Der chinesische Hersteller Nio hat im vergangenen Jahr seinen Absatz über die drei Marken Nio, Onvo und Firefly hinweg um 46,9 Prozent auf 326.028 Elektroautos gesteigert. Der Umsatz zog entsprechend an, der Nettoverlust konnte reduziert werden.
Von der Premiummarke Nio wurden im letzten Jahr 67.433 Elektroautos ausgeliefert, von der neuen familienorientierten Marke Onvo 38.290 und von der Kleinwagen-Marke Firefly 19.084. Für das Gesamtjahr 2025 beliefen sich die Auslieferungen der drei Marken auf insgesamt 326.028 Einheiten, ein Plus von 46,9 Prozent gegenüber 2024.
Mit seinen Elektroautos erzielte Nio im Gesamtjahr 2025 einen Umsatz von 76,9 Milliarden Yuan (rund 9,5 Mrd. Euro), was ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2024 darstellt. Die Gesamteinnahmen mit unter anderem auch Energieprodukten lagen bei rund 87,5 Milliarden Yuan (rund 10,9 Mrd. Euro). Die Bruttomarge gibt das Unternehmen mit 13,6 Prozent an – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr mit 9,9 Prozent.
Der Nettoverlust verringerte sich um 33,3 Prozent auf ein Minus von 14,9 Milliarden Yuan (rund 1,85 Mrd. Euro), nach 22,4 Milliarden Yuan im Vorjahr. Bereinigt um Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen und Kosten für die Organisationsoptimierung betrug der Nettoverlust (Non-GAAP) 12,4 Milliarden Yuan (rund 1,5 Mrd. Euro), ein Rückgang von 39,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Im vierten Quartal 2025 erreichte unsere Fahrzeugmarge 18,1 Prozent und die Marge im sonstigen Umsatz 11,9 Prozent. Diese Verbesserungen sind vor allem auf das starke Wachstum bei Auslieferungen und Umsätzen, einen optimierten Produktmix sowie Initiativen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zurückzuführen“, sagt Nio-Finanzchef Stanley Yu Qu. „2026 werden wir die operative Effizienz weiter steigern und die Kosten optimieren, um unseren Nutzern, Partnern und Aktionären eine stärkere und nachhaltigere Performance zu bieten.“
CEO William Bin Li kündigt an: „Mit Blick auf 2026 werden wir weiterhin gezielt in unsere zwölf Kerntechnologien investieren, neue Modelle auf den Markt bringen, die kommerziellen und operativen Kapazitäten unseres Batteriewechsel- und Ladenetzes ausbauen und unser Vertriebs- und Servicenetz weiter modernisieren.“

Ossisailor meint
Zu Optimismus, wie er in den Aussagen des Finanzchefs durchscheint, besteht allerdings kein Anlaß, wenn man sich die Zahlen im europäischen Markt anschaut. Da wurden aktuell in diesem Jahr kaum 100 Fahrzeuge abgesetzt, in Deutschland gerade mal 6. Und diese Zahlen schließen Firefly mit ein. Der Verkauf bricht hier zusammen. Der Chef der deutschen Vertriebsorganisation wurde gerade wieder gefeuert, und es war schon der Dritte.
Future meint
Ja, in Deutschland gibt es gerade nicht so viele Gründe für einen starken Optimismus, wenn man sich die Zahlen so anguckt. Zum Glück hat auch Nio noch andere Verkaufsmärkte als Deutschland. Ein Hersteller, der nur auf Deutschland angewiesen ist, wäre wohl verloren.
MainTower meint
Warum wurd dann der Deutschland Chef von Nio gefeuert, wenn der Mark hier für Nio sowieso keine Rolle spielt? Hat das Managment schlechte Arbeit geleistet? Bei nur 100 verkauften Fahrzeugen, einschließlich des Firefly, ein Fahrzeug extra für den europäischen Markt entwickelt, liegt der Verdacht doch nahe. Andere Marken haben im gleichen Zeitraum hier ein vielfaches verkauft. Das schmerzt Nio extrem, die sind auf jeden Euro angewiesen.
Future meint
Locker bleiben. Wir erinnern uns doch, dass im Januar 2025 auch nur 9 ID7 in China verkauft wurden. Das ist also nicht ungewöhnlich für eine wenig bekannte Marke.
Vom Firefly kann man sich in Deutschland auch heute nur einen Newsletter bestellen. Aber er wurde von Nio in München entwickelt – das ist doch die Hauptsache.
M. meint
Wenn VW in China insgesamt 9 Autos pro Monat (jeden Monat) verkaufen würde, oder sagen wir 50… ist ja etwas größer… dann würde man die Zelte heute abbrechen und nicht erst morgen.
Ich glaube aber nicht, dass ein anderer Vertriebschef daran etwas ändern kann.
Es gibt ja etwas, das sich dabei nicht ändert.
Future meint
Wir hatten es doch erst gerade. VW verkauft immer noch 2 Mio. Verbrenner im Jahr in China. Elektroautos von VW spielen keine Rolle in China. Auch die umgelabelten VWs von Saic/XPeng werden nicht gekauft.
MainTower meint
Ganz locker bleiben und nicht ablenken, Future. Es geht hier nur um Nio.
M. meint
Lass ihn doch.
Die Schuld liegt ja nicht bei VW, sondern bei den Chinesen, die Verbrenner kaufen, und die „umgelabelten SAIC“ nicht kaufen.
Ist ja nicht so, dass man die mit Waffengewalt in das Autohaus zerren kann, wo sie zu einem Diesel-Kaufvertrag mit dem Klassenfeind gezwungen würden.
Übrigens, der größte chinesische Autobauer verkauft zu 50% Verbrenner.
Vielleicht willst du das ja mal gegen die verwenden.
Future meint
Man muss Nio eben einfach machen lassen. Mir gefällt jeder Hersteller gut, der nur Elektroautos baut. Es ist doch egal, wo sie gekauft werden. Volkswagen hat nach seiner legendären Gründung ja auch ein paar Jahre gebraucht, um zu wachsen. Jetzt muss man den neuen auch etwas Zeit geben. Die Old Economy Unternehmen werden jetzt halt herausgefordert durch die jungen. Man muss sich wieder mehr anstrengen – das hat Merz doch auch gesagt.
MainTower meint
Automobilbau ist insgesamt Old Economy, da sie materielle Güter herstellen und etablierte Geschäftsmodelle mit physischer Produktion verfolgen. Da zählen auch die neuen jungen Hersteller dazu.