Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt den im Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) „als wichtigen Impuls für mehr Investitions- und Planungssicherheit im Verkehrssektor“. Zugleich heißt es vom Kraftfahrzeuggewerbe: Entscheidend für den Erfolg sei eine technologieoffene, praxisnahe und verbraucherfreundliche Ausgestaltung.
„Die Fortschreibung der THG-Quote bis 2040 schafft grundsätzlich Investitionssicherheit. Unsere Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen – sowohl für Investitionen in den Hochlauf der Elektromobilität als auch für Service rund um Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden,“ erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn anlässlich der ersten Lesung des Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der THG-Quote.
Die THG-Quote verpflichtet Mineralölunternehmen in Deutschland zur CO₂-Reduktion, wodurch E-Auto-Halter ihre Emissionseinsparungen verkaufen können. Die geplante schrittweise Anhebung der Quote auf bis zu 59 Prozent bedeute einen tiefgreifenden Umbau des Kraftstoffmarktes, so der ZDK. Für das Kfz-Gewerbe sei dabei zentral, dass der direkte Einsatz von Strom im Straßenverkehr eine tragende Rolle behält.
„Elektromobilität ist ein entscheidender Baustein zur CO₂-Minderung. Viele Autohäuser investieren erheblich in Ladeinfrastruktur, Qualifizierung und neue Geschäftsmodelle. Diese Vorleistungen müssen sich auch künftig in einem stabilen und verlässlichen THG-System widerspiegeln“, so Peckruhn. Zugleich verweist der ZDK „auf die unverzichtbare Rolle erneuerbarer Kraftstoffe“ für den Fahrzeugbestand.
„Technologieoffenheit bleibt das Gebot der Stunde. Millionen Bestandsfahrzeuge werden noch lange auf unseren Straßen unterwegs sein. Ohne nachhaltige Biokraftstoffe und strombasierte Kraftstoffe als Beimischung zu fossilen Kraftstoffen werden wir die Klimaziele im Verkehr nicht erreichen“, so Peckruhn. Wichtig sei, dass Nachhaltigkeitsanforderungen und Kontrollmechanismen zwar wirksam, aber praktikabel und bürokratiearm ausgestaltet werden.
Mit Blick auf mögliche Preiswirkungen warnt der ZDK vor zusätzlichen Belastungen für Verbraucher: „Klimaschutz im Verkehr darf Mobilität nicht zum Luxusgut machen. Klimapolitik muss alltagstauglich, sozial ausgewogen und bezahlbar bleiben“, fordert Peckruhn. Der ZDK werde das parlamentarische Verfahren konstruktiv begleiten und sich weiterhin für eine ausgewogene, marktwirtschaftliche und mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der THG-Quote einsetzen.

Marcel Gleissner meint
Ihr müsst ja alle Geld wie Heu haben, ich gehe Vollzeit als Lkw Fahrer arbeiten, Muss jeden Tag zur Arbeit fahren und habe eine Mietwohnung, ich kann mir kein E-Auto leisten und eine Lademöglichkeit habe ich auch nicht, weder zu Hause noch auf Arbeit oder beim Einkaufen. Ich bin auf den teuren Ladestrom vom öffentlichen Lade-Netz angewiesen.
Mit meinem komplett bezahlten gebrauchten kleinen Benziner komme ich viel günstiger weg, selbst mit höheren Spritkosten. Da ich keine Kredit- oder Leasingrate Bezahlen muss und das was Ihr weniger an Kfz-Steuer zählt, bezahlt Ihr bei der Kfz-Versicherung doppelt und dreifach oben drauf.
MK meint
@Marcel Gleissner:
Ihre Aussage ist also „ein alter, funktionierender Gebrauchtwagen ist billiger als ein Neuwagen“. Das ist jetzt keine überraschende Erkenntnis und gilt auch, wenn Sie Ihr Fahrzeug mit einem neuen Benziner oder Diesel vergleichen. Ich habe Elroq 85 (also großer Akku) mit Karoq Benziner verglichen: Auch wenn der Karoq einen Tick kleiner ist und der Motor schwächer, lag der Preis sonst bei vergleichbarer Ausstattung nur rund 1% auseinander.
