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Nio erreicht ersten Quartalsgewinn, doch Europa bleibt Problemfall

01.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

Nio-ET5

Bild: Nio

Nach einem erneut enttäuschenden Jahr richtet der chinesische Elektroautohersteller Nio seine europäischen Aktivitäten neu aus und stellt seine Strukturen grundlegend um. Während das Unternehmen global Fortschritte erzielt, bleiben die Ergebnisse in Europa weit hinter den Erwartungen zurück – mit spürbaren Folgen für Organisation, Personal und Vertriebsstrategie, insbesondere in Deutschland.

Trotz der schwachen Entwicklung in Europa konnte Nio auf Konzernebene einen wichtigen Meilenstein erreichen: Im vierten Quartal gelang erstmals ein operativer Gewinn auf Quartalsbasis. Maßgeblich dazu beigetragen haben laut Marktexperten steigende Skaleneffekte durch wachsende Produktionszahlen. Insgesamt setzte das Unternehmen im Jahr 2025 weltweit mehr als 326.000 Fahrzeuge ab, was einem Wachstum von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Europa hingegen spielt für diesen Erfolg bislang kaum eine Rolle. In den sieben Kernmärkten – darunter Deutschland, Norwegen und die Niederlande – wurden laut der Automobilwoche im gesamten Jahr lediglich 1129 Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem weiteren Rückgang von 31 Prozent im Vergleich zu 2024 und unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten des Herstellers auf dem europäischen Markt.

Europa gilt laut der Unternehmensführung weiterhin als strategisch wichtig, auch wenn man sich offiziell bewusst Zeit bei der Entwicklung nimmt und nicht auf kurzfristige Absatzzahlen fokussiert. Angesichts der schwachen Verkaufszahlen scheint jedoch die Geduld zu schwinden. Nio hat der Automobilwoche zufolge eine umfassende Umstrukturierung seiner europäischen Aktivitäten eingeleitet, die in Kürze abgeschlossen sein soll. Die bisher länderspezifische Organisation werde durch eine funktionsorientierte Struktur ersetzt, um effizienter zu arbeiten und Wachstumspläne besser zu koordinieren. Gleichzeitig sollen Kosten gesenkt werden.

Die Konsequenzen sind laut dem Branchenportal bereits sichtbar: In Deutschland, wo 2025 nur etwas über 300 Fahrzeuge verkauft wurden, werde die bisherige Führungsstruktur als nicht mehr tragfähig angesehen. Landeschef David Sultzer verlasse das Unternehmen. Wie es für die rund 120 Mitarbeiter weitergehe, sei noch offen. Unverändert blieben das Münchner Entwicklungszentrum sowie zentrale europäische Führungspositionen und der Servicebetrieb.

Auch im Vertrieb soll ein Kurswechsel anstehen. Der Direktvertrieb in Europa wird demnach wohl in vielen Märkten aufgegeben und durch ein klassisches Händlermodell ersetzt. Ausnahmen sollen Länder sein, in denen das bisherige Modell funktioniert, etwa die Niederlande oder Norwegen. In Deutschland hingegen dürfte der Direktvertrieb vor dem Aus stehen.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: China, Europa, Start-upUnternehmen: Nio
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    02.04.2026 um 13:53

    Die Umstellung des Vetriebsmodells auf Händler treibt ja auch BYD grade voran: Auch in China ist offensichtlich angekommen, dass es zwar auch in Deutschland zwar immer mehr Onlinekäufe gibt, grade für einen Markenwechsel die regionale Erreichbarkeit aber entscheidend ist.
    Und auch wenn man es vielleicht nicht zugeben will: Alleine schon wegen der geringen Zahlen muss man das Vetriebsmodell ändern. Ein Händler, der diverse Marken verkauft, kann sich schnell mal einen Nio in eine Ecke stellen und anbieten: Einerseits erreicht Nio so Kunden, die nie gezielt zu Nio gegangen wären. Andererseits kann dieser Händler es eher verkraften, wenn nur alle zwei Tage eine Person Interesse an Nio hat und nur einer im Monat tatsächlich kauft: Die Vertriebsmitarbeiter beschäftigen sich halt den Rest der Zeit mit den Kunden anderer Marken. In einem Nio-Showroom sitzt der Mitarbeiter sonst nur rum, will aber trotzdem bezahlt werden. 120 Mitarbeiter in der Vetriebsorganisation bei gut 300 Verkäufen zeigt ja doch ein sehr deutliches Missverhältnis. Rechnerisch ergeben sich so sicher 15.000 € alleine an Personalkosten alleine im Vertrieb in Deutschland pro Fahrzeug…die ja vom Netto-Umsatz nach Abzug der Mehrwertsteuer bezahlt werden müssen.

    Antworten
  2. Ruffy Uzumakii meint

    02.04.2026 um 00:04

    Ja, ich hab Tipps für euch. Preise runter. Bei allem. Für Miete und Kauf der Batterie. An sich würden mich die Fahrzeuge interessieren, aber viele Chinesen wollen mit Premiumpreisen in Europa ankommen.

    Nix funktionieren so.

    Antworten
  3. H24menie meint

    01.04.2026 um 21:48

    Achso, der alte Schinken.. Ich dachte hier werden die aktuellen „News“ von heute berichtet.
    Q1 mit einem Plus von fast 100% ggü. 2025. könnte wieder eine positives Quartal werden.

    Antworten
  4. Egon_meier meint

    01.04.2026 um 14:22

    Europa bleibt Problemfall?
    Das ist sehr, sehr positiv formuliert

    In Europa ist der Absatz so gut wie Null

    Antworten

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