Renault-Markenchef Fabrice Cambolive legt trotz der gerade verkündeten Wachstumsstrategie für die Märkte Indien, Korea und Lateinamerika großen Wert darauf, dass Renault weiterhin in Europa erfolgreich ist, hierzulande Autos entwickelt und auch baut. „Europa bleibt unsere Hauptpriorität“, betonte er im Gespräch mit Auto Motor und Sport.
Produkte müssten in Europa wieder eine starke, eigenständige Relevanz haben, meinte der Manager. Renault lege den Fokus auf „europäische Produkte, europäische Werte – und die Fähigkeit, Technologie eigenständig weiterzuentwickeln“.
Weil sich der europäische Markt für Elektroautos langsamer entwickelt als vor wenigen Jahren erwartet, bleibe Renault in Europa bei seiner Strategie, gleichzeitig Hybrid-Modelle mit Verbrenner und Elektromodelle zu entwickeln und zu bauen. „Diese ‚Two-Leg-Strategie‘ funktioniert. Deshalb entwickeln wir sie weiter“, so Cambolive. „Und wir passen uns auch an die Realität an: Noch vor vier Jahren war der Plan, 2030 in Europa komplett elektrisch zu sein. Heute sehen wir: Hybride werden länger eine Rolle spielen, also bleiben wir flexibel.“
Zugleich kündigte der Renault-Markenchef Entwicklung und Bau eines Autos mit sogenanntem Range Extender an – also eines E-Modells mit kompaktem Verbrennungsmotor als Stromgenerator. „In China sehen wir, dass Range Extender teilweise sogar besser funktionieren als klassische Plug-in-Hybride“, erklärte Cambolive. Sie seien auch weniger kompliziert als ein Plug-in-Hybrid.
„Ein Range Extender basiert auf einer reinen BEV-Plattform. Der Elektroantrieb bleibt das Kernprinzip, der Verbrenner arbeitet nur als Generator. Das ist packaging- und systemseitig oft einfacher als ein PHEV mit komplexem Antriebsstrang“, erläutert Cambolive. Das erste Renault-Modell mit Range Extender komme „mit der Erneuerung unserer Modelle im C-Segment – also mit der nächsten Generation in diesem Bereich“. Damit dürfte das Range-Extender-Auto dem Bericht zufolge bis 2030 starten.

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