Also: Ja, wenn man ein Auto hat, ist das billiger, das weiterzunutzen…ich habe meinen Verbrenner ja auch gefahren, bis er auseinandergefallen ist. Aber: Jedes Jahr werden halt über 2,5 Millionen Neuwagen verkauft…weil alte Autos doch irgendwann kaputt gehen (und wenn es bei einem Unfal ist) und manche Menschen einfach ein neues Auto haben möchten. Und für diese über 2,5 Millionen Neuwagen-Käufer pro Jahr ist ein Verbrenner halt weder in der Anschaffung noch in der Versicherung teurer als ein eAuto. Der VW-Importeur in Norwegen berichtet zudem, dass seine Werkstattumsätze mit eAutos um fast 50% gegenüber Verbrennern eingebrochen sind: Keine Ölwechsel mehr, nahezu kein Bremsverschleiß, keine Zahnriemen oder Zylinderkopfdichtungen. Die Verschleißteile beim eAuto beschränken sich eigentlich einzig und alleine auf die Reifen.
Was den „teuren“ Ladestrom angeht: ich kann auch nicht zu Hause laden und lade zu 100% öffentlich: Bei den Stadtwerken für 36 ct, auf der Arbeit für 49 ct und am Schnelllader bei EWE für 52 ct. Im Winter habe ich 20 kWh pro 100 km gebraucht (Langzeitverbrauch über rund 14.000 km, gefahren innerhalb der letzten knapp 4 Monate), als es jetzt das erste Mal wärmer war, waren es schon nur noch 18 kWh auf 100 km.
Nehmen wir mal die 20 kWh und den teuersten ladepreis, also die 52 ct. Dann sind das 10,40 € auf 100 km. Selbst beim deutlich günstigeren Spritpreis von 1,60 € (aktuell sind es für Benzin ja eher 1,90 €), bekomme ich dafür nur 6,5 Liter. Der Karoq, der eben das deutlich leichtere und minimal kleinere Verbrenner-Pendant zum Elroq aus dem hause Skoda ist, liegt aber mit dem größeren Benzinmotor (wie gesagt immer noch deutlich schwächer als der im Elroq…) aber schon im Normverbrauch bei 7,5 Liter.
Fazit also: Ja, 52 ct für eine kWh Strom sind im Vergleich zum Preis zu Hause extrem teurer…günstiger als mit dem Verbrenner bin ich aber auch damit…und Preisausschläge wie aktuell beim Sprit gibt es nicht: Ich zahle bei EWE exakt das gleiche wie zu dem Zeitpunkt als ich mein Auto vor Monaten bekommen habe. In den ganzen Monaten gab es keine einzige Preisänderung.
South meint
Naja, der VDK halt, schon vor den E Autos haben sich die Preise für Autos im Allgemeinen deutlich verteuert. Die Branche braucht tiefgreifende Reformen und Innovationen… am besten sparen sie sich den rückwärtsgewandten VDK …
MK meint
Wer „strombasierte Kraftstoffe“ als Lösungsansatz für „bezahlbare Mobilität“ anpreist, hat aber im Physik-Unterricht gar nicht aufgepasst. Es gilt nun mal der Energieerhaltungssatz: ich kann Energie nicht erzeugen, sondern nur umwandeln.
Heißt: Um 1 Liter Diesel-Äquivalent mit jeweils sagen wir mal 9 kWh Energiegehalt (entspricht ungefähr dem aktuell an Tankstellen verfügbaren Diesel) zu gewinnen, brauche ich mindestens (wegen Produktionsverlusten eher mehr) 9 kWh Strom. Selbst bei „nur“ 20 ct pro kWh Strom, bin ich dann schon bei 1,80 € pro Liter…und dann beginnt erst der Transport zur Tankstelle, der Tankstellenbetrieb, die Produktionsanlage, die mit Strom den eFuel erzeugt, muss auch finanziert werden usw.
Billiger werden kann das also nur, wenn der ZDK davon ausgeht, dass der Diesel auf Erdölbasis sich so massiv verteuert, dass Verbrennerfahren sowieso unbezahlbar ist. Die Physik ist einfach auf Seite des BEV: Strom direkt verwenden wird immer billiger sein als noch mehr Strom erst umwandeln um ihn dann in einem ineffizienteren Auto zu verwenden.
M. meint
Ja. Rechne ruhig mit 10 kWh, ich hab was von 9,7 im Kopf, bin aber gerade zu faul, nachzusehen.
Egal.
So gut ist der Wirkungsgrad auch nicht, wieder aus der Erinnerung… 65%. Schon sind’s 15 kWh für einen Liter Syn-Fuel.
