Ferrari hat den Luce vorgestellt. Der futuristisch anmutende GT ist das erste vollelektrische Modell der Italiener und soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Luxusmarke eröffnen. Der Vollstromer ist Teil der Multi-Energie-Strategie von Ferrari. Elektrifizierung wird dabei als zusätzliche technische Möglichkeit beschrieben, nicht als Ersatz für bestehende Antriebe.
„Der Ferrari Luce schlägt ein neues Kapitel auf, das jedoch an die lange Tradition kompromissloser Innovation, herausragender Fahrleistung und einer Ingenieurskultur anknüpft, die darauf abzielt, die Grenzen des Möglichen neu zu definieren“, so der Traditionshersteller. CEO Benedetto Vigna sagt: „Wir sind davon überzeugt, dass ein Unternehmen seine Führungsrolle unter Beweis stellt, wenn es den Mut hat, Neues zu wagen und sich der Herausforderung neuer Technologien zu stellen. Der Ferrari Luce ist genau aus dieser Herausforderung heraus entstanden und verkörpert unsere beispiellose Vision von Elektrifizierung“.
Der 5026 Millimeter lange, 1999 Millimeter breite und 1544 Millimeter hohe Luce erweitert die Ferrari-Palette um ein neues Segment und soll Leistung, Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit verbinden. Technisch basiert er auf einer eigens entwickelten Plattform. Vier Elektromotoren, je einer pro Rad, arbeiten mit aktiver Federung und Allradlenkung zusammen. Ferrari nennt eine maximale Systemleistung von 772 kW (1050 PS), 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 310 km/h.
Die Batterie hat eine Bruttokapazität von 122 kWh und arbeitet mit 800 Volt. Die noch vom Hersteller geschätzte Reichweite liegt bei mehr als 530 Kilometern. Das Kühlsystem für das Akkupaket ist den Angaben nach Teil „einer integrierten Software“, die die Reichweite durch eine Balance zwischen Energieverbrauch und intelligenter Vorwärmung, Schnelllademanagement sowie Funktionen zur Vorwärmung von Batterie und Fahrgastraum optimiert und zudem ferngesteuert werden kann. Gleichstrom-Schnellladen (DC) ist mit bis zu 350 kW möglich. Innerhalb von 20 Minuten sollen sich 70 kWh nachfüllen lassen.
Der Luce hat mit 0,254 den mit Abstand niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in der Geschichte der Straßenautos aus Maranello. Das Design entstand gemeinsam mit LoveFrom, dem Kreativkollektiv des ehemaligen Apple-Chefdesigners Jony Ive sowie seines Partners Marc Newson. Außenform, Innenraum und Bedienoberfläche folgen einer gemeinsamen Designsprache. LoveFrom erhielt dabei laut Ferrari gestalterische Freiheit, um eine neue Formensprache für das Projekt zu entwickeln. Zentrale Komponenten wie Elektromotoren und Batterie würden in Maranello entwickelt, validiert und gefertigt.
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Der Luce ist der zweite Ferrari mit vier Türen und der erste mit fünf Sitzen. Die elektrische Architektur ermöglicht einen großzügigeren Innenraum und den Verzicht auf einen Mitteltunnel. Die vier Türen öffnen gegenläufig, die hinteren schließen elektrisch. Mit 600 Litern Kofferraumvolumen bietet der Luce den größten Gepäckraum, den es bislang in einem Ferrari-Serienmodell gab.
Das Interieur beschreibt Ferrari als klaren, zusammenhängenden Raum, der auf das Fahrerlebnis ausgerichtet ist. Im Innenraum kombiniert man mechanische Tasten, Schalter und Drehregler mit digitalen Anzeigen. Materialien wie recyceltes eloxiertes Aluminium, Corning Gorilla Glass und Leder werden betont. „Durch den umfangreichen Einsatz von recyceltem Aluminium aus Sekundärlegierungen lassen sich die CO₂-Äquivalent-Emissionen bei der Herstellung um etwa 70 Prozent des gesamten Fahrzeuggewichts senken“, so der Hersteller.
Ferrari nennt ein Leergewicht von 2260 Kilogramm und eine Gewichtsverteilung von 47 Prozent vorn zu 53 Prozent hinten. Das Fahrverhalten wird über Bedienelemente am Lenkrad gesteuert. Der Luce passt Kraft, Bremswirkung und Stabilität laufend an die Fahrsituation an und soll dadurch präzise, gleichmäßig und gut kontrollierbar bleiben. Beim Klang setzt Ferrari auf ein System, das Geräusche direkt aus dem Auto aufnimmt. Sensoren erfassen Schwingungen der elektrischen Achsen, daraus entsteht eine Geräuschkulisse, die je nach Fahrmodus lauter oder leiser wird. So soll der Sound hörbar bleiben, ohne künstlich erzeugt zu sein.
CEO Vigna: „Mit Luce haben wir ein völlig neues Segment in unserer Modellpalette eingeführt. Dieses Modell ist das Ergebnis von mehr als 60 unserer neuen Patente und steht im Mittelpunkt eines Ökosystems von Kooperationen mit herausragenden Technologiepartnern. Wir haben ein Auto geschaffen, das einzigartige Fahrerlebnisse mit außergewöhnlicher Leistung, Fahrspaß und Komfort für die Ferraristi von heute und morgen verbindet.“
Ferrari bietet den Luce mit einem siebenjährigen Wartungsprogramm sowie einer achtjährigen Garantie für zentrale elektrische Antriebskomponenten an. Nach acht Jahren garantiert man noch mindestens 80 Prozent Batteriekapazität. Preislich geht es Berichten zufolge bei 550.000 Euro los.














Calimator meint
Früher war ein Ferrari an Auto bei dem man von unten auf andere herab sehen konnte, aber der hier ist mit 1,54 m Höhe gute 10 cm höher als ein BMW i4, Tesla Model 3, Mercedes CLA oder gar 16 cm als ein Porsche Taycan.
Wenn man das Auto deutlich flacher gestaltet hätte, würde der auch schicker aussehen und hätte eine bessere Aerodynamik. Der cw-Wert entspricht übrigens dem eines BMW ix3. Das ist nichts worauf Ferrari stolz sein sollte.
Mäx meint
Am Ende wird es wieder heißen: Guck, keiner will elektrisch…
Nene, am Design hat es mit Sicherheit nicht gelegen…
simon meint
Bitte setzt in der Autoindustrie öfter branchenfremde Designer ein. Echte Knöpfe und ein funktionaler Innenraum mit großen, aber nicht übergroßen Displays. Die Designer und Manager der Autoindustrie haben jeglichen Bezug zum Kunden verloren. Hier und auch bei den neuen VWs zeigt sich das es auch anders geht.
Gernot meint
Meine ersten drei spontanen Gedanken: „Meine Güte, ist das hässlich“, „Was ist daran Ferrari-typisch?“, „Und dann noch diese hellblaue Uni-Farbe!“
Natürlich ist es auch so oder so definitiv ein krasser Bruch mit der bisherigen Designlinie von Ferrari. Aber je länger ich draufschaue, um so besser gefällt es mir, umso mehr glaube ich zu verstehen, was die Idee war.
Ich denke, man muss das Auto mal in echt sehen. Der Fotograf, der die offiziellen Fotos gemacht hat, hatte offenbar sehr spezielle Vorstellungen, wie er das Auto in Szene setzt. Auf allen obigen Foto säuft z.B. die Gestaltung der Front