Mahle hat ein Wärmerückgewinnungssystem für die effiziente Innenraumheizung von Elektrofahrzeugen entwickelt. Die Heizung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Reichweite von E-Autos besonders im Winter. Die Mahle-Lösung HeatX Range+ soll den Energiebedarf für die Klimatisierung von E-Fahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Abluftsystemen um rund 20 Prozent senken. „Im Ergebnis profitieren Autofahrer von einer längeren Reichweite mit einer Batterieladung und einer erstklassigen Innenraumluftqualität“, erklärt das Unternehmen.
„Unser Wärmerückgewinnungskonzept HeatX Range+ maximiert die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen im Winter und leistet einen entscheidenden Beitrag zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Elektromobilität“, sagt Martin Wellhöffer, Mitglied der Mahle Konzern-Geschäftsführung, verantwortlich für den Geschäftsbereich Thermal and Fluid Systems. Autohersteller könnten das neue System dank seines modularen Designs einfach und kostengünstig in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren.
Mahle sei es somit gelungen, die Reichweite pro Batterieladung um knapp zehn Kilometer zu verlängern – wie Tests mit einem typischen E-Auto der Mittelklasse bei einer Außentemperatur von -7 °C und einer Innenraumtemperatur von 20 °C gezeigt hätten. Gleichzeitig garantiere die kontinuierliche Zufuhr von sauerstoffreicher Luft eine hohe Innenraumluftqualität und minimiere das Risiko von Beschlagbildung auf den Fahrzeugscheiben.
Das neue Wärmerückgewinnungssystem nutzt den Verdampfer der Klimaanlage, um Wärmeenergie aus der Abluft des Fahrgastraums zu gewinnen und nutzbar zu machen. Dabei erhitzt die nach außen geführte Luft das Kältemittel im Verdampfer, während sie den Fahrgastraum verlässt. Das Kältemittel gibt die gespeicherte Energie anschließend an die angesaugte Frischluft ab, bevor diese in den Fahrzeuginnenraum gelangt. Dabei wird die Frischluft effizient vorgewärmt und der Heizleistungsbedarf bei winterlichen Temperaturen im Vergleich zu konventionellen Abluftsystemen gesenkt.
Das neue Wärmerückgewinnungssystem hat laut den Entwicklern keinen nachteiligen Einfluss auf die Luftströmungsleistung und das akustische Verhalten der Fahrzeugklimaanlage. Bei der technischen Umsetzung der Energierückgewinnung habe Mahle auf seine Erfahrungen bei der Entwicklung und Fertigung von Systemen für die Klimatisierung von Fahrzeugen zurückgreifen können.
„Schon Anfang der 1990er-Jahre hat Mahle mit dem ‚Economizer‘ das erste Konzept eines Innenraum-Wärmerückgewinnungssystems für Pkw und Nutzfahrzeuge vorgestellt und damit den heutigen Trend der effizienten Innenraumklimatisierung vorweggenommen“, so Uli Christian Blessing, Entwicklungsleiter Thermal and Fluid Systems bei Mahle. Das aktuelle Layout der Wärmerückgewinnung ist für das Kältemittel R1234yf ausgelegt und soll mit nur geringen Änderungen auf alle alternativen Kältemittel angepasst werden können.

R2D2 meint
Mit Sitzheizung und Lenkradheizung ist das Thema heizen eigentlich obsolet. geworden. Vorheizen mag noch Sinn machen, wenn die Scheiben im Winter vereist sind, was die Verkehrssicherheit 100pro erhöht. Ansonsten sehe, zumindest ich, das Thema eigentlich als nicht so irre wichtig an. Es soll ja Leute geben, die heizen täglich das Auto per Luft vor, damit die Oberflächen warm werden… das sagt viel über deren schulischen Bildungswerdegang aus.
