Das sich stark unterscheidende Design der Mercedes-Modelle mit reinem Elektroantrieb und Verbrennungsmotor wird sich nach Aussage von Technikchef Jörg Burzer wieder angleichen. In manchen Segmenten soll es gar keinen Unterschied mehr geben wie im Einstiegssegment auf Basis der vorrangig für Vollstromer entwickelten Plattform MMA (Mercedes Modular Architecture).
„Im Entry-Segment sind wir mit MMA sehr synchron auf einer Architektur, und dazu gehört auch künftig ein Einstiegsmodell. Hier ist es leichter, über eine quer basierte Powertrain-Architektur Antriebsflexibilität darzustellen und gleichzeitig in einer Designsprache zu bleiben“, so Burzer im Gespräch mit Auto Motor und Sport. „Genau das sehen Sie bei MMA: Dort bewegen wir uns sehr stark in derselben Form- und Designsprache. In anderen Segmenten werden wir uns bei batterieelektrischen Fahrzeugen und Verbrennern ebenfalls stärker annähern.“
Allerdings habe diese Angleichung ihre Grenzen. Burzer: „Für den GLC ist der Ansatz etwas anders, da die großen, längs eingebauten Vier- und Sechszylindermotoren zu Abstrichen im Raumangebot führen würden. Um Verbrennungsmotoren unterzubringen, müssten wir bei Raum und Komfort Kompromisse eingehen, was wir als Mercedes-Benz nicht wollen.“ Dennoch nähere sich auch in dem Segment das Design zwischen elektrifizierten Verbrennern und Elektrofahrzeugen weiter an.
Der neue CLA auf der MMA zeigt bereits die neue Designausrichtung von Mercedes: Die rein elektrischen und Mild-Hybrid-Versionen sind optisch nur durch Nuancen zu unterscheiden, vor allem mit Blick auf die etwas anders gestaltete Front. GLC und C-Klasse der jüngsten Generation mit dem neuen markanten Front-Design wurden bisher nur in den rein elektrischen Versionen gezeigt. Wie genau sich diese von den Verbrennern unterscheiden, bleibt abzuwarten.
Mercedes wollte eigentlich seine modernen Elektroautos optisch eigenständig zeichnen, vor allem auch zugunsten der Aerodynamik für mehr Effizienz und Reichweite. Doch die fließende, bogenförmige Dachlinie und die coupéhafte Silhouette mit geschlossener, tiefschwarzer Frontgrillfläche der „EQ“-Modelle kamen am Markt nicht an. Mercedes setzt daher künftig wie BMW darauf, seine Verbrenner- und Elektroautos sehr ähnlich zu gestalten.

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