Mit Strom alleine ist das ja gar nicht getan. Da hast du noch kein Reinwasser aus Standardwasser gemacht, noch kein CO2 aus der Luft gefangen. Ich will das jetzt gar nicht genau bemessen, was da drauf kommt, aber weitere 5 kWh pro Liter – das ist sicher nicht soo weit übertrieben. 20 kWH für einen Liter. Und komm‘ mir keiner mit Chile – es gibt viel zu wenig von diesem Chile, und die Chilenen wollen seltsamerweise mitreden, was in ihrem Land passiert… schwieriges Thema.
Und dann steht die Anlage ja noch nicht mal. Das ist komplexe Anlagentechnik, wollte man das auf Niveau „nationale Versorgung“ ausrollen, würde das 20 Jahre dauern und mehrere Hundert Milliarden Euro kosten. Und das müsste dann auch noch auf die Rechnung…
Das wird für PKW in der Breite nie kommen. Für Bereiche, wo es (vorläufig) nicht anders geht, muss man das hoch subventionieren (oder ausklammern), sonst startet hier kein Jet mehr.
MK meint
@M.
Ich habe mal gezielt nur die wirklich physikalisch vollkommen unstrittige Mindestmenge aufgezeigt, die sich nicht durch „ganz bestimmt kommende Effizienzsteigerungen bei der Herstellung“ wegdiskutieren lässt und eben auch einen sehr niedrigen Strompreis angesetzt, so dass auch dem letzten hoffentlich klar wird: Selbst unter perfekten Voraussetzungen wird das einfach unglaublich teuer…
Und ja die Berechnung mit „Wir stelen die modernsten Windkraftanlagen nach Südamerika in die Gebirge“ kenne ich auch. Abgesehen davon, dass wir dann schon wieder da sind, uns vom Ausland abhängig zu machen und unser Geld dahin zu zahlen, habe ich auch noch keinen gefunden, der mal berechnet hat, was das dann wirklich kostet und wie der eFuel dann CO2-frei von Südamerika nach deutschland kommen soll. Und dann habe ich doch wieder den Nachteil, dass ich extra zur Tankstelle fahren und meinem Auto beim Tanken zuschauen muss…und dass ich in der Stadt Lärm und Abwärme verbreite, nicht rekuperieren kann (also auch mehr Feinstaub durch Bremsabrieb) usw.
Lange Rede, kurzer Sinn: Bei eMobilität geht es ja um sehr viel mehr als um Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Warum also komplizierte Technologien und ganze Industriezweige aufbauen um ein Problem zu lösen, wenn es doch eine andere Technologie schon gibt, die dieses Problem und im gleichen Zuge gleich noch zig weitere löst.
Peter meint
Die wesentliche Berechnungsgrundlage des ZDK sind: Ölwechsel, Einspritzprobleme, Zahnriemenwechsel, Auspuffanlagenreparturen und Schaltgetriebeschäden.
Wenn ich mich richtig erinnere, hat Peckruhn im Interview mit nexmove selbst glasklar gesagt, dass dem ZDK bei eAutos das Geschäftsmodell fehlt.
Mary Schmitt meint
Ist doch alles eine Momentaufnahme. Wenn die Straße von Hormus länger zu bleibt, versteht der Verbrennerfahrer plötzlich besser, wie abhängig man mit dieser Antriebsform ist.
Futureman meint
Also persönlich fahre ich mit Elektro so günstig wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Und die die aktuelle Lage in Nahost sollte doch jedem klar machen, wir abhängig wir uns mit „technologieoffener“ Verbrennertechnik machen.
Fast witzig kann man schon den „Treppenspruch“ mit den Minderungszielen finden. Jedes Jahr kommt erneut die Diskussion auf, dass man die Klimaziele bis 2045 natürlich erreicht, aber in dem jeweiligen Jahr halt erstmal lieber nichts machen will und es aus wirtschaftlichen Gründen „etwas“ verschieben will.
Wie sollte es dann aber später einfacher werden, wenn der nötige Zeitraum des Wandels immer kürzer wird?
Zum Glück steht solchen „Experten“ für Bewegungstechnik die Wirklichkeit entgegen. Und am Weltmarktführer China sieht man, wie günstig Elektromobilität sein kann (Autos für unter 15.000€/Ladestrom aus PV super günstig)
BEV meint
das ist doch genau das Problem, es ist zu günstig und die, die bisher am teuren Auto und teuren Sprit profitiert haben, gehen leer aus
da fährt man lieber gegen die Wand als das man frühzeitg etwas tun würde
MK meint
@BEV:
So ist es. Wer viel Geld hat, bekommt nun mal die bessere Lobby. Und wer 100 Mio. € für Lobbyarbeit ausgibt und dann dadurch 1 Mrd. € mehr Gewinn macht, hat ein gutes Geschäft gemacht.
