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Akkufertiger ACC begräbt Pläne für Großfabriken in Deutschland und Italien

09.02.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 14 Kommentare

ACC-Batteriemodul

Bild: ACC

Das Gemeinschaftsunternehmen für Elektroauto-Batteriezellen ACC (Automotive Cells Company) hat seine Pläne für den Bau von Großfabriken in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Das Management der Firma, an der neben Hauptinvestor Stellantis auch Mercedes-Benz und TotalEnergies beteiligt sind, habe die Arbeitnehmervertreter darüber informiert, dass die Projekte in Kaiserslautern und im italienischen Termoli „definitiv zu den Akten gelegt“ wurden.

Das teilte die italienische Metallarbeitergewerkschaft UILM mit. ACC bestätigte in einer eigenen Mitteilung, dass die Voraussetzungen für einen Neustart der seit Mai 2024 ruhenden Vorhaben voraussichtlich nicht erfüllt würden. Man habe einen „konstruktiven Dialog“ mit den Betriebsräten in Deutschland und den Gewerkschaften in Italien über eine Einstellung der Projekte begonnen.

Hintergrund der Entscheidung ist die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos in Europa. Eigentlich sollten auf dem Kontinent drei Fabriken hochgezogen werden. Das erste ACC-Werk ist in Frankreich entstanden und produziert bereits. Die Erweiterungspläne für Deutschland und Italien waren angesichts der Marktlage bereits im vergangenen Jahr auf Eis gelegt worden.

Die Gewerkschaft UILM forderte nun „klare und kohärente industrielle Entscheidungen“ als Ausgleich für die geplatzten Pläne. Stellantis habe zwar zuvor die Produktion von Getrieben und Motoren in Termoli in Aussicht gestellt, aber keine operativen Details genannt.

Zuvor hatte Stellantis mitgeteilt, im zurückliegenden Jahr wegen kostspieliger Umbauten bei der Elektro-Stratege große Verluste verbucht zu haben und keine Dividende zahlen zu wollen. Der Konzern mit bekannten Marken wie Citroën, Peugeot, Opel und Fiat hat Abschreibungen in Höhe von rund 22,2 Milliarden Euro verbucht und angekündigt, seine Pläne für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen deutlich zurückzufahren.

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Via: Handelsblatt (kostenpflichtig)
Tags: Autozulieferer, Batterie, ProduktionUnternehmen: ACC, Mercedes-Benz, Stellantis, Total
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Future meint

    09.02.2026 um 21:03

    Bei ACC läuft es leider ganz schlecht. Laut Bloomberg sollen diese massiven Probleme bei der Batterie-Versorgung aus der französischen Zellfabrik zu mehrmonatigen Verzögerungen bei Elektromodellen von Peugeot führen. ACC könne derzeit nur etwa 1.000 Autos pro Monat mit den Batterien ausstatten, was weit unter dem ursprünglichen Ziel liege ACC soll jetzt ein Team von Experten aus China hinzugezogen haben, um die Produktion anzukurbeln und hohe Ausschussraten zu vermeiden. Es ist ein Drama mit der europäischen Zellproduktion.

    Antworten
  2. Tesla-Fan meint

    09.02.2026 um 18:25

    Nach dem Zirkus in Grünheide würde ich mir die Investition in eine Grossfabrik in Deutschland als Investor auch sehr genau überlegen.
    Es gibt deutlich innovationsfreundlichere Länder in Europa.

    Antworten
    • Future meint

      10.02.2026 um 08:52

      ACC hat ja auch Italien gestrichen. Dort gibt es keine Baumhäuser, wenn eine neue Fabrik kommt. Dort freut man sich vermutlich noch über Investoren in den grünen Zukunftsindustrien.

      Antworten
  3. Jeff Healey meint

    09.02.2026 um 13:03

    Ich kann nur vermuten, dass ACC für eine Produktion in Deutschland und/oder. Italien keine wirtschaftliche Grundlage gesehen hat, bzw. keine Aussicht darauf, mit dem vorhandenen Wissen die „Produktionshölle“ zu überstehen.
    Mich würden daher die Produktionskosten in dem ACC-Werk in Frankreich interessieren, und vor allem die dortige Ausschuss-Quote.
    Damit würde auch die Kooperation zwischen Stellantis und CATL in Spanien gut ins Bild passen. Info dazu aus dem Netz:

    „Stellantis und der Batteriehersteller CATL bauen gemeinsam ein großes LFP-Batteriewerk im spanischen Saragossa, das Ende 2026 den Betrieb aufnehmen soll. Das Joint Venture investiert bis zu 4,1 Milliarden Euro in den Standort, der primär erschwingliche LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) für die Klein- und Kompaktklasse der Stellantis-Marken produzieren wird. Die Fabrik soll eine Kapazität von bis zu 50 GWh erreichen.“

    Meine Vermutung: Ohne chinesische Hilfe ist eine wirtschaftliche Batterieproduktion in Europa nicht möglich.

