

Gernot meint
Der EX60 dürfte konzernintern vor allem den Volvo EX90 und den Polestar 3 kannibalisieren. Beide Fahrzeuge sind auch erst vor Kurzem erschienen, sind nur wenig größer und basieren noch auf der älteren SPA2-Plattform. Der EX60 hat die besseren Specs, gegenüber dem EX90 außen das konsequentere, modernere Design und im Innenraum hat Volvo einen großen Sprung gemacht
Ich fände es im Übrigen sinnvoll, dem EX30 nach 3 Jahren im Rahmen eines Facelifts mal ein neues „Armaturenbrett“ zu spendieren. Das aktuelle großflächige Plastikteil mit den riesigen, wulstigen, vertikalen Lüftungsauslässen sieht einfach grauenhaft aus. Das vermittelt „Transporter-Charme“.
Mary Schmitt meint
Das ist in der Tat ein Thema. Denn der Kunde, der Volvo-affin ist, sieht die bisherigen Modelle entwertet. Vom BMW oder Mercedes oder Audi wird dagegen wohl niemand auf Volvo wechseln.
Halber Akku meint
Von VW auf Volvo kenne ich zumindest einen – mich selber. Geschehen im Jahr 2009 als ich meinen in der Werkstatt heißgeliebten 1998er „Lopez-Spar-Passat Variant“ (mit 160.000 Kilometern nach 11 Jahren in jeder Beziehung fertig das Ding) endlich für paar Euro Restwert in Zahlung gab und mir einen Volvo V70 III als Halbjahreswagen gegönnt habe (trotz des Umstandes, das bei dem schon Ford seine Hände im Spiel hatte). Das war bis heute mein bestes Verbrennerfahrzeug. Auch besser als die Mercedes E-Klasse paar Jahre später.
Tt07 meint
Bei uns in der Nachbarstadt gibt es ein Familienunternehmen mit etwas über 700 Mitarbeitern davon sind rund 30 im Vertrieb. Insgesamt 55 Dienstwagenberechtigte und die schwenken jetzt komplett von BMW auf Volvo um.
M. meint
Schöne Geschichte.
Ich kenne keine Firma, die ihre Mitarbeiter zu nur einer Marke nötigt.
Und die dann auch noch an die große Glocke hängen, wenn sie das nun mit einer anderen Marke machen.
Mäx meint
Es ist ja nicht von vornherein entschieden.
Man lässt sich z.B. 3 Hersteller anbieten, BMW, Volvo, Audi (oder sonst welche) mit entsprechender Abnahmemenge, ist ja eh alles geleast.
Und dann entscheidet man und dann kann man das auch so rausgeben.
Das macht man dann entweder alle paar Jahre und nimmt so gute Konditionen mit oder man ist erstmal zufrieden mit dem jetzigen Partner bis man es nicht mehr ist und macht dann einen erneuten Schwenk.
Tt07 meint
M. dass Du keine Firma kennst, macht doch nichts. Du kannst ja nicht alles wissen, ist doch nicht schlimm.
Fakt ist aber, dass ich jemanden dort kenne, der seinen neuen Volvo DW soeben bestellt hat.
MichaelEV meint
Natürlich werden die neuen Fahrzeuge (egal ob EX60, iX3, GLC) auch intern BEVs kannibalisieren. Und das auch nicht unbedingt ungewollt, die neuen Fahrzeuge sind ja (hoffentlich) deutlich margenstärker.
Aber in der Hauptsache kommt jetzt der Punkt, ab dem konzentrierter die interne (und externe) Verbrennerkonkurrenz kannibalisiert wird. Bei EX60 vs. XC60 spricht nicht mehr viel für die Verbrenner und noch weniger für den PHEV.
CJuser meint
Ein EV60 mit den technischen Daten des EX60 wäre schon cool… aber vermutlich auch länger von den Abmessungen. Ich persönlich habe eher angenommen, dass der EX60 durch sein niedrigeres Dach beide Lager (XC60 und V60) bedienen soll.
