Stellantis führt laut der Nachrichtenagentur Reuters fortgeschrittene Gespräche mit dem chinesischen Autobauer Leapmotor über die gemeinsame Entwicklung eines elektrischen SUV unter der Marke Opel. Nach Angaben von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen soll das Modell auf Technologie von Leapmotor basieren und im spanischen Stellantis-Werk Zaragoza produziert werden.
Eine Einigung könnte Stellantis dabei helfen, Kosten und Entwicklungszeit für ein neues Elektrofahrzeug zu reduzieren. Hintergrund ist eine strategische Verschiebung hin zu Hybridfahrzeugen mit Verbrenner und Elektromotor. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen eine Abschreibung von 25 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Reduzierung seiner Elektrofahrzeugpläne bekannt gegeben.
Zugleich will Stellantis dem Bericht zufolge dem Stromer-Wettbewerb durch chinesische Marken wie BYD in Europa begegnen und die Auslastung seiner europäischen Werke verbessern. Konzernchef Antonio Filosa, der das Amt im Juni des vergangenen Jahres übernommen hat, will im Mai einen neuen langfristigen Geschäftsplan vorstellen.
Die Zusammenarbeit zwischen Stellantis und Leapmotor geht auf das Jahr 2023 zurück, als Stellantis rund ein Fünftel des chinesischen Unternehmens übernahm. Zudem wurde mit Leapmotor International ein Joint Venture ins Leben gerufen, das für Verkauf und Produktion außerhalb Chinas zuständig ist.
Kompaktes E-SUV auf geteilter Architektur
Das geplante Opel-Modell soll auf einer gemeinsamen Architektur mit dem kompakten SUV B10 von Leapmotor basieren, das ebenfalls im Laufe dieses Jahres für den europäischen Markt in Zaragoza gefertigt werden soll. Zwei der Insider zufolge ist der Produktionsstart für das neue Opel-Fahrzeug im Jahr 2028 vorgesehen, mit einer angestrebten Jahresproduktion von 50.000 Einheiten.
Nach den derzeit diskutierten Bedingungen würde Leapmotor zentrale Technologien und Komponenten liefern, darunter elektronische Systeme, während Opel das Außendesign verantwortet. Ein erheblicher Teil der Entwicklung soll in China stattfinden.
Die Gespräche über das unter dem Codenamen O3U geführte Projekt begannen offenbar Ende 2025. Eine Einigung könnte laut einer Quelle noch in diesem Monat erzielt werden. Stellantis erklärte dazu lediglich, es gebe Bemühungen zwischen den Partnern zur Ausweitung der Zusammenarbeit, ohne weitere Details zu nennen.
Leapmotor bestätigte Gespräche mit Partnern, darunter Stellantis, teilte Reuters jedoch mit, dass sich diese auf die Lieferung eigener Komponenten beschränkten und keine Plattformkooperation geplant sei. Zu Details des Opel-Projekts äußerten sich die Chinesen nicht. Im vergangenen Monat hatte Leapmotor erklärt, einige Projekte mit Stellantis befänden sich in fortgeschrittene Verhandlungsphasen.
Parallel prüft Stellantis laut einer weiteren Quelle den Einsatz von Leapmotor-Technologie für die nächste Generation des kompakten SUV Opel Mokka. Zudem sollen erste Gespräche über ein mögliches Alfa-Romeo-Modell auf derselben Architektur in Zaragoza laufen. Der geplante Opel-Stromer gilt als das am weitesten fortgeschrittene Projekt unter mehreren diskutierten Vorhaben.


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