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Citroën will mit Historie, Charakter, Kundennähe und Tempo gegen neue Rivalen bestehen

05.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

Citroen

Bild: Citroën

Citroën will sich im Wettbewerb mit neuen chinesischen Anbietern stärker auf die eigene Geschichte stützen sowie Autos mit mehr Ausstrahlung auf den Markt bringen, berichtet Autocar. Zugleich soll die zum Stellantis-Konzern gehörende Marke von den neuen Wettbewerbern lernen, Fahrzeuge schneller und effizienter zu entwickeln. Im Zentrum stünden damit die Abgrenzung über eigene Merkmale und die Beschleunigung interner Abläufe.

Die Franzosen gelten dem Bericht zufolge wegen ihres SUV-orientierten Modellprogramms und ihrer Positionierung im Preis-Leistungs-Bereich als besonders sichtbar von chinesischen Marken wie Omoda, Jaecoo, Geely und Changan betroffen. CEO Xavier Chardon sieht Citroën dennoch in einer guten Ausgangslage, um den Marktanteil zu halten und sogar auszubauen. Er verweist dabei auf die besonderen Eigenschaften der Marke und auf einen strikten Fokus auf Kundenanforderungen.

„Wir sehen die Chinesen in Europa expandieren“

Im Austausch mit britischen Journalisten sprach Chardon die schnelle Expansion einzelner chinesischer Marken in Europa offen an. Mit Blick auf den britischen Markt verwies er auf starke Durchbrüche von Omoda und anderen Marken im ersten Quartal. Er sagte: „Wir sehen die Chinesen in Europa expandieren“, doch das halte Citroën nicht davon ab, selbst Marktanteile zu gewinnen.

Chardon ordnete die aktuelle Entwicklung in eine längere Abfolge früherer Markteintritte ein. Zuerst habe man die Expansion japanischer Hersteller in Europa erlebt, dann jene südkoreanischer Marken, nun kämen chinesische Anbieter hinzu. Diese träten mit starken Modellen auf, besonders bei Plug-in-Hybriden und Elektroautos. Für Citroën sei das ein Anstoß, aktiver zu werden, die Komfortzone zu verlassen und Produkte anzubieten, die den Erwartungen der Kunden entsprechen.

Künftig will sich Citroën stärker auf seine 107-jährige Geschichte im europäischen Autoverkauf stützen, erklärte der CEO laut Autocar. Geplant sind demnach eine charakteristische neue Designsprache sowie Fahrzeuge, deren Konzeption und technische Auslegung eng auf lokale Kundenanforderungen abgestimmt sind. Citroën verfolgt laut Chardon „einen anderen Weg“, er verweist hier insbesondere auf die Historie der französischen Traditionsmarke.

Markantere Interieurs, schnellere Entwicklung

Dazu gehört nach seinen Worten auch der Verzicht auf eine allgegenwärtige Bildschirmlandschaft. Nicht jeder Kunde suche immer mehr Technologie, deshalb werde es in aktuellen und künftigen Citroën-Modellen nicht überall mehrere Displays geben. Dieser kundenbezogene Ansatz solle sich zudem in markanteren Innenräumen zeigen, die sich von Wettbewerbern unterscheiden. Als Beispiel für individuellere Interieurs nannte Chardon die Studie ELO, während das Cockpit des aktuellen C3 das Ziel der Marke zeigen soll, Informationen „einfach und zugänglich“ zu machen.

Trotz der Betonung eigener Stärken sieht der Citroën-Chef bei chinesischen Herstellern wichtige Lehren, vor allem bei Tempo und Effizienz in der Fahrzeugentwicklung. Die wichtigste Lehre für europäische Hersteller sei „Geschwindigkeit, Geschwindigkeit, Geschwindigkeit“. Zugleich schränkte er ein, dass sich nicht jede Praxis übertragen lasse. In China könnten Hersteller Fahrzeuge leichter auf den Markt bringen und anschließend weiterentwickeln, auch weil Käufer im Schnitt jünger seien und nachträgliche Updates eher annähmen.

Genau diesen Ansatz bewertet Chardon jedoch zurückhaltend. Er sagte, er sei „kein großer Fan von Beta-Tests“ und verwies auf den C3, bei dem es erhebliche Probleme gegeben habe, die den Marktstart verzögerten, später weitere Schwierigkeiten verursachten und zu einem kostspieligen Rückruf samt weiter laufendem Qualitätsverbesserungsprogramm führten. Gleichwohl arbeitet Citroën nach seinen Worten daran, die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen.

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Via: Autocar
Tags: Design, MarketingUnternehmen: Citroën
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Böhser Neffe meint

    05.05.2026 um 19:15

    Interessiert außerhalb Franksreich irgendjemanden Citreon?

    Das Image von Renault erscheint mir zwigespalten, aber PSA/STLA eher unterirdisch.

    Antworten
  2. Teamracer meint

    05.05.2026 um 15:09

    Wie wäre es mit Software die funktioniert.
    Unser Citroen ë C3 ist eine softwaremässig eine Katastrophe.

    Antworten
    • F. K. Fast meint

      05.05.2026 um 17:11

      Das ist auch so mein Eindruck aus diversen Foren. Ich denke, Bestandsfahrzeuge mit Updates zu versorgen, wuerde auch positiv auf die Marke abfaerben. Aktuell ist Citroen leider fuer mich einfach nur zu einer Billigmarke geworden – nicht guenstig, sondern billig. Dabei fuhr ich frueher selber einen BX (mit Hydropneumatic) und war ziemlich zufrieden.

      Antworten
    • tutnichtszursache meint

      05.05.2026 um 22:08

      Ihr habt ein Auto gekauft, bei dem der elektrische Antriebsstrang bei Dongfeng in China entwickelt wurde, der dann in eine multinationale Plattform gesteckt wurde, an der Plattform haben Franzosen (Citroen C3), Italiener (Fiat Grande Panda) und Deutsche (Opel Frontera) mitgeredet und gepfuscht und dann werden die Autos in der Slowakei und/oder Serbien zusammengenagelt – tja…

      Antworten
  3. South meint

    05.05.2026 um 14:52

    Hohle Phrasen. „Historie, Charakter, Kundennähe und Tempo“. Da tun sie immer so, als ob man mit seinem Hersteller verheiratet wäre. Für das Wechsel seines Hersteller braucht man aber keinen Scheidungsanwalt, ja nicht mal ein Formular. Natürlich gibt es auch eine Kundenbindung, aber wer kein marktgängies Produkt anbieten kann, der wird verschwinden, denn den Kunden ist das gesabble der Phrasen schlicht egal.
    Und wegen der Kundennähe. Das spielt beim eAuto nur noch eine untergeordnete Rolle, weil eAutos bei weitem nicht mehr so wartungsintensiv sind. Eine Fachwerkstatt in einem Ballungszentrum in der Nähe reicht aber sowas von locker aus…

    Antworten

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