Ben meint
Warum sollte Volvo ein reines Nischenprodukt für den deutschen Michel produzieren, kein Mensch auf der Welt kauft 2to schwere 5m lange Fahrzeuge in denen nur 1 Person fährt, in dem nie etwas transportiert wird, man mehr Verbrauch hat und auch noch in keine normale Garage passt, von der höheren Verkehrs- und Parkraumnutzung mal abgesehen.
Mäx meint
Warum sollten die Leute SUV gegenüber einem Kombi kaufen?
Schwerer, höherer Verbrauch, meist größer, wird fast nie was drin transportiert, fast immer nur 1 Person drin, man fährt eh nicht ins Gelände
Verkauft sich niemals…
simon meint
i5 Tourer und ID.7 verkaufen sich super
Deity meint
„…kein Mensch auf der Welt kauft 2to schwere 5m lange Fahrzeuge in denen nur 1 Person fährt, in dem nie etwas transportiert wird, man mehr Verbrauch hat und auch noch in keine normale Garage passt, von der höheren Verkehrs- und Parkraumnutzung mal abgesehen.“
–> Die SUV Zulassungszahlen Weltweit sprechen eine andere Sprache
TomTom meint
Das ist dem demografischen Wandel geschuldet.
Das Bevölkerungsalter steigt und man kommt nun mal in nen SUV so besser rein als in flache Fahrzeuge….
Steffen meint
Das hat der ID.7 Tourer ja mal einfach widerlegt. Fast 5 m lang, über 2 Tonnen schwer, Verbrauch minimal mehr als die Limousine. Ich fahre meinen seit Oktober mit 18,5 kWh Durchschnitt über knapp 5.000 km (und der Winter war bisher schon ziemlich kalt, zudem 1.300 km Autobahn mit Ganzjahresreifen).
Besser-BEV-Wisser meint
Ein Kombi mit ähnlichen Daten dürfte ca. 5000 € (oder mehr) günstiger eingepreist sein. Das ist dann schon sehr attraktiv, vor allem wenn die Leasingraten für die Dienstwagenbesteller stimmen.
Ansonsten läuft Volvo Gefahr sich in der Premiumliga leer zu laufen, wer sich 60 k€+ Autos leistet, greift eher zu BMW/Mercedes/Audi wenn nicht wesentlich mehr geboten wird als diese Hersteller liefern.
Mäx meint
Volvo wurde auch früher zu den Preisen gekauft.
Die Käufer wollten schon immer was anderes haben als ABM.
Häufig hat man dafür sogar kleinere Motoren, schlechtere Fahrleistungen usw. akzeptiert.
180km/h ist in allen Märkten außer Deutschland egal (war seit ein paar Jahren ja auch bei den Benzinern so) und bis dahin hat man fast identische Fahrleistungen wie ABM oder gar besser.
Bei Polestar würde ich dir eher zustimmen.
Aber jetzt ist es ja ein Volvo und sogar aus Schweden (also kein China Import).
Denke das Ding wird sich schon verkaufen.
Auch wenn ich den iX3 bei mehr Volumen sehe.
M. meint
„Schade“ finde ich, dass Volvo so tut, als hätten sie Software entwickelt – und dann Google einkauft.
Das ist für mich ein schwerwiegender Kritikpunkt. Nicht, weil Software von Google nichts taugt (die ist sicher besser als die von Volvo), aber es ist eben Google. Und denen habe ich schon ungerne Daten anvertraut, da hatte Onkel Donald noch keinen Zugriff darauf.
WDSE meint
Die haben Google Automotive schon seit Jahren, ist wirklich toll und die Updates funktionieren. Warum hat z.B. BMW darauf seit OS9 gesetzt als Unterbau. Google ist auch besser als die von anderen Firmen. Porsche soll bei den BEV wohl auch darauf setzen.
M. meint
Schnee von gestern.
Das OS X X basiert auf einem Android Open Source Project (AOSP) Software-Stack.
M. meint
Bevor da jetzt schlaue Sprüche kommen:
Ja, „Android“ als Name ist eine Google-Marke.
Android als OS basiert auf einem modifizierten Linux-Kernel und ist damit Open Source.
