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Skoda prüft Produktionsstandorte für neue Elektroautos

25.03.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 16 Kommentare

Skoda-Elroq-Fronthaube

Bild: Skoda

Der tschechische Automobilhersteller Skoda, Teil des Volkswagen-Konzerns, treibt seine Elektrifizierungsstrategie voran und prüft derzeit mehrere Standorte für die Produktion künftiger Stromer. Neben Spanien kommen laut einem Bericht des Portals Expansion auch die Tschechische Republik, Deutschland und Portugal infrage.

Eine Entscheidung über die Fertigung der neuen Modellfamilie auf Basis der SSP-Architektur (Scalable Systems Platform) steht noch aus. Unternehmenschef Klaus Zellmer betonte, man sei „noch nicht bereit zu kommunizieren, wo wir die nächste SSP-Plattform fertigen werden“. Die SSP wird primär als rein elektrische Plattform konzipiert und soll perspektivisch die Basis für den Großteil der Modelle des Volkswagen-Konzerns stellen.

Skoda verstärkt bereits seine Präsenz in Spanien. Ab diesem Jahr wird dort erstmals ein Modell der Marke produziert: der elektrische Epiq. Die Fertigung erfolgt im Werk Landaben in Navarra und ist Teil einer größeren Elektro-Offensive des Mutterkonzerns Volkswagen, der insgesamt vier kleine E-Modelle in Spanien bauen will. Neben dem Epiq entstehen auch der Cupra Raval und der VW ID. Polo in Martorell sowie der VW ID. Cross in Landaben. Federführend sind hier der spanische Seat-Konzern und dessen Marke Cupra.

Skoda setzt auf internationale Diversifikation

Gleichzeitig sieht Skoda den europäischen Automarkt an seiner Kapazitätsgrenze. Zellmer geht davon aus, dass sich die jährlichen Neuzulassungen in Europa bei maximal 12 bis 13 Millionen Fahrzeugen einpendeln. Vor diesem Hintergrund setzt das Unternehmen verstärkt auf internationale Diversifikation, um sich gegen wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten abzusichern.

Eine zentrale Rolle spielt dabei Indien. Dort betreibt Skoda ein Werk in Pune mit rund 5000 Beschäftigten und konnte seine Verkäufe im vergangenen Jahr verdoppeln. Künftig soll Indien nicht nur als Wachstumsmarkt dienen, sondern auch als Exportdrehscheibe, etwa für Fahrzeugmodule in Länder wie Vietnam oder Saudi-Arabien. Zudem ist die Einführung eines neuen Elektro-Modells auf Basis einer chinesischen Plattform geplant.

Die Auslastung der Produktionskapazitäten erreichte 2025 bereits 100 Prozent, was Zellmer als entscheidend für die Rentabilität bezeichnet. Mit der Produktion des Epiq in Spanien soll die industrielle Kapazität weiter ausgebaut werden. Wachstumsperspektiven über 1,5 Millionen Fahrzeuge hinaus sieht der CEO jedoch primär außerhalb Europas, da regulatorische Kosten den Kontinent zunehmend belasten.

Im Bereich Elektromobilität warnt Skoda vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Insbesondere die geringere Rentabilität von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern bereitet Sorge. „Das ist eine enorme Herausforderung, die durch die CO2-Vorschriften bedingt ist; wenn wir diese nicht einhalten, drohen uns Milliardenstrafen“, so Zellmer.

Vor diesem Hintergrund hat Skoda seine Elektrostrategie angepasst. Statt der ursprünglich geplanten sechs Modelle sollen nun vier neue Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen. Gleichzeitig hält das Unternehmen am Verbrenner fest und plant einen Nachfolger für den Karoq, der laut Zellmer weiterhin gut zur aktuellen Marktnachfrage passt.

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Via: Expansion (Spanisch)
Tags: Produktion, Škoda Epiq, SpanienUnternehmen: Skoda
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Future meint

    25.03.2026 um 13:23

    In den Halbsätzen verbergen sich die kleinen großen Dramen der Automobilindustrie: »die geringere Rentabilität von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern bereitet Sorge.« Das ist der Grund, warum der Konzern sich immer noch 90 Prozent Elektroautos bauen muss.

    Antworten
    • hu.ms meint

      25.03.2026 um 16:19

      Der übliche unsinn von Future !
      Es werden von allen herstellern die autos gebaut, die nachgefragt/bestellt werden.
      Sonst gäbe es ja riesige halden-parkplätze mit neuwagen.

