Die durch den Iran-Konflikt steigenden Spritpreise führen bei Autovermietern bislang nicht zu einer spürbar höheren Nachfrage nach Elektroautos. Weder internationale noch mittelständische Mobilitätsanbieter verzeichnen nach eigenen Angaben ein gestiegenes Interesse an batterieelektrischen Fahrzeugen in der Kurzzeitmiete. Von einem Boom bei E-Auto-Anmietungen ist in diesem Segment nichts zu erkennen, berichtet die Automobilwoche.
Matthias Krohn, Präsident des Bundesverbands der Autovermieter Deutschlands und Geschäftsführer der Autovermietung Wucherpfennig, sagte dem Branchenportal: „Wir spüren derzeit keine signifikant verstärkte Nachfrage.“ Im Tagesgeschäft sei weiterhin eine deutliche Zurückhaltung zu beobachten. Wenn Interesse an Stromern bestehe, dann gehe es meist um Anmietungen über mehrere Monate.
Krohn verwies darauf, dass der aktuelle Konflikt möglicherweise Vorzieheffekte bei Menschen auslösen könne, die die Beschaffung eines E-Autos ohnehin geplant hatten, und zusätzlich einen Impuls geben könne. Nachhaltig wird diese Veränderung seiner Einschätzung nach jedoch nicht sein. Zuvor hatte der Autohandel von einem gestiegenen Interesse an Elektroautos in den vergangenen Wochen berichtet. Nach Angaben von Autoscout24 legte die Nachfrage nach E-Gebrauchten im vergangenen Monat um 39 Prozent zu.
Auch internationale Vermieter melden keine deutliche Veränderung. Sixt erklärte laut der Automobilwoche, weder in Europa noch in den USA eine signifikante Veränderung der Nachfrage nach E-Auto-Anmietungen festzustellen. Die Nachfrage nach rein batterieelektrischen Fahrzeugen bleibe weiterhin sehr gering, bei Langzeitmieten liege sie etwas höher.
Bei Europcar wird das E-Angebot nach Unternehmensangaben verstärkt von Geschäftskunden genutzt, während es bei Privatkunden noch nicht angekommen ist. Eine Sprecherin von Europcar Deutschland sagte der Automobilwoche , die Nachfrage nach nachhaltiger Mobilität steige aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen grundsätzlich. Zugleich sehen Vermieter praktische Hürden: Bei kurzen Anmietungen wollten sich Nutzer in der Regel nicht lange mit dem Laden und den Bedingungen dafür beschäftigen.
Hinzu kommt Kritik an den Rahmenbedingungen an Verkehrsknotenpunkten. Sixt-Finanzchef Franz Weinberger sieht Hubs wie Flughäfen und Bahnhöfe als Problem, weil dort in der Regel nicht nur Ladeinfrastruktur, sondern auch Elektrizität fehle. Als Beispiel führte er einen Flughafen mit einer Vermietflotte von insgesamt 14.000 Fahrzeugen an, der bis 2030 nur mit zwölf Schnellladesäulen ausgerüstet werden solle, und bezeichnet das als absurd.


Anonym meint
Ich nutze den Car Sharing Anbieter Cambio. Die sind in diversen Städten in Deutschland vertreten. Jedes Auto hat seinen eigenen Parkplatz. Jeder Stromer hat eine eigene Wallbox dazu. In der Mappe liegt eine Ladekarte von einem Anbieter, in Niedersachsen ist es EWE Go. Man entriegelt die Ladeklappe, hält die Ladekarte an die Säule, packt das Ladekabel im Auto und fährt los. Komplizierter ist es nicht.
Die Autos haben eigentlich immer mindestens 80% State of Charge. Modelle sind von Kleinwagen wie Zoe oder Corsa über Kompakte wie ID.3 bis zum Kombi Astra Tourer. Preis ist der gleiche wie beim Verbrenner.
Wenn man zwischendurch Nachladen will bzw. muss, geht die Rechnung direkt an Cambio.
Alles ist im Handbuch oder Internet erklärt.
Hab diesen Vorgang immer als so angenehm wie mit einem Verbrenner empfunden. Auch Langstrecke kein Problem. In der zweiten Septemberwoche werden mit einem ID.3 FL bei einem Roadtrip über 1650km gefahren.
Aber gut anscheinend gibt es da je nach Car Sharing Anbieter sehr große Anbieter.