MK meint
@R2D2:
Ich war auch ganz fasziniert: Der Verkäufer bei Skoda hat mir die Möglichkeit. im Elroq per Voreinstellung oder aus der Ferne per App die Heizung im Auto vorab einzustellen, als das tolle, wichtige Luxusgimmick verkauft und auch bei der Zufriedenheitsumfrage nach Kauf wird man mehrfach gefragt, ob der Verkäufer einen auf diese Möglichkeit hingewiesen hat. Mit Sitzheizung, Lenkradheizung und auch elektrischer Frontscheiben- und Außenspiegelheizung sowie einer 6kW-Wärmepumpe (entspricht der benötigten eistung für ein modernes 100 qm Haus), deren Warmluft zielgerichtet auf die entsprechenden Scheiben „gepustet“ wird, sehe ich die Notwendigkeit, das Auto vorzuheizen überhaupt nicht. Und dieser Winter war ja bisher vergleichsweise nass und kalt…
Und eine dicke Schneeschicht fege ich dann doch mit dem Besen runter: Das Auto ist ja mit isoliertem Dach und Thermoverglasung extra so gebaut, dass möglichst wenig Wärme nach außen weg geht. Dort eine Stunde den ganzen Innenraum zu heizen, damit ein bisschen Wärme ein kleinen Teil des Schnees außen drauf schmelzen lässt, ist also denkbar ineffizient und führt bei größeren Schneemengen wie diesen Winter nicht mal ans Ziel.
Ich glaube, eines der Probleme ist: Dadurch dass z.B. Skoda es so anpreist, stellen viele Menschen das einfach an und merken, weil sie es nie anders probiert haben, gar nicht, wie viel Energie sie damit sinnlos verpulvert haben.
R2D2 meint
Mit 9 kW Wärmepumpe heize ich unsere 500qm2 Gewerbeimmobilie.
Wie gesagt, fast nirgends wird mehr Schwachsinn verbreitet, als beim Autokauf und Anwendungen damit…
Citystromerer meint
Serienmäßig Wärmepumpe wäre auch mal ein Anfang für manche Hersteller. Ich war etwas erstaunt als ich festgestellt habe, dass man da bei vielen Modellen noch einen Haken setzen muss. Wenn man überhaupt die Geduld hat, sich bis dahin durchzuklicken. Vermutlich wird dieser Wärmetauscher auch der nächste Haken in der Ausstattungsoptionsliste.
Werner Mauss meint
Ein Haufen kompliziertes Gedöns, besser und einfacher, eine Infrarotheizung pro Fahrerplatz. Keine beweglichen Teile und wartungsintensiven Flüssigkeiten. Das ist eine typische deutsche Aftersale Konstruktion.
M. meint
Dann kauf du dir im Aftersale eine Infrarotheizung und sei zufrieden.
Meckerziege.
MK meint
Wäre ja mal gespannt, auf welche Gesamtreichweite? Bei 200 km Gesamtreichweite sind „knapp 10 km“ Reichweitensteigerung vielleicht spürbar, bei 500 km sind es weniger als 2%…das ist nicht schlecht, aber entscheidend ist es halt auch nicht.
Da ist der Unterschied, wenn ich 5 km/h auf der Autobahn schneller fahre, größer.
A-P meint
Für Laternenparker und Pendler (im Schnitt zwischen 10 und 50 km einfache Strecke) ist jeder technische Fortschritt wie diese Mahle-Innenraumheizung sehr sinnvoll, vor allem während der Winterzeit.
