Für die rund 2000 Beschäftigten der Volkswagen-Batterietochter PowerCo soll es bis Ende 2030 eine Beschäftigungssicherung geben. Das sieht laut der IG Metall ein neues Tarifpaket vor, das zwischen PowerCo und der Gewerkschaft ausgehandelt wurde.
Der Tarifvertrag soll vom 1. März 2026 bis zum 31. Dezember 2030 gelten. „In diesem Zeitraum sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen verbindlich ausgeschlossen“, teilte die IG Metall mit. Das Verhandlungsergebnis wird laut den Arbeitnehmervertretern wirksam, wenn es bis zum 28. Februar von beiden Tarifvertragsparteien angenommen wird.
Der Abschluss trage den aktuellen Herausforderungen der Batterieindustrie Rechnung und stärke durch den Aufschub der Tariferhöhung die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sagte Sebastian Krapoth, Personalchef von PowerCo. „Er schafft zugleich Planungssicherheit und ist ein wichtiges Signal an unsere Belegschaft.“ Man gehe damit ähnlich vor wie die Volkswagen AG und stelle sicher, dass man die ambitionierten Wachstumsziele „weiter konsequent verfolgen“ kann.
Volkswagen hatte im vergangenen Dezember mit der eigenen Batteriezellproduktion am Standort Salzgitter begonnen. An der Akkufabrik auf dem Gelände des bisherigen VW-Motorenwerks war seit Juli 2022 gebaut worden. Dafür wurden Unternehmensangaben zufolge bisher mehr als eine Milliarde Euro investiert.
IG Metall betont Bedeutung der Akkufertigung
Die IG Metall betont in einer Mitteilung die Wichtigkeit der industriellen Batteriezellfertigung von Europas größtem Autohersteller. Aus Sicht der Gewerkschaft war dieser Schritt „von erheblicher industrie- und beschäftigungspolitischer Bedeutung“. Denn mit der Zellproduktion werde ein technologischer Kernbereich der Elektromobilität nicht ausgelagert, sondern am Standort aufgebaut.
Ziel in Salzgitter ist es laut den Verantwortlichen, eine leistungsfähige, skalierbare Zellfertigung zu etablieren und damit zentrale Teile der Wertschöpfungskette der Elektromobilität innerhalb des Konzerns zu sichern. Für die IG Metall ist klar: „Wer Batteriezellen produziert, gestaltet die industrielle Zukunft der Automobilindustrie maßgeblich mit. Der Tarifabschluss trägt dieser strategischen Bedeutung Rechnung und verbindet wirtschaftliche Anforderungen mit sozialer Verlässlichkeit.“
Die neue Vereinbarung schaffe Verlässlichkeit für die Belegschaft und für den Standort, so Alina Roß, Verhandlungsführerin der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Zusätzlich soll eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 5,5 Prozent vereinbart worden sein. Dies wird allerdings nicht sofort wirksam, sondern soll bis zum 1. April 2031 gestundet erfolgen. Dieser Entgelttarifvertrag ist demnach erstmals zum 31. März 2027 kündbar.
Gleichwohl gehen die Maßnahmen zur Kostensenkung bei Volkswagen weiter. Der Konzern will bis Ende 2028 seine Kosten um 20 Prozent senken und plant dafür ein umfangreiches Sparprogramm für alle Marken. Auch Werksschließungen könnten Berichten zufolge ein Thema werden.

Powerwall Thorsten meint
Entfernt, da themenfern. Die Redaktion.
Powerwall Thorsten meint
???
Jörg2 meint
Im September 2024 hat VW die seit 1994 geltende Beschäftigungssicherung aufgekündigt. Dies war/ist so rechtens.
Welchen Wert wird nun diese Beschäftigungsgarantie haben?
Tinto meint
Seit es Tarifverträge gibt, werden die immer wieder einseitig durch die Arbeitgeber gekündigt. Ist nun leider wirklich nichts neues.
Citystromerer meint
Ist eine positive Mitteilung für die Mitarbeiter. Ich verstehe aber den Sinn einer solchen Vereinbarung nicht. Warum muss das Risiko von betriebsbedingten Kündigungen ausgeschlossen werden? Für mich hat es eher den Eindruck, man will damit die Stundung der Entgelterhöhung kompensieren. Dann wäre es eher ein schlechter Deal für die Angestellten, oder wie ist die Stundung zu verstehen?
Bei einem neuen Werk, das hochskaliert wird, warum ist Verlässlichkeit im Zusammenhang mit betriebsbedingten Kündigungen für die Belegschaft überhaupt ein Thema?
SB meint
Mein Eindruck ist, dass Beschäftigungssicherung für die IGM gerade das Allerwichtigste ist.
Natürlich hat das einen Preis, wahrscheinlich die Stundung der Gehaltserhöhung.
Die Angestellten haben davon im Zweifel nichts, da der Arbeitgeber die Schlechtwetterklausel zieht und die Betriebsvereinbarung aufkündigt.
MK meint
@Citystromerer:
Ich denke, man merkt so langsam, dass man sich ins eigene Fleisch schneidet: Mit ständigem Gerede über angeblich fehlende Nachfrage für die MEB Fahrzeuge (bei gleichzeitig je nach Modell bis zu 18 Monaten Lieferzeit für Kunden) und daher angeblich „nötige“ Subventionen durch den Staat erreicht man zwar die Politik und hat neue Fördermilliarden herausgeholt…aber man verunsichert halt auch die eigenen, dringend benötigten Mitarbeiter: Wie viele Leute haben denn in Deutschland Erfahrung mit dem Aufbau einer Akkuzellfertigung? Und wer geht freiwillig, wenn er Angst um seinen Job hat? Natürlich die besten, die einfach etwas neues finden. So hat man den Mitarbeitern dann wenigstens eine gewisse Sicherheit gegeben…und wie SB schreibt, sicher gleichzeitig bei der IG Metall im Gegenzug für diese ach so tolle Garantie, die eigentlich nur VW nützt, noch einen für den Konzern „billigen“ Gehaltsabschluss erzielt. Wenn Sie eine finanzielle Gegenleistung bekommen, für etwas, was Sie sowieso tun wollten: Das Angebot würden Sie doch auch nicht ausschlagen?