MK meint
@Anonym:
Bei uns (Carsharing-Anbieter Scouter) die gleiche Erfahrung: feste Stellplätze mit Wallbox und da halt Aral Routex-Ladekarte. Mir würde EWE besser gefallen (bessere Lage der Ladesäulen…), aber das kommt wohl noch von der Tatsache, dass die Mehrheit der Fahrzeuge auch da leider noch Verbrenner sind und man da nun Mal schon seit Ewigkeiten mit Aral zusammenarbeitet. Für die Tochtergesellschaft „studibus“, wo man Umzugstransporter ohne Kundenkonto mieten kann, werden sogar die Schlüsselkarten zum Öffnen der Fahrzeuge in der Regel von Aral-Tankstellen ausgegeben und die Fahrzeuge auf dem Tankstellengelände geparkt. Wobei es auch da eine ganz spannende Entwicklung gibt: Aus 20 Städten sind mittlerweile 9 geworden: Aral hat zuletzt wohl massenhaft Stellplätze gekündigt, weil sich mit Ladesäulen auf diesen Flächen offensichtlich mehr Geld verdienen lässt.
Böhser Neffe meint
Die E-Autos wieder los zu werden ist finanziell auch riskant, Autovermieter kaufen ihre Autos meine ich oft (rabattiert) und verkaufen sie dann wieder zum guten Kurs.
Mietwagen ist ein teurer Spaß (aber billiger als Taxi), da spielt der Spritpreis in Relation zum Mietpreis eher keine Rolle.
Jens Wilke meint
Eigene Erfahrung diese Woche an einem
Flughafen: Sixt – kein eAuto im
Angebot, dann eben eins bei Europcar gemietet. Also wenn Sixt nix anbietet, dann gibt es auch keine Nachfrage.
Und die Preise sind im
Vergleich für BEV höher als für vergleichbare Verbrenner. Meiner Meinung nach wollen die Vermieter einfach noch nicht.
Future meint
Wieso hat die Automobilwoche denn bei Sixt nachgefragt? Sixt gehört nach meinem Eindruck zu den großen Verhinderern von Elektromobilität. Woher soll bei Sixt eine »Nachfrage« nach Elektroautos kommen, wenn sie meistens keins anbieten? Beispielsweise aktuell am PMI auf Mallorca: Keine Chance. Die wirklich große Sixt-Station am Flughafen hat keinen einzigen BEV im Angebot. Ein Freund hatte es dort gerade vergeblich probiert. Sixt stellt sich mit seinem aggressiven Marketing ja immer als besonders cool dar – in Wirklichkeit ist das aber eine Firma ohne Verantwortung gegenüber dem Klimawandel und ohne Nachhaltigkeit in der Flotte – mit den Ansichten von Gestern. Es wird Zeit, dass Brüssel diesem Treiben endlich ein Ende setzt und dafür sorgt, dass diese Flotten endlich elektrifiziert werden.
Friedl meint
Die Vermieter denken halt auch noch immer in Verbrennerkategorien, aber ich denke sie müßten das Elektroauto vermieten neu denken.
Beispielsweise müßte in DE im Auto eine Ionity, EnBW, Allego, usw. Karte mit drinnen sein, alle im Abo mit €0,39 – mit deren Einkaufsmacht sollten sie das schon verhandeln können.
UND „natürlich“ müßte das Navi mit allen Filtern so programmiert sein, daß man zu genau den besagten Stationen gelotst wird.
Die Fahrzeugkategorien nur in rel. grobe Reichweitenklassen aufzuteilen, davon müßten sie sich wohl auch lösen. Heute müßte ich schon besser wissen, welches Auto ich bekomme, am besten gleich mit hinterlegter Ladekurve von EVKX.net und den etwas realistischeren Reichweitenangaben aus der EV-DATABASE.org.
Gernot meint
Wer privat kein Elektroauto fährt, der hat (zurecht) Berührungsängste bei BEV als Mietwagen. Der ist nicht vertraut damit, wie das Laden funktioniert, welche Ladekarten/Ladetarife man braucht, wie die Routenplanung aussieht. Und er will sich damit auch nicht auseinandersetzen, wenn er nur von A nach B kommen will. Der nimmt dann den Verbrenner. Da weiß er, wie alles funktioniert. Das dürfte vor allem für Deutsche gelten, denn kein Volk ist so veränderungsunwillig wie das Deutsche. Alles soll so bleiben wie es ist. Genau dafür wurde erst Merkel und dann Scholz gewählt. Und genau dafür fahren wir mittlerweile die Ernte ein.
