Horse Powertrain, das Joint Venture von Renault und Geely für Verbrennungsmotoren, hat den X-Range C15 Direct Drive präsentiert. Der „All-in-One“-Hybridantrieb soll es ermöglichen, reine Batterie-Elektroauto-Plattformen (BEV) als Basis für HEV, PHEV und EREV (Vollhybride, Plug-in-Hybride, Range-Extender-E-Fahrzeuge) zu nutzen.
Der neue Antrieb ist eine Weiterentwicklung des C15, den Horse Powertrain im vergangenen Herbst auf der IAA Mobility in München präsentiert hatte. Dieser C15 war darauf ausgelegt, mit BEV-Plattformen nachträglich einen Range-Extender-Antrieb zu ermöglichen – also ein Elektroauto mit zusätzlichem kompakten Verbrennungsmotor ohne Verbindung zu den Rädern, der als Stromgenerator dient.
Der X-Range C15 Direct Drive geht über diese frühere Auslegung hinaus. Er soll auch Vollhybride und Plug-in-Hybride ermöglichen, selbst wenn die Plattform ursprünglich nur für rein batterie-elektrische Antriebe entwickelt wurde.
Ein zentraler Unterschied betrifft die Rolle des Verbrennungsmotors, erklärt das Portal Electrive. Beim 2025 vorgestellten C15 war der 1,5 Liter große Vierzylinder als Generator vorgesehen, um die Batterie aufzuladen. Bei der 2026 vorgestellten Direct-Drive-Version kann der Benziner auch die Räder direkt antreiben.
Auch beim Einbau unterscheidet sich die neue Einheit vom C15 als reinem Range Extender. Der C15 kann horizontal oder vertikal montiert werden, um die Platzierung an Vorder- oder Hinterachse zu ermöglichen. Die Direct-Drive-Version soll dagegen die hintere elektrische Antriebseinheit einer BEV-Plattform ersetzen.
In der „All-in-One“-Einheit sind ein Vierzylinder, ein Getriebe, Leistungselektronik und zwei Elektromotoren integriert. Fahrzeuge nur mit dem X-Range C15 Direct Drive sind Hecktriebler. Mit einem Elektromotor an der Vorderachse kann auch ein Allrad-Fahrzeug umgesetzt werden. Die beiden Elektromotoren sind in einer P1+P3-Konfiguration angeordnet. Einer sitzt am Ende der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors, der zweite an der Abtriebswelle des Getriebes. „Der P1-Motor dient primär als Generator, sowohl im Reihen- als auch im Parallelbetrieb“, erläutert Horse Powertrain.
Die Saugmotor-Variante des Vierzylinders ist für Fahrzeuge im B- und C-Segment (Kleinwagen und Kompaktwagen) vorgesehen und leistet bis zu 70 kW/95 PS. Für größere Fahrzeuge des D-Segments (Mittelklasse) erhält der Benziner einen Turbolader; die Leistung steigt dann auf bis zu 120 kW (163 PS). Zur X-Range-Familie gehören neben dem C15 Direct Drive auch der C15 für EREV-Antriebe an der Hinterachse und der F15 für den Einbau an der Vorderachse.
Matias Giannini, CEO von Horse Powertrain, beschreibt den X-Range C15 Direct Drive als „All-in-One-Antrieb“. Er wirbt, die Einheit erlaube die Umrüstung von BEV-Plattformen auf Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit geringem Aufwand an Neukonstruktion und Werkzeugänderungen.

Peter meint
Der Name „Horse“-Powertrain verdeutlicht ja schon, dass es sich um eine sehr althergebrachte Technologie handelt, mit Abgasen und Auswurf, in den man lieber nicht reintritt. Nur zum Blumendüngen eignet sich der Auswurf entgegen der namensgebenden Technologie nicht.
Insgesamt hat das Marketing da ganze Arbeit geliefert.
Buzzler meint
Das wär doch DIE Lösung für den IDBuzz
MK meint
Ein reines Verbrennungsmotorenunternehmen will also Verbrennungsmotoren verkaufen…so weit, so gut.
Jetzt aber mal zum Kern des Themas: Die IAA, wo eben der Range Extender als fertig entwickeltes Produkt vorgestellt worden ist, ist jetzt 7,5 Monate her. Wenn ich das aber richtig sehe, hat zumindest in Europa kein Hersteller ein Modell mit diesem Motor auch nur angekündigt, auch Renault als Anteilseigner nicht. Damit verbrennt diese Entwicklung bisher nur eines: Das Geld der Anteilseigner.
M. meint
Ja.
Bin mal gespannt, wann die Anteilseigner das merken.
Was aus dem Artikel irgendwie gar nicht hervorgeht: welches Problem löst dieser Antrieb?
Wahrscheinlich wird es billiger sein als andere, ähnliche Lösungen. Aber sonst?
Vielleicht kann er sich wenigstens beim Verbrauch von üblichen PHEV / REX Lösungen absetzen, das ist ja bisher nicht so das gelbe vom Ei.
MK meint
@M.
Man wird halt schwierig wieder rauskommen: Wer kauft heute noch ein ausschließlich auf Verbrennungsmotoren ausgerichtetes Unternehmen? Einen hat man zumindest gefunden: 10% sind vor knapp 1,5 Jahren an Saudi Aramco gegangen…einen arabischen Ölkonzern, der natürlich großes Interesse daran hat, Verbrenner auf den Straßen zu halten.