      Antworten
  2. MK meint

    25.03.2026 um 13:11

    Die Kernaussage des Artikels ist ja auch von daher nicht überraschend als dass der VW Konzern schon vor einiger Zeit verkündet hat, dass die Volumenmarken VW, Skoda und Seat/Cupra als eine Einheit betrachtet werden sollen. Konstrukte wie z.B. dass der ID.7 in Emden gebaut wird, weil das Werk mit SUV (ID.4) nicht ausgelastet wäre, weil Skoda das ID.4-Schwestermodell Enyaq lieber selber in Tschechien montieren wollte, wird es also in Zukunft wohl nicht mehr geben. In Zukunft werden also ziemlich sicher mehr VW und auch Cupra-Modelle in Tschechien „bei Skoda“ gebaut und dafür Skoda-Modelle vielleicht auch in Wolfsburg gebaut werden.

    Antworten
    • hu.ms meint

      25.03.2026 um 16:23

      Sehr wahrscheindlich die kleineren SSP wie ID.Golf und Oktavia in Tschechien und die größeren mit mehr marge wie ID.7 oder Superb in WB.

      Antworten
      • MK meint

        25.03.2026 um 17:56

        @hu.ms
        Wobei Wolfsburg ja auch in den letzten Jahrzehnten nie den Passat gebaut hat, den Golf dafür schon…aber ja, umso größer und teurer das Fahrzeug, umso höher die Chance, dass es in einem deutschen Werk landet und um so kleiner und günstiger, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es in einem anderen Land mit geringeren Lohnkosten landet. Wichtig für die Marge ist ja, ähnliche Modelle der Schwestermarken möglichst zu vereinheitlichen und zusammen zu produzieren. Musterbeispiel dafür sind sicher ID.3 und Cupra Born aus Zwickau (auch da hat man sich sogar beim kleinen Kompaktwagen der spanischen Marke für Deutschland als Montagestandort entschieden…): Optisch klar voneinander zu unterscheiden, steckt unter der Oberfläche die gleiche Technik und wird auf dem gleichen Montageband flexibel gebaut.

        Antworten
  3. CaptainPicard meint

    25.03.2026 um 12:17

    Kapiert jemand die letzten beiden Absätze? Wenn man CO2-Ziele nicht einhält drohen Milliardenstrafen und deshalb baut man jetzt lieber vier statt sechs Elektroautos und mehr Verbrenner?

    Ich dachte mit mehr Elektroautos und weniger Verbrenner hält man die CO2-Ziele eher ein und vermeidet Strafen aber was weiß ich schon…

    Antworten
    • MK meint

      25.03.2026 um 13:18

      @Captain Picard:
      Ich denke, es ist die gleiche Strategie wie bei den meisten Herstellern: Wenig anbieten, damit die Kunden keine eAutos bestellen und dann bei der Politik nach einer Aufweichung der Vorgaben schreien, weil man zwar alles getan habe, aber die Kunden einfach nicht wollen.
      Ich meine: Was sind denn die 4 Elektromodelle von Skoda: Elroq, Enyaq, dazu kommen jetzt der Epiq und später der Peaq…vier SUV. Erfolgreich geworden und bis heute erfolgreich ist Skoda womit? Kleinwagen (Fabia) und Geschäftskombis (Octavia). In beiden Segmenten ist kein elektrisches Angebot von Skoda geplant. Sollen jetzt alle Fabia Kunden auf den Epiq umsteigen? Das werden viele nicht wollen. Grade solche Kunden geht es oft einzig ums Preis-Leistungsverhältnis. Die haben dann halt in Zukunft einen BYD Dolphin Surf (Anfang dieses Jahres erstmals in den To10 der meistzugelassenen eAutos in Deutschland aufgetaucht) vor der Tür stehen. Da die schon bisher eben den Polo nicht wollten, wird auch der ID.Polo der Schwestermarke VW daran wohl nicht viel ändern.

      Antworten
      • Rainer meint

        25.03.2026 um 15:09

        Dafür, dass die Hersteller angeblich „wenig anbieten“ sieht die Zulassungsstatistik aber erstaunlich elektro-lastig aus. Z.B. lag der Anteil an reinen Benzinern/Diesel im Februar nur noch bei rund 38%. knapp 22% waren reine Stromer, der Rest (abgesehen von Nischen wie Gas und Wasserstoff) Hybride.