Der1210er meint
Die Autovermieter müssten halt eine Ladekarte mit brauchbaren Konditionen gleich mitliefern.
Die über diese Karte geladenen kWh werden über die beim Mietbeginn hinterlegte Kreditkarte/Kontodaten verknüpft.
Dazu noch eine Lade-App vom Vermieter, wo welche Säulen zu finden sind. Mit dazugehöriger Navigation.
Fertig ist die Gartenlaube.
Justin Case meint
Tarifdschungel, Roaming, Wucher, Zugangshürden (App, Karten) machen den Einstieg neben der fehlenden Kompetenz der Vermieter maximal schwer.
Wären alle Schnelladeparks ad hoc, transparent und ohne Wucherpreise zugänglich, gäbe es dieses Problem nicht.
MK meint
@Justin Case:
Die Preise bei Ladesäulen sind deutlich transparenter als Tankstellenpreise für Benzin und Diesel: Bundesweit einheitlich und Änderungen werden Wochen im voraus angekündigt und kommen sowieso nur einmal im Jahr vor…teils seltener. Wenn ich jetzt also ein Auto für den Weihnachtsurlaub mieten würde, wüsste ich auch schon, was ich an Weihnachten bezahle. Welcher Verbrennerfahrer kann das schon von sich behaupten?
PS: Ich fahre rund 45.000 km im Jahr, lade nur öffentlich und nutze genau 2 Apps: EWE für die seltenen male, wo ich unterwegs lade und die der heimischen Stadtwerke…an den Ladesäulen könnte ich zwar auch mit der EWE-App laden, aber so ist es billiger…bei Shell bekomme ich ja mit Clubsmart/ADAC/DKV/UTA-Karte/-App auch Rabatt.
Und z.B. besagte EWE-App kann ich auch kostenlos und ohne Vertragsabschluss herunterladen und nutzen, wenn ich schon vor der Ladesäule stehe. Gleiches gilt auch z.B. für EnBW und die Preise zeigt mir teils Google Maps an. Ich sehe also das Problem nicht.
Frieder Grone meint
Wer noch keine Elektromobilitätserfahrung hat, dem würde ich auch davon abraten, diese ausgerechnet „auf die Schnelle“ mit einem Mietwagen erwerben zu wollen. Das sage ich als ausgesprochener und erfahrener BEV-Kenner seit Jahren.
Beim Mietwagen will man problemlos und ohne Nachdenken von A nach B kommen. Vor allem bei Kurzzeitmiete, etwa Geschäftsreise oder Weg zum Urlaubsort.
Elektromobilitätserfahrung erfordert aber für die meisten Einsteiger etwas Muße und ohne Zeitdruck das Ganze. Also lieber mal paar Tage und „with no hassle“ zum Auftakt. Sonst kann alles nach hinten losgehen.
Achim Puto meint
Definitiv. Ich habe im Bekanntenkreis einige Ehepaare, die haben für eine Urlaubsreise (1000 km +) erstmals ein BEV gemietet und hatten vorher keine BEV-Erfahrung. Ergebnis: „Nie wieder“, vor allem von Seiten der Ehefrau und damit auch ein privater eWagenkauf um Jahre zurückgeworfen oder auf die Unendlichkeit verschoben.
M. meint
Wenn es um „schnell von A nach B“ geht, raten Insider sogar in Norwegen von BEV ab. Auch dort geht es natürlich nicht primär um das Auto, sondern um die Ladeinfrastruktur und einen Tarifdschungel, der erst durchschaut werden muss – dazu nimmt man keinen Urlaub.
Aber man kann Autovermietungen trotzdem nutzen, um BEVs ohne Zeitdruck besser kennenzulernen, und so wird das bei dieser Autovermietung scheinbar auch genutzt. Wenn man das Auto mal einen Monat im Alltag ausprobiert hat, seinen eigenen Reichweitenbedarf und die Lademöglichkeiten kennt, dann kann man besser einschätzen, ob das passt oder nicht.