    Antworten
    • Future meint

      09.02.2026 um 21:06

      CATL bringt für das JV mehrere tausend Experten aus China mit, um die Produktion in Saragossa überhaupt zu starten. Ohne diese Expertise geht es wohl nicht. (Quelle: Forococheselectricoscom)

      Antworten
      • Mäx meint

        10.02.2026 um 09:07

        Moment, eine chinesische Firma bringt chinesisches Personal an einen neuen Standort außerhalb Chinas um die in China erprobte Technik auch dort zu implementieren.
        Na Donnerwetter.

        Antworten
  4. derJim meint

    09.02.2026 um 12:50

    @Redaktion: begränt? wohl eher begräbt :)

    Antworten
    • Redaktion meint

      09.02.2026 um 12:54

      Danke für den Hinweis – korrigiert!

      VG | ecomento.de

      Antworten
  5. Futureman meint

    09.02.2026 um 10:25

    Merkwürdig, wie auch hier ein Wachstum von über 30% bei E-Autos als schwächelnde Nachfrage ausgelegt wird. Einzig bei Verbrennern geht die Nachfrage massiv zurück.
    Eher heißt es wohl ein Aufgeben vor den Marktführern aus China. Denn mit deren Wachstum und Preisen können die europäischen Hersteller einfach nicht mithalten, wollen es nach außen aber nicht zugeben.
    Zum Glück bauen andere Batteriehersteller (CATL, Sungrow und Co) gerade massiv Kapazitäten in Europa auf.

    Antworten
    • ap500 meint

      09.02.2026 um 10:42

      Der Rückgang bezieht sich auf die vor Jahren geplanten Stückzahlen und das exponentielle Wachstum.
      Aktuell werden doch kaum Autos verkauf und schon gar nicht Volumenmodelle.
      Es wird wie ich schon vor Jahren schieb noch bis min 2030 dauern.

      Antworten
      • Micha meint

        09.02.2026 um 11:11

        Dann liegt es aber an schlechter Planung vonseiten ACC. Angesichts von Rekordzahlen bei den BEVs von schwächelnder Nachfrage zu sprechen, ist schlicht falsch.

        Antworten
        • ap500 meint

          09.02.2026 um 11:16

          @Micha für dich mögen das Rekordzahlen sein. Es wurde aber mit viel viel mehr Fahrzeugen und einem exponentiellem Wachstum gerechnet.
          Im Bezug darauf macht einen Akkufabrik keinen Sinn.

        • Bob meint

          09.02.2026 um 11:28

          Man schiebt es lieber auf allgemeine Umstände als den Hauptkunden Stellantis.

        • MK meint

          09.02.2026 um 15:20

          @ap500
          Ob etwas „Rekordzahlen“ sind, ist ja keine Meinung, sondern ein Fakt: es wurden definitiv so viele Elektroautos verkauft wie nie zuvor. Damit sind es Rekordzahlen:
          Dass Stellantis, die sich noch vor 2 Jahren damit gebrüstet hat, dass z.B. Opel bis 2028 eine reine eAuto-Marke sein solle, jetzt in 2026 immer noch keine Elektroplattform bei Opel hat und Motoren, die von der Effizienz her z.B. dem VW Konzern her deutlich unterlegen sind (der kleine Corsa Electric liegt im WLTP-Normverbrauch rund 10% oberhalb des großen ID.7 von VW), zeigt doch ein Problem, dass sich auch an den Verkaufszahlen ablesen lässt: Der Markt wächst schon exponentiell (Skoda z.B. hat 2025 mit einer erneuten Verdopplung der eAuto-Verkäufe gegenüber 2024 abgeschlossen)…aber halt nicht bei Stellantis und hat gleichzeitig längst das Kapital von Eigenentwicklungen abgezogen und baut stattdessen zusätzliche Fabriken mit CATL zusammen in Spanien. Dazu kommt die Partnerschaft mit Leapmotor. Unterm Strich schafft man also trotzdem nicht weniger Kapazität als vorher geplant. Sie wird nur woanders und von Partnern/mit Partnern zusammen geschaffen…Partnern, die halt nicht Mercedes oder Total heißen, sondern die wirklich Expertise in die Partnerschaft einbringen können.

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