Chinesische Autohersteller wollen laut den Beratern von AlixPartners ihre Produktion im Ausland bis 2030 nahezu verdreifachen und auf 3,4 Millionen Fahrzeuge steigern. Europa und Lateinamerika gelten dabei als wichtigste Zielmärkte. Die Unternehmen der Volksrepublik suchen demnach verstärkt nach Wegen, den harten Preiskämpfen und Überkapazitäten in ihrem Heimatmarkt zu entkommen.
Für Chinas Autobauer markiert dieser Schritt einen Wandel. Sie stützten sich bislang auf den großen Binnenmarkt, sehen sich dort inzwischen aber mit intensivem Wettbewerb und sinkenden Margen konfrontiert. Nach Angaben von Dan Hearsch, globaler Co-Leiter der Automotive- und Industriesparte von AlixPartners, sind die Fahrzeugpreise in China in den vergangenen zwei Jahren um ein Fünftel gefallen.
Im Wettbewerb mit westlichen Herstellern behaupten sich aufstrebende chinesische Marken durch günstigere Modelle, schnellere Produktzyklen und fortschrittliche Systeme für intelligente Fahrzeuge. Berater Hearsch sagte gegenüber Automotive News: „Die Kosten und die Geschwindigkeit chinesischer Autohersteller bleiben Weltklasse.“ Die Übersee-Wettberwerber müssten mit einer konsequenten Ausrichtung auf für die Kunden tatsächlich wichtigen Produkteigenschaften reagieren.
AlixPartners zufolge planen chinesische Marken die Produktion in mindestens 16 Ländern außerhalb Chinas. Grundlage der Angaben ist eine Umfrage unter 1002 Führungskräften von Autoherstellern, Tier-1-Zulieferern und Technologieunternehmen. Europa ist dabei ein zentrales Ziel für Unternehmen, die ihre Produktion vor Ort ansiedeln und hohe EU-Zölle auf importierte batterieelektrische Fahrzeuge aus China vermeiden wollen.
Auch bei den Verkäufen in Europa wird ein deutlicher Zuwachs genannt. Nach Angaben von Dataforce erreichten chinesische Autohersteller im März mit 149.094 Fahrzeugen einen Rekordwert, was einem Plus von 97 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die meistverkaufte chinesische Marke war MG (einst britisch) mit 39.717 Verkäufen, gefolgt vom 205 weltweit führenden E-Auto-Produzenten BYD sowie Chery.

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