Future meint
Wer überhaupt keine Erfahrung hat, muss sich dann halt einen Tesla mieten und nur die Supercharger nutzen. Das geht auch auf der Fernstrecke durch Europa. Einstecken und fertig. Am Zielort kann man sich ein Hotel mit Ladesäulen aussuchen, damit das Laden dann den Neulingen erklärt werden kann.
Devtator meint
Ich habe letztes Jahr das erste Mal für eine längere Strecke ein E-Auto gemietet. Zuvor habe ich damit lediglich in einer Großstadt per Car-Sharing Erfahrungen gemacht und damit noch nie einen Schnellader benutzt.
Es gab einen Zugang zu einer E.On App, bei der ich alle unterstützen Ladesäulen auf einer Karte sehen konnte. Das waren gefühlt die meisten Standorte mit wenigen Ausnahmen. An der Säule angekommen musste ich in der App lediglich die Nummer der von mir zu benutzenden Säule auswählen und schon ging es los. Tarif wurscht, Strom für die reservierten Kilometer war im Preis dabei.
Einfacher und komfortabler ging es nicht.
Wir haben sowohl an Autobahn Raststätten geladen, als auch auf Autohöfen und auch urban bei Supermärkten oder dem gelben M.
Fazit: Wenn der Vermieter eine für den Kunden einfache Lösung findet, ist die Erfahrung sehr gut und führt nicht zu Frustration.
Future meint
Wie lautet denn der Name des Vermieters? Wer ein so gutes Angebot macht, der sollte doch auch bekannter werden, damit es keine Enttäuschungen gibt, wie oftmals bei der Konkurrenz.
Bus meint
So einfach ist das auch gar nicht. Erstmal muss man einen Vermieter finden der überhaupt ein E-Auto hat. In 5 Minuten Fußweg von mir gibt es eine Hertz-Station. Dort gäbe es beispielsweise aber kein E-Auto. Ich müsste also erstmal irgendwohin fahren um das Auto zu holen, was natürlich den Widerstand ein E-Auto zu nehmen deutlich erhöht.
Dann das Thema Ladekarte. Es ist in Deutschland sehr blöd nur selten Laden zu müssen, da die Tarife dafür doch sehr teuer sind. Wer ein E-Auto hat, hat ja meist einen Tarif mit monatlicher Grundgebühr und lädt dann ziemlich preiswert. Wenn ich ein Auto miete habe ich einen solchen Tarif aber nicht. Letztendlich wird man also auch nicht wirklich günstiger sein als mit dem Verbrenner, wenn man an den Ladestationen den adHoc-Preis bezahlen muss.
Hier muss sich also noch einiges tun bei den Vermietern, damit es für die Kunden attraktiv ist ein E-Auto zu nehmen.
Thorsten 0711 meint
Auch mit Abo ist es nicht sooo günstig. ZB die 39 Cent Tarife kosten 12€ Grundgebühr. Wenn ich damit 200 kWh lade vin ich bei 45 Cent kWh. 50% teurer als beim Heimlader mit Standardtarif.
MK meint
@Bus:
Einfach eine z.B. EnBW-Ladekarte ins Auto zu legen und nach Verbrauch (oder per Kilometer-Pauschale wie es z.B. Carsharing-Anbieter tun) abzurechnen, wäre wohl zu einfach ;)
Bei uns in Marburg gibt es übrigens unter anderem Schnelllader von „Stark Energy“: 55 ct pro kWh fürs Adhoc-Laden. Und ansonsten: Apps wie die von EnBW, EWE und Co kann man sich auch schnell runterladen, wenn man schon vor der Ladesäule steht und direkt laden, um nicht den Adhoc-Preis zu zahlen. Leute installieren sich mittlerweile Apps für alles…warum sollte es da ein Problem sein?
Was man auch nicht unterschätzen sollte, ist, wie viele Leute längst solche Apps haben: Miete ich privat ein Carsharing-Auto oder Mietwagen ist es, weil ich entweder ausnahmsweise mal was größeres brauche als ich selber besitze, weil mein Auto in der Werkstatt ist oder meine Frau und ich ausnahmsweise mal zwei Autos parallel brauchen. Da wir uns aber sonst ein eAuto teilen, haben wir natürlich beide die entsprechenden Apss auf dem Handy.
Und mein aktueller Arbeitgeber gibt einem eine Tankkarte mit, wenn man einen Verbrenner für Dienstfahrten mietet, damit der Arbeitgeber, bei dem ich die Spritrechnung ja einreichen würde, von den für die Firmenflotte ausgehandelten Rabatten profitiert. Gleiches kann ja auch für Ladekarten funktionieren.
