Ford hat für das vergangene Jahr einen erheblichen Verlust aufgrund seiner angeschlagenen Elektroauto-Abteilung gemeldet. Der US-Hersteller fuhr 2025 einen Verlust von 4,8 Milliarden Dollar ein und wird voraussichtlich auch 2026 zwischen 4 und 4,5 Milliarden Dollar verlieren. Der Traditionskonzern erklärte, dass mit Verlusten noch mindestens zwei weitere Jahre zu rechnen sei.
„Wir streben nun an, etwa 2029 den Break-even zu erreichen“, sagte Sherry House, die Finanzchefin von Ford, laut der NY Times in einer Telefonkonferenz zu den finanziellen Ergebnissen. Insgesamt hat Ford seit 2022 mehr als 16 Milliarden Dollar mit seiner Elektroabteilung verloren. Das Unternehmen gehört unter den etablierten Autobauern zu den Vorreitern, bremst aber nun die Elektrifizierung.
Im Dezember kündigte Ford an, seine Elektropläne zu reduzieren. Das Unternehmen stellte die Produktion der rein elektrischen Version des Pick-up-Bestsellers F-150 ein, beendete die Baupläne für einen weiteren E-Pick-up in einem neuen Werk in Tennessee und strich die Pläne für einen Elektro-Transporter. Stattdessen kommt eine Version des auslaufenden rein elektrischen F-150 Lightning mit einem Benzinmotor, der die Batterien für den E-Antrieb aufladen kann. Das Werk in Tennessee wird nun einen Benziner bauen, während in Ohio Hybrid- und Benzintransporter hergestellt werden sollen.
Zudem gab Ford bekannt, dass das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Unternehmen SK On zur gemeinsamen Batteriefertigung beendete. Ford übernahm die volle Kontrolle über ein Werk in Kentucky, während SK On nun allein ein Werk in Tennessee betreibt. Um den Kosten für diese strategische Umstellung gerecht zu werden, buchte Ford im vierten Quartal 19,5 Milliarden Dollar als Rückstellung.
Im vierten Quartal des Jahres 2025 verzeichnete Ford einen Gesamtverlust von 11,1 Milliarden Dollar und einen Jahresverlust von 8,2 Milliarden Dollar. Diese Verluste wurden jedoch durch erhebliche Gewinne in den Bereichen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und gewerbliche Kunden ausgeglichen. Ford gibt sich optimistisch und rechnet in diesem Jahr mit einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Lage. Die angepassten Gewinne vor Zinsen, Steuern und anderen Posten sollen zwischen 8 und 10 Milliarden Dollar liegen, nach 6,8 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

MK meint
Grade aus europäischer Sicht muss man sich schon mal fragen: Fiesta, Focus und Mondeo ersatzlos einzustellen, nennt man bei Ford also „Strategie“? Wenn man seinen Hauptkundengruppen gar keine Fahrzeuge mehr anbietet und die eAutos, die man anbietet, auf der Plattform der Konkurrenz anbietet (Stichwort Explorer und Capri), aber sogar teurer verkauft als besagte Konkurrenz, ist das Ergbnis, dass man in die Verlustzone rutscht jetzt erst mal nicht erstaunlich.
Ob es die Wende bringt, Kleinwagen in Zukunft von Renault einzukaufen und mit eigenem Logo zu versehen, bleibt auch fraglich…immerhin wird Renault die auch nicht zum Herstellkostenpreis abgeben und Ford wird den Kunden trotzdem einen Preis in der gleichen Höhe wie Renault die selber verkauft, anbieten müssen.
Efahrer meint
Unglaublich dieses Gehammer über E-Autos. Vielleicht mal die richtigen Produkte anbieten und nicht ständig den Kurs wechseln? Mit Verbrennern ist in Zukunft auch kein Geld mehr zu verdienen.
Steffen meint
Und 2029 müssen sie dann wieder teuer alles über den Haufen werfen, weil die E-Mobilität bis dahin weltweit richtig gezündet hat und sie nichts im Programm haben? Quasi immer Geld auf den falschen Haufen geworfen?!
Dagobert meint
Die Modellstrategie von Ford ist auch Katastrophal:
Der Explorer ist kein Explorer, der Capri ist kein Capri und der Mustang ist kein Mustang…
Wenn man sich schon der Namen bedient, sollte auch das Fahrzeug zum Namen passen.
THeRacer meint
… so sieht’s aus. Nur ,Mythen in Tüten‘. …
Mäx meint
Interessant wäre zu wissen, welche Stückzahlen man in 2029 plant.
Aktuell ist man ja bei 178k Einheiten im Jahr.
2026 passiert wohl nicht so viel, sagen wir mal 200k.
2027 Steigerung durch neue Plattform auf 300k
2028 Neue Modelle 400-450k?
2029 600k?
Tesla war mit hoher Kostendisziplin und höheren Preise ab ca. 100k im Quartal profitabel.
Also grob geschätzte 600k für die Profitabilität könnte schon hinkommen.
Dementsprechend könnte man auch bei VW unterstellen, mit fast 1 Mio. BEV profitabel zu sein. Ob die Margen zufriedenstellend sind sei mal dahingestellt, aber Verluste wird man wohl nicht fahren.
BMW war z.B. bei 440k (2025), hat eine hohe Gleichteile Strategie mit Verbrennern und könnte daher auch in der Ertragszone sein (wie man selber sagt).