Jeder Verbrennerfahrer, der solche Kampagnen sieht und sich freut, dass die seine Meinung vertreten, sollte sich vielleicht mal fragen, woher das Geld dafür kommt. Und wird dann wahrscheinlich feststellen: Von ihm selber.
Weil das Problem ist ja nicht nur, dass es „zu günstig“ ist, sondern auch, dass sich z.B. im Bereich Energieversorgung der Autos eine Hand voll Konzerne (in erster Linie Shell, BP (Aral), Exxon Mobile (Esso), Total) schön den Markt aufgeteilt hatten. Beim Strom funktioniert das Modell der exorbitanten Gewinne alleine deshalb schon nicht so gut, weil mit EnBW, EWE oder Eon und grade im 11 kW-Bereich sogar hunderten lokalen, oft kommunalen (und daher nicht gewinnorientierten) Stadtwerken plötzlich neue Mitbewerber auftauchen, die die Preise drücken…und wer eine eigene Solaranlage auf dem Dach hat, ist teils bei der Energieversorgung auf gar keine permanente Belieferung durch irgendeine Firma mehr angewiesen.
Elvenpath meint
Tut es nicht.
Abgesehen davon konnten früher nicht mal Könige in wenigen Stunden durch das Land reisen.
Man sollte mal checken, in was für eine privilegierten Zeit wir leben.
brainDotExe meint
Mit steigendem Wohlstand steigen auch die Anforderungen. Was früher purer Luxus war, ist heute selbstverständlich.
Elvenpath meint
Ja. Und dessen sollte man sich bewusst sein und es nicht als selbstverständlich ansehen. Und man sollte die Folgen beachten.
Ben meint
Technologieoffenheit, als das wirtschaftlichste setzt sich in der Masse durch, also für 8€/100km elektrisch, 10€/100km fossil,15€/100km Bio oder 25€/100km(laut BMW) mit e-Fuels.
Kann wie bei der Heizung ja jeder selber entscheiden wie er sich selbst finanziel ruiniren oder sparen will.
Bob meint
In beiden Märkten gibt es jeweils Marktversagen.
Bei Autos berücksichtigen insb. Neuwagenkäufer die Energiekosten nur teilweise.
Bei Heizungen gilt dies für Vermieter in angespannten Wohnungsmärkten oder bei sozialen Leistungen.
MK meint
@Bob:
Haben Sie vollkommen recht. Zusätzlich aber auch berücksichtigen auch die, die die energiepreise berücksichtigen, oft nur die aktuellen.
Ich wurde als ich letztes Jahr mein eAuto bekommen habe, oft gefragt, ob ich da spare: da waren die Spritpreise grade niedrig. es war ein Nullsummenspiel. schon da war aber klar, dass die Strompreise zum 01.01.26 sinken und der CO2-Betrag, der auf Diesel und Benzin deutlich stärker wirkt als auf Strom, steigt.
Außerdem habe ich einen Kleinwagen auf Grund „Familienwachstums“ und neuer Anforderungen (Geländefahrten) gegen einen SUV getauscht. Und das mag ein Einzelfall sein, aber die Tendenz geht ja generell zu immer größeren Autos und mehr SUV: Natürlich verhindert das oft Einsparungen, ist aber eben nicht technologieabhängig, sondern basiert rein auf dem Fahrzeugwachstum. Wenn ich meine Kosten im Winter mit dem eAuto nehme und ausrechne, wie viel Liter Sprit ich dafür bei den letztjährigen, niedrigeren Preisen bekommen hätte, reicht das beim Verbrenner-Pendant nicht mal für den Normverbrauch.
Und jedem sollte klar sein: Die Spritpreise werden in den nächsten Jahren sicher stärker steigen als die Strompreise.
Thorsten 0711 meint
Meine Nachbarn waren letzten Mai auch der Meinung, dass ich Unsummen für den Fahrstrom hinlegen muss. Als ich ihnen dann erzählte für 80€ (Ionity, 39€ per Mobilize Intense Tarif) von Stuttgart nach Amsterdam und zurück gefahren bin, haben sie ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut. ;-)
BTW habe ich gerade an einer Tankstelle in Stuttgart den Diesel für 1,85€ gesehen!