Ari Motors hat mit dem US-Partner Faction Technology ein Joint Venture für autonome Lieferfahrzeuge gegründet. Die neue Firma trägt den Namen Arvia und soll am schwedischen Handelsplatz Spotlight Stock Market gelistet werden. Der erste Prototyp des neuen Fahrzeugs soll im Mai präsentiert werden, berichtet Electrive.
Ari Motors war bislang vor allem für den Import chinesischer Elektrofahrzeuge für den gewerblichen Einsatz bekannt, die das Unternehmen unter eigenem Namen vermarktet. Zuletzt wurde das „kleinste Wohnmobil Deutschlands“ auf Basis des Ari 458 Pro vorgestellt. Die seit 2023 börsennotierte Firma aus Borna bei Leipzig arbeitet nun an dem im November angekündigten Einstieg in das Geschäft mit autonomen Lieferfahrzeugen.
Im November unterzeichnete Ari Motors eine Absichtserklärung mit Faction Technologies aus den USA und TUGA Innovations aus Kanada/USA. Diese sollte den Einstieg in den Markt für autonome Lieferfahrzeuge vorbereiten und die Basis für eine deutliche Ausweitung des künftigen operativen Geschäfts schaffen. Vereinbart wurde auch die Gründung der gemeinsamen Zweckgesellschaft Arvia zur Entwicklung und Skalierung autonomer Lieferfahrzeuge in Europa und den USA.
Arvia soll nun im Rahmen eines Börsengangs am Spotlight Stock Market gelistet werden. Ziel der Transaktion ist es laut einer Mitteilung, Voraussetzungen für weiteres Wachstum im Bereich autonomer Lieferfahrzeuge zu schaffen und internationale Investoren, insbesondere aus Skandinavien, anzusprechen. Der Börsengang soll innerhalb der kommenden Monate umgesetzt werden. Im Januar hieß es, Ari Motors soll 40 Prozent an der neuen Gesellschaft halten. Zudem sollen bestehende Ari-Aktionäre „für je zehn Ari-Aktien eine neue Arvia-Aktie“ erhalten.
In der Mitteilung aus dem Januar schrieb Ari Motors, dass noch in diesem Jahr die ersten 200 autonomen Lieferfahrzeuge aus der europäischen Fertigung der Ari-Gruppe für bestehende Kundenprogramme von Faction in den USA produziert und ausgeliefert werden sollen. Aktuell arbeitet Ari an den ersten eigenen Prototypen für autonome Lieferfahrzeuge. Zwei Fahrzeuge befinden sich bereits in der Fertigung in der tschechischen Ari-Manufaktur.
Die Fertigstellung des ersten Prototyps ist für Mai vorgesehen. Anschließend sollen die Fahrzeuge ausgewählten potenziellen Kunden, insbesondere in den USA, vorgestellt werden. Ari Motors sieht ein Potenzial für den Absatz von 10.000 autonomen Lieferfahrzeugen in den nächsten drei Jahren. Neben Anwendungen in der urbanen Lieferlogistik wollen Ari beziehungsweise Arvia auch sicherheitsrelevante und staatliche Einsatzfelder adressieren, etwa im militärischen oder infrastrukturellen Kontext.

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