Und das kann man ohne Google betreiben. Die Google-Dienste haben die meisten zwar auf ihrem Smartphone, aber die braucht man eigentlich nicht. Für den Play Store braucht man die – ja. Aber wer braucht den Play Store…
Und BMW hat die nicht. Auch bei OS 9 hatten die das nicht.
(dazu gibt es auch anderswo genug Beispiele)
Andi EE meint
„Man habe die Preisparität erreicht, erklärt der Hersteller. Das rein elektrische Pendant zum XC60 sei „genauso teuer wie ein Plug-in Hybrid“, wirbt Fleiss und betont, dass man das nicht im Hinblick auf staatliche Förderungen kalkuliert habe.“
Das Problem von Volvo ist doch, dass sie in der immer stärker unter Druck stehenden Premium-Klasse PKWs auflegen. Porsche hat es ja komplett zerlegt und die nächsten werden all diese überteuerten SUVs sein. Das ist völlig egal, ob die jetzt Preisparität zu einem Verbrenner/PHEV erzielen.
Ich glaub, da gibt es nochmals richtig Druck in der „Premiumklasse“. Diese Preise lassen sich einfach nicht rechtfertigen, wenn andere 20% unterhalb genauso gute Produkte anbieten, insbesondere auf dem Weltmarkt. Europa ist schon noch eine Blase mit der Markentreue, komischen Subventionsgebilden und ausgeprägten Nationalismus beim Autokauf.
brainDotExe meint
„wenn andere 20% unterhalb genauso gute Produkte anbieten“
Das ist aber halt (noch) nicht der Fall.
Micha meint
„Diese Preise lassen sich einfach nicht rechtfertigen, wenn andere 20% unterhalb genauso gute Produkte anbieten, insbesondere auf dem Weltmarkt.“
Welches Auto bietet denn für 50k€ 800 km Reichweite und 18 min Schnelladen? Mir fällt keins ein, was da auch nur in die Nähe kommt.
Andi EE meint
800km ist die Reichweite im Kriechmodus WLTP (ca. 50km/h Durchschnittsgeschwindigkeit), entscheidend ist das was das Fahrzeug bei 120km/h auf der Autobahn verbraucht und somit auch die Reichweite real darstellt.
Diese 800km (ähnlich) Reichweite erreichen insbesondere diese Premium-Fahrzeuge nicht ansatzweise, bei denen kann man in der Regel noch mehr abziehen, weil die meisten weit entfernt von guter Effizienz sind (sie müssen ja nach was aussehen 😉).
Unter dem Strich ist diese höhere Batteriekapazität und Ladegeschwindigkeit ein Witz, diese vermeintlichen Vorteile verlieren sie durch ihre Ineffizienz bei der Aerodynamik auf der Autobahn (insbesondere der Langstrecke) wieder. zusammenfassen bleibt keine Zeitersparnis, deutliche Mehrkosten im Betrieb und der Anschaffung.
Micha meint
Ja natürlich sind die 800 km „nur“ WLTP, eine Limousine windschnittiger als ein SUV und nachts ist es kälter als draußen. Aber wer ein SUV haben will, wird sich auch ein SUV kaufen. Ist nicht umsonst die beliebteste Klasse in den Neuzulassungen, auch wenn ich persönlich anderer Meinung bin. Und da sehe ich jetzt nicht die von die beschriebene Konkurrenz, die 20% billiger ist.
Gunnar meint
„Welches Auto bietet denn für 50k€ 800 km Reichweite und 18 min Schnelladen? Mir fällt keins ein, was da auch nur in die Nähe kommt.“
Mercedes CLA 250: 792km Reichweite, 10-80% in 22min, knapp über 50k€.
Ist für mich schon in der Nähe.
Micha meint
Toller Wagen, aber eine ganz andere Klasse und Bauform, und Start bei 56k€.
ID.alist meint
Welches Auto-produzierendes Land außerhalb von Europa ist nicht „nationalistisch“ beim Autokauf?
USA, China, Japan, Korea?
Andi EE meint
Ausgeprägt habe ich geschrieben. Es ist derart kleinteilig, es ist selbst in kleineren Nationen in Europa noch in absurder Form vorhanden. Wie wenn man in China noch 10 Provinzen (USA in x-Staaten) jeweils so überproportional verschobene Anteile hätte.