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Leapmotor-Chef sieht Preisargument chinesischer Anbieter schwinden

06.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 16 Kommentare

Leapmotor

Bild: Leapmotor

Zhu Jiangming treibt die internationale Expansion von Leapmotor voran. Im Gespräch mit Press-Inform thematisiert der Gründer und CEO Wachstumsziele, die Zusammenarbeit mit dem europäischen Autokonzern Stellantis und die Frage, welche Hersteller in den kommenden Jahrzehnten bestehen werden.

Der weltweite Absatz von Leapmotor legte im vergangenen Jahr um 103 Prozent zu und verdoppelte sich damit nahezu. Für dieses Jahr hat das Unternehmen das Ziel ausgegeben, eine Million Fahrzeuge auszuliefern. Der Jahresauftakt blieb jedoch verhalten: Im ersten Quartal wurden nach Angaben von Zhu Jiangming 110.000 Einheiten zugelassen.

Den größten Beitrag zum Volumen soll weiterhin der chinesische Inlandsmarkt leisten. Für Europa plant das Unternehmen ein Wachstum von 15 Prozent. Ein zentrales Element der Internationalisierungsstrategie ist dabei die Zusammenarbeit mit Stellantis. Leapmotor nutzt die Produktionsinfrastruktur des europäischen Autokonzerns, darunter ein Werk im spanischen Saragossa. Dort soll die Fertigung vollständig lokal erfolgen, um die europäischen Zollauflagen zu erfüllen, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil von mindestens 70 Prozent verlangen. Als erstes Modell soll noch vor Ende des Jahres das SUV B10 vom Band laufen.

Zhu Jiangming bezeichnet die Produktion in China weiterhin als attraktiv, weil Leapmotor dort 65 Prozent der Wertschöpfungskette selbst kontrolliere. Diese Quote hat nach seinen Angaben erheblichen Einfluss auf die Kostenstruktur. Zugleich geht die Partnerschaft mit Stellantis über Produktion und Logistik hinaus.

Der CEO schließt nicht aus, dass Plattformen oder Batterietechnologie von Leapmotor künftig in Fahrzeugen von Stellantis-Marken wie Opel oder Fiat eingesetzt werden. Konkrete Entscheidungen gibt es dazu bislang nicht, die Möglichkeit wird aber geprüft. Auch gemeinsame Produktionsstandorte außerhalb Europas, etwa in Malaysia oder Südamerika, hält der Leapmotor-Chef für denkbar, sofern sie wirtschaftlich sinnvoll sind.

Für den Markterfolg verweist Zhu Jiangming auf eine sorgfältige Analyse der Zielmärkte sowie auf die Unterstützung von Stellantis bei Marketing, Vertrieb und Finanzierung. Das Preisargument chinesischer Anbieter werde mit wachsender Bekanntheit der Technologie an Bedeutung verlieren. Mit Blick auf Fahrerassistenz und autonomes Fahren sieht er die Hersteller der Volksrepublik bereits in einer starken Position – etwa ein Drittel der chinesischen Verbraucher nutze solche Funktionen im Alltag. Langfristig werde autonomes Fahren zur Standardausstattung.

Für die globale Branche nennt Zhu Jiangming eine Mindestgröße von 3,5 Millionen Fahrzeugen pro Jahr, besser noch vier Millionen, um zur Weltspitze zu zählen. Von derzeit rund 17 großen Produktionskonzernen in China werde nur eine Handvoll übrigbleiben. Die Prognose von Zhu Jiangming lautet: In Zukunft werden 50 bis 80 Prozent aller weltweit produzierten und verkauften Autos aus chinesischer Fertigung stammen.