MK meint
@A-P
Deswegen ja meine Frage, auf welche Gesamtreichweite sich die „knapp 10 km“ mehr Reichweite ergeben. Es kann attraktiv sein, muss aber eben nicht. Ich bin selber „Laternenparker“ und fahre 45.000 km pro Jahr. Mit meinem Skoda Elroq sehe ich da grade auch im Winter überhaupt kein Problem. Vor Allem weil ich grade als Laternenparker dann lade, wenn es sich ergibt und nicht den Akku immer komplett ausreize. 10 km mehr Reichweite pro komplettem „Akkudurchlauf“ sind also finanziell unterm Strich eine kleine Ersparnis (wo dann wieder die Mehrkosten, die das Heizsystem beim Kauf verursacht, gegengerechnet werden müssten). An der Anzahl meiner Ladevorgänge oder generell an meinem Ladeverhalten würde sich dadurch aber rein gar nichts ändern. Wie gesagt: Der Unterschied, ob ich grade gemütlich mit 120 km/h über die Autobahn segel oder doch lieber 160 fahre, ist um ein zigfaches größer. Und auch das entscheide ich spontan und auch das beeinflusst mein Ladeverhalten nicht…es beeinflusst nur die Rechnung, die Anfang des Folgemonats von meinem Konto eingezogen wird.
Also nochmal: Natürlich haben Sie recht: Alles, was ein Auto effizienter macht, ist erstmal gut. Aber an Hand dieses Artikels hier kann man überhaupt nicht bewerten, ob es das Auto tatsächlich spürbar besser macht und ob die Kosten/Nutzen-Rechnung positiv ausfällt: Bei welchem Auto mit welchem Innenraumvolumen und welchem Fahrverhalten wurde diese Mehrreichweite denn auf wie viel Gesamtreichweite erzielt? Geht es um eine Strecke am Stück oder um 20 mal Kurzstrecke, wo der Innenraum zwischendurch immer wieder ausgekühlt ist? Wie hoch wären im Gegenzug die Mehrkosten für das neue System? Ohne diese Infos ist es erstmal nur Werbegeblubber von Mahle.
David meint
Ich glaube allerdings auch, dass man gerade bei Elektroautos mit großem Innenraum noch sehr viel Energie sparen kann, indem man effizient das beheizt, was für das Wohlfühlen wichtig ist und nicht pauschal den gesamten Innenraum mit Riesenleistung. Das spielt besonders dann eine Rolle, wenn das Auto nur mit ein oder zwei Personen besetzt ist.
M. meint
Das Eine schließt das Andere ja nicht aus. Generell würde ich sagen, dass im BEV direkt beheizte Flächen (in erster Linie natürlich Sitze und Lenkrad, aber nicht unbedingt NUR das) die Heizlast über das „Lufterwärmungssystem“ schon reduzieren kann.
A-P meint
Für mich ist es wichtig, dass im Innenraum die vorderen Scheiben (Windschutzscheibe und Seitenscheiben) mit warmer Luft beströmt werden – das ist meine persönliche Erfahrung. Ich besitze weder eine eigene Garage noch einen Stromanschluss. Als derzeitiger Verbrennerfahrer ärgert mich die ständig zugefrorenen Scheiben. Ein kalter Innenraum macht mir dagegen nichts aus; der wärmt sich während der Fahrt ohnehin auf.
M. meint
Für die Frontscheibe gibt es inzwischen andere, deutlich effizientere Ansätze, allerdings noch nicht in Serie.
Als News war es aber schon hier.
Das wird in Zukunft also vielleicht gar nicht der Fokus für dieses System sein, sondern tatsächlich nur die Raumluft auf ein vernünftiges Maß bringen.
Das bedeutet vermutlich auch einen geringeren Temperaturhub und eine nochmals bessere Effizienz.
MK meint
@A-P
Also ich muss sagen, in meinem Elroq dauert es maximal 2 Minuten bis alles frei ist: elektrische (unsichtbare) Heizdrähte in der Windschutzscheibe und ein starkes Gebäse, dass an einer starken Wärmepumpe hängt, machen es möglich. Dazu beheizte Außenspiegel, Lenkradheizung, Sitzheizung auf vier Sitzplätzen…
Mein Auto steht also auch imemr draußen, in einer eher ländlichen, bergigen Gegend, wo es diesen Winter oft sehr kalt war…Gekratzt habe ich aber kein einziges Mal. Nur mal mit einem Besen die dicke Schneeschicht darüber weggefegt. Das ließe sich zwar auch über die Standheizung regeln, das kostet mir persönlich dann aber doch zu viel Energie.