Die deutsche Automobilindustrie durchläuft eine tiefgreifende Umbruchsphase. Sinkende Nachfrage, zunehmender globaler Wettbewerb – insbesondere durch chinesische Anbieter – sowie steigende Energie‑, Personal‑ und Rohstoffkosten verschärfen den wirtschaftlichen Druck. Gleichzeitig verlangen E-Mobilität, Digitalisierung und neue Marktstrukturen hohe Investitionen, während die Profitabilität vieler Unternehmen bereits erodiert.
Eine Studie von Porsche Consulting wurde gemeinsam mit dem IfUS‑Institut und Executive Interim Partners (EIP) erarbeitet. Sie zeigt laut den Autoren, wie Unternehmen mit klaren Restrukturierungsmaßnahmen, konsequenter Managementstärkung und gezielter Internationalisierung ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen können.
Zudem werde deutlich, dass ohne tiefgreifende Transformation weder Wettbewerbsfähigkeit noch Wertschöpfung in Deutschland langfristig gesichert werden können, so die Ersteller der Studie. Sie beleuchten in ihrer Analyse die Ursachen der aktuellen Krise, dokumentiert Handlungsdruck und Erfolgsfaktoren und zeigen, welche strategischen Weichenstellungen jetzt über die Zukunftsfähigkeit der Branche entscheiden.
Laut der Auswertung sehen 91 Prozent der Unternehmen eine Restrukturierung als zentralen Schlüssel zur Kostensenkung. 98 Prozent der für die Studie Befragten bewerten den Transformationsdruck als hoch oder sehr hoch, für Hersteller von Autos wie Zulieferer gleichermaßen. 54 Prozent der Unternehmen befinden sich bereits in einer akuten Krise, vor allem aufgrund von Ertrags‑ und Liquiditätsproblemen.
81 Prozent der Unternehmen setzen auf neue Branchen und 78 Prozent auf Auslandsmärkte. „Wachstum entsteht durch Fokussierung und mutige Expansion“, so Porsche Consulting. 90 Prozent der befragten Unternehmen fordern mehr Transformations- und Restrukturierungskompetenz im Management, denn Transformation brauche klare Führung, Tempo und konsequente Umsetzung.
„Die Industrie steht an einem Wendepunkt: Nur wer Restrukturierung konsequent als integrierten Transformationsprozess versteht – ökonomisch, organisatorisch und kulturell –, wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern“, lautet das Fazit von Porsche Consulting. Der Fokus auf profitable Produkte und neue Geschäftsfelder stärke dabei die Resilienz und eröffne Wachstumschancen in internationalen Märkten.
Doch nicht nur Maßnahmen auf Seite der Unternehmen der Automobilindustrie sind gefragt: Es müssten auch die Rahmenbedingungen modernisiert werden – Bürokratieabbau, bezahlbare Energie und Technologieoffenheit seien zentrale Voraussetzungen für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit, erklären die Analysten.

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