F. K. Fast meint
Wurde Next Move befragt?
Matthias meint
Früher habe ich öfters E-Autos per Carsharing angemietet, oder versucht anzumieten, aber einige der Anbieter haben ihre Dienste eingestellt oder so „verschlimmbessert“ dass ich seither davon abgeschreckt werde. Deer etwa hat nach Umstellung der App meine früheren Buchungen vergessen und hält mich nun für einen Neukunden der, obwohl nichts gemietet, immer wieder seinen Führerschein überprüfen lassen soll nur um in die App schauen zu dürfen in der es nichts mehr zu sehen gibt. Früher wurde darin angezeigt welche Autos wann an einem Standort verfügbar waren, heute muss man eine Anfrage stellen, dann schaut wohl jemand nach und gibt Bescheid. Nein Danke, bin kein Bittsteller und auch kein Terminlotteriespieler.
M3P_2024 meint
Vielleicht kann man mal ein anderes Bildmaterial verwenden und nicht dauernd Werbung für einen Anbieter machen der über Elektromobilität in erster Linie jammert statt macht.
Ich hatte bei dem Anbieter zuletzt in 2024 „nur durch quängeln“ die Möglichkeit doch noch ein Tesla zu Testzwecken zu erhalten, mittlerweile dürften diese Fahrzeuge schon längst komplett ausgeflottet sein – und das elektrisch Angebot auch sonst eher dürftig bis sehr schwach, insbesondere im direkten Vergleich mit Europcar.
David meint
Du hast völlig recht, man hätte keinen Tesla zeigen sollen. Ich hätte allerdings ein anderes Argument: mit 0,7 % Marktanteil ist diese Marke einfach nicht mehr repräsentativ.
MK meint
@M3P_2024:
Entspricht auch genau meiner Erfahrung…ich habe bei Sixt noch nie ein Elektroauto bekommen.
Und die Leute, die ein eAuto suchen, sprechen ja nicht Hr. Weinberger von Sixt an, sondern gucken auf der Website. Tue ich das, werden mir bei der nächstgelegenen Sixt-Station 28 Fahrzeuge angeboten…alles Verbrenner. eAuto: Fehlanzeige. Bis zur nächsten Station von Sixt mit einem eAuto sind es rund 100 km…und wenn ich einen Mietwagen brauche, fahre ich ja keine 100 km mit was auch immer dorthin, um den abzuholen…
FunFact: Besagte Station bei mir in der Nähe ist übrigens auf einem eigenen Grundstück mit Freiflächenparkplatz und eigenem Gebäude ohne weitere Parteien direkt am Zugang zu einem großen Gewerbegebiet (die nächsten Shell-Schnelllader sind 200 m von der Sixt-Mietstation entfernt), die nächstgelegene Station, wo ich von Sixt ein eAuto bekommen könnte, ist der vermutlich hier im Artikel angesprochene Flughafen (der zwar aktuell nur wenig Ladesäulenzubau verspricht, aber halt, weil auch schon genügend nicht ausgelastete existieren).
Fazit also: Die Stationen, die laut Sixt Hinderungsgrund für eMobilität sind, bieten eAutos an, während bei denen, wo Sixt freie Hand hätte (und es genügend Schnelllader in nächster Nähe gibt), eAutos offensichtlich nicht vorgesehen sind.
M. meint
Nicht weit von hier gab es mal eine Sixt-Station, da standen immer Polestar 2 rum.
Was machst du denn, wenn du ein BEV orderst, und man stellt dir einen Verbrenner hin? Nimmst du den? Unter Zeitdruck wahrscheinlich schon, aber ansonsten würde ich das Auto ablehnen.
MK meint
@M.
Den Fall hatte ich noch nicht. Weil das ist ja der Punkt, auf den ich hinauswollte: Ich kann gar kein Elektroauto ordern, weil einfach keines angeboten wird, wenn ich die Station auswähle und da mein vorheriger Arbeitgeber Sixt fest vorgegeben hat, habe ich dann halt einen Verbrenner angefragt.
Und dann liest man immer wieder die Aussage vom Sixt-Management „die Leute wollen keine eAutos mieten“: Ich will schon. Ich kann diesen Willen nur auf der Buchungs-Website von Sixt gar nicht äußern.