        Antworten
        • MK meint

          25.03.2026 um 15:41

          @Rainer:
          Und wie hoch könnte der Anteil vonn BEV sein, wenn es in JEDEM Segment ein vernünftiges Angebot von den großen etablierten Herstellern geben würde, wo die Kunden nun Mal zuerst hingehen?
          Es gibt nun Mal Leute, die seit 20 Jahren als Zweitwagen für 5.000 km im Jahr einen Skoda Kleinwagen fahren und am liebsten wieder einen haben wollen. Wenn die dann einen 4,10 m langen Fabia als Benziner für 20.000 € und als „kleinste“ und „billigste“ Elektro-Alternative ein 4,5 m SUV für knapp 45.000 € (Elroq): Was kaufen die wohl? Sicher nicht den Elroq.
          Und ja, einige wechseln dann trotzdem zum Elektrofahrzeug, damit aber halt auch die Marke. Und so kommt es dann, dass der meistverkaufte Kleinwagen mit Verbrennungsmotor in sehr vielen europäischen Ländern ein Auto aus dem VW-Konzern ist, in anderen vielleicht von Stellantis oder renaut, während der Markführer bei den elektrischen Kleinwagen immer häufiger (u.a. auch in Deutschland) BYD heißt und aus China stammt.
          Das wiederum tragen dann die Autohersteller an die Politik und sagen „seht ihr: Abgasregeln und Co kosten zehntausende Jobs alleine in Deutschland“. Dass das nicht daran liegt, dass die Kunden keine elektrischen Kleinwagen kaufen würden oder daran, dass China irgendwie unfairen Wettbewerb daran, sondern in erster Linie daran, dass z.B. der VW-Konzern als mit großem Vorsprung absoluter Marktführer in Europa in diesem Segment gar nichts anbietet, wird dann verschwiegen. Konsequenz ist dann oft, dass Gesetze geändert werden, damit doch wieder mehr Leute z.B. den Fabia mit Benzinmotor kaufen und Skoda bloß keinen BEV-Kleinwagen herausbringen muss.

      • hu.ms meint

        25.03.2026 um 16:27

        „Kleinwagen (Fabia) und Geschäftskombis (Octavia).In beiden Segmenten ist kein elektrisches Angebot von Skoda geplant“.
        Falsch !
        Oktavia-e-nachfolger kommt auf SSP.
        Für den Fabia gibts doch diese jahr noch den Epiq. Die paar cm höher…

        Antworten
        • MK meint

          25.03.2026 um 18:03

          @hu.ms:
          Sehe ich anders. Der Epiq ist das Elektroauto für die bisherigen Kamiq-Kunden. So wie beim Verbrenner Kamiq und Fabia vollkommen unterschiedliche Autos für vollkommen unterschiedliche Kunden gibt, braucht es das auch als BEV…Kamiq und Fabia produziert Skoda ja auch nicht parallel, weil es so viel Spaß macht, sondern weil sie sich davon versprechen, Zielgruppen zu erreichen, die sie mit nur einem der beiden Modelle nicht bekommen würden.
          Und wie hier auch im Artikel angedeutet wird, hat man ja zwei elektrische Modelle gestrichen…darunter den elektrischen Octavia. Bis mindestens 2030 soll es laut aktuellen Meldungen bei den oben von mir aufgelisteten vier SUV-Modellen bleiben und sonst nichts elektrisches kommen.

    • ID.alist meint

      25.03.2026 um 14:07

      So interpretiere ich diese.
      BEVs haben eine geringere Rentabilität als ICE, deswegen nur 4 BEVs. Aber wegen der drohende Strafen, wird Skoda doch 4 BEVs anbieten statt 0, was (momentan) rentabler ist.

      Antworten
    • Rainer Peters meint

      25.03.2026 um 14:56

      Es geht wohl um vier zusätzliche Elektromodelle. Bereits im Markt sind ja schon Elroq, Enyaq + Enyaq Coupe, dazu drei Hybrid Varianten (Kodiaq, Superb und Superb Kombi). Zeitnah kommend und (mir) schon bekannt dann Epiq und Peaq als reine Stromer …

      Antworten
  4. David meint

    25.03.2026 um 12:04

    In der Tat ist Škoda im VW Konzern der Satellit in Indien, um diesen Markt für den Konzern zu erschließen. Während bei einem amerikanischen Hersteller das Indien-Abenteuer zu einem Desaster wurde, verstärkte VW die Bande, indem man sich mit dem einheimischen Hersteller Mahindra in eine Partnerschaft begeben hat. Insofern ist es eher eine Strategiefrage, wo das neue Werk steht. In der Tat ist der europäische Markt insgesamt kein Wachstumsmarkt. Verkaufst du mehr Elektroautos, dann verkaufst du weniger Verbrenner.

    Antworten
    • Future meint

      25.03.2026 um 13:21

      Ja das ist interessant von Skoda, dass sie in Indien einen Skoda auf chinesischer Plattform bauen wollen. Vielleicht wird der dann auch nach Deutschkand importiert, wenn er so gut gelingt wie die neuen chinesischen IDs.

      Antworten
      • hu.ms meint

        25.03.2026 um 16:31

        Neue chinesische ID. – also die in china für china entwickelten und in kürze gebauten – sind gut gelungen. Wo kann man das nachlesen ?
        Kann das vor verkaufsbeginn überhaupt beurteilt werden ?

        Antworten

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