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Via: Elektroauto-News.net
Tags: China, Europa, ProduktionUnternehmen: Leapmotor
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Futureman meint

    07.05.2026 um 15:31

    Gefällig designte Autos mit ordentlichen Werten zu vernünftigen Preisen scheinen viele Abnehmer zu haben. So entstehen entsprechend hohe Steigerungsraten bei den Verkäufen. Jeder, der schon einmal in einem Leapmotor Platz genommen hat, versteht diese Nachfrage. Dazu kommt die aktuelle Rabattaktion, die deren Fahrzeuge fast unschlagbar in Preis/Leistung machen. Glück für Stellantis, dass sie jetzt auch ein erfolgreiches Autounternehmen im Portfolio haben.
    Im Hauptautomarkt immerhin auf Platz 5 der meistverkauften NEV, der erste deutsche Hersteller (VW) findet sich (dank chinesischer Beteiligung von Saic) auf Platz 22.

    Antworten
  2. Peter meint

    07.05.2026 um 11:55

    Zitat Artikel:
    „Der weltweite Absatz von Leapmotor legte im vergangenen Jahr um 103 Prozent zu und verdoppelte sich damit nahezu. “
    Kleiner Exkurs in die Untiefen der Prozentbetrachtung: Eine „Zunahme um 100%“ ist eine Verdopplung. Eine „Zunahme um 103%“ ist mehr als eine „Zunahme um 100%“ und damit auch mehr als eine Verdopplung.

    Antworten
    • Jörg2 meint

      07.05.2026 um 13:27

      Die Rechnung kommt vom Mathegenie-Gespann Trump/KennedyJr. ;-))

      Antworten
  3. Jörg2 meint

    07.05.2026 um 11:16

    „… Geldhahn abdrehen und Selbstbewusst zu rein europäischen Produkten greifen, …“

    Mal losgelöst davon, dass es mir schwer fällt ein „rein europäisches Produkt“ im Techniksektor zu finden (zählt da die gesamte Vorkette aller Rohstoffe dann mit in die Betrachtung hinein?)…
    groß gemacht wurde die chinesische Autoindustrie durch den bereitwilligen Technologietransfer der westlichen Verbrennerhersteller. Dies erfolgte, völlig ideologie- und moralfrei profitgetrieben.

    Antworten
    • M. meint

      12.05.2026 um 12:00

      …und auf ausdrückliche Anfrage des zuständigen Ministers, der bei VW unangemeldet mit seiner Delegation vor den Werkstoren stand.
      Außerdem war es ein für China bedeuteter Schritt in der Industrialisierung des Landes und der größte Transfer von Wissen über industrielle Prozesse, die Schaffung von Millionen Arbeitsplätzen und damit ein beispielloser Entwicklungsschub für das ganze Land. Alles nach Plan. Dass Chinesen langfristige Pläne machen, ist an sich auch bekannt – das hier gehört dazu.
      Nur China-Influenzer können hier von einer Selbstlosigkeit dieses Landes reden, oder davon, dass hier nur eine Seite profitiert hätte.

      Antworten
  4. FrankyAC meint

    07.05.2026 um 07:43

    Hm, eine Steigerung um 103% ist also fast eine Verdoppelung? Wieder was gelernt. ;)

    Ich frage mich ja, wann die niedrigen Preise aus China denn für die Welt außerhalb Chinas überhaupt mal Realität werden. Auch für Leapmotor soll man hier rund das Doppelte wie in China zahlen. Bei den Preisen binde ich mir die Schrott-Software dieser chinesischen Karren nicht ans Bein.

    Antworten
    • Futureman meint

      07.05.2026 um 15:25

      Die Tücken der Mathematik, genau 100% ist genau eine Verdoppelung. 103% ist eben nur fast, wenn auch etwas mehr. Deutsche Hersteller haben mit solchen „Problemen“ leider nichts zu tun.

      Antworten
  5. Steven B. meint

    06.05.2026 um 13:26

    Ich werde nie zu einem chinesischen Fahrzeug greifen und weiterhin Europische Produkte anderer Kontinente vorziehen. Made in Europe for Europe! Wir sollten keine Diktatoren finanzieren, egal ob übern Teich oder in Asien – Geldhahn abdrehen und Selbstbewusst zu rein europäischen Produkten greifen, das sind die Produkte die uns ein Auskommen und eine Zukunft sichern.

    Antworten
    • M. meint

      06.05.2026 um 14:40

      Solange diese Verbindung zur KP besteht – ja.
      Aber wenn ein Unternehmen es schafft, sich davon glaubwürdig zu emanzipieren und wie ein „normales“ Unternehmen zu agieren, das nicht unter der Fuchtel eines Diktators steht, kann man sich das schon nochmal anschauen.
      Nur sehe ich diesen Punkt noch nicht.

      Antworten
    • South meint

      06.05.2026 um 15:16

      Prinzipiell bin ich im Falle von China bei dir, denn neben der Moral würde China bei einer Abhängigkeit uns damit unter Druck setzen. Aber, dafür müssen wir auch technisch wie preislich marktfähige eAutos haben, denn sonst kippt es trotzdem, denn Autos sind jetzt nicht überlebenswichtig und einzigartig nur aus China erhälltich.
      Und nö, freies Land ja, aber europäisch muss nicht sein. USA, Korea, Japan… da hätte ich nicht das allerkleinste Problem damit, mir da ein eAuto zu kaufen, wenn das für mich attraktiver wäre.
      Und die USA sind keine Diktatur, dass ist nun wirklich übertrieben, denn Trump wurde gewählt und auch nach Bidens Amtszeit in einer offenen, freien Wahl nochmal gewählt. Die Wahlen sind frei und geheim und es ist nicht absehbar, dass Wahlen ausfallen würden, auch die Gerichte haben schon einige Entscheidungen Trumps einkassiert, was in einer Diktatur nicht möglich wäre. Auch hier. Will bestimmt nicht Trump hochjubeln, aber die Denke ist zu einseitig…

      Antworten
      • M. meint

        08.05.2026 um 10:13

        Nö, muss nicht aus Deutschland sein, da gehe ich mit.
        Aber deine Naivität ggü dem, was in den USA passiert, ist schon erschreckend.
        https://www.deutschlandfunk.de/trump-republikaner-sollten-wahlen-verstaatlichen-bislang-bundesstaaten-und-lokalbehoerden-zustaendig-100.html
        https://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-mit-welchen-tricks-trump-diezwischenwahlen-beeinflussen-will/100197362.html
        https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4177/ein-jahr-trump-chronologie-der-angriffe-auf-die-presse
        https://www.deutschlandfunkkultur.de/trump-jimmy-kimmel-satire-meinungsfreiheit-usa-100.html
        … und damit könnte ich den ganzen Tag weitermachen.
        Du schaust weg, oder es gefällt dir politisch. Anders ist deine Verharmlosung nicht erklärbar.
        Wusstest du, dass 4 republikanische Präsidentschaftskandidaten die Wahl gewonnen haben, obwohl sie den „public vote“ verloren haben? Trump ist einer davon.
        Und jetzt rate, wie oft das umgekehrt passiert ist.
        Dann kommst du drauf, was der Typ da versucht. Nein, es ist noch keine Diktatur. Aber er ist ja noch im Amt, oder…?

        Antworten
  6. David meint

    06.05.2026 um 13:16

    Da wär ich jetzt nicht drauf gekommen. Wenn man in Europa fertigen muss statt in China wird es teurer. Das ist ja ein Ding! Aber jenseits dieser Binsenweisheit lernt man, Stellantis wird immer mehr chinesisch. Bei Tesla kommt 50 % der Modellpalette aus China und bei Stellantis ist das vielleicht demnächst auch so.

    Antworten
    • Miro meint

      06.05.2026 um 14:52

      Gut, dass du Tesla mit untergebracht hast. Auf dich ist verlass.

      Antworten
      • David meint

        06.05.2026 um 21:21

        Gern geschehen!

        Antworten
    • Gernot meint

      06.05.2026 um 16:25

      Bei der VW-Marke Cupra kommen auch 50% der Elektro-Modellpalette aus China ;-)

      Antworten
    • Futureman meint

      07.05.2026 um 10:23

      Wie erklärt sich dann, dass das Model Y aus Deutschland fast genauso viel kostet wie das Model 3? Hat vielleicht doch Vorteile, Werke verteilt auf der Welt zu haben. Und für den Thrill in Ländern oder Staaten, wo es allgemein schwierig ist mit der Produktion.

      Antworten

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