Das geht schon beim Setzen der Filter los: Als erstes muss man die Station auswählen. Wenn ich die Station bei mir auswähle, ist es nicht etwa so, dass ich den Filter „nur elektrisch“ auswähle und dann die Info bekomme „Keine Ergebnisse gefunden“ oder so…ich bekomme einfach den Filter für nur elektrische Fahrzeuge gar nicht als Auswahlmöglichkeit. Wäre vielleicht auch für Sixt ganz erhellend, wenn sie diesen Filter drin lassen und mal auswerten würden, wie viele den auswählen und dann nur notgedrungen doch einen Verbrenner nehmen.
Das nächste ist natürlich die Fahrzeugauswahl: Wenn Sie sich mal große Stationen an Bahnhöfen oder Flughäfen anschauen, ist das Modell mit dem größten Anteil dort in der Regel ein Golf. Wenn ich jetzt z.B. Frankfurt Flughafen und Elektroauto für einen tag im Juni angebe, bekomme ich elektrisch einen CLA angeboten gegenüber fast 100 Verbrenner-Angeboten…wer den Filter „elektrisch“ nicht aktiv setzt, wird kaum über den stolpern…und er kostet halt pro Tag rund 60 € mehr als ein Golf. Auch dieser Aufpreis treibt Leute natürlich wieder zum Verbrenner.
PS: Den Juni habe ich ausgewählt, weil für dieses Wochenende natürlich auch am Frankfurter Flughafen der Filter „elektrisch“ schon wieder weg war (bei noch gut 30 vorhanden Angeboten), also trotz der angeblich fehlenden Nachfrage die eAutos (oder das eine?) ausgebucht waren.
PPS: Da Flughäfen laut Sixt ja ein Problem bei der Ladeinfrastruktur sind, habe ich für den selben Tag (sowie noch je einen Tag für jede andere Woche des Monats) im Juni noch eine andere Frankfurter Station mit Sixt-eigenem Gelände geprüft: 48-51 Angebote, davon kein einziges Mal ein vollelektrisches.
Futureman meint
Merkwürdig ist schon seit langem, dass Sixt immer noch Werbung mit Tesla macht, aber sie schon lange nicht mehr anbietet. Sorgt halt immer noch für Klicks und Kommentare.
M. meint
Ich erkläre es dir:
Der hier zugrunde liegende Artikel stammt von der Automobilwoche, nicht von Sixt.
Auf dieser Seite hat die Redaktion ein Symbolbild (steht sogar drunter!) zum Thema ‚Sixt‘ eingefügt. Vielleicht hat man kein anderes.
Sixt hat keine Werbung mit Tesla gemacht. Auf deren Homepage sieht man zuerst Autos von Mercedes und BMW, die BEV-Seite eröffnet mit Audi. Teslas muss man mit der Lupe suchen. Selbst Polestar ist prominenter vertreten. Wenn die Idee „Werbung mit Tesla“ so gut wäre, hätten sie dort bestimmt noch welche.
Du musst genauer lesen und lernen, deinen tesla’schen Beißreflex zu kontrollieren. ;-)
Future meint
M. ist immer so lustig, aber machmal liegt er falsch. Sixt macht auch heute noch sehr viel Werbung für Tesla auf seiner Website. Kleines Beispiel: »Die Automarke Tesla steht für Innovation, für Fortschritt, Wandel und Technik der Sonderklasse. Dafür steht auch die SIXT Autovermietung und so passt es, dass Sie bei SIXT nun auch das moderne Tesla Model 3 mieten können. Das emissionsfreie Fahrzeug begeistert nicht nur durch den leistungsstarken, leisen Elektroantrieb, sondern wird Sie auch mit den zahlreichen Zusatzfunktionen erfreuen …«
Am besten kann man sich einen Überblick verschaffen, wenn man einfach Sixt + Tesla googlet. Also beispielsweise einfach mal die Unterseite bei Sixt ansteuern unter flotte/tesla-mieten/model-3. Vielleicht gibt es da jemand beim Sixt, der sich einfach weigert, die ganze Werbung für Tesla zu löschen. David sollte da mal nachhaken, was da los ist bei Sixt. Das wird ihm so nicht gefallen, was man da alles gutes über Tesla lesen kann. Und die Sixt-Chefs wissen vermutlich auch nicht, was da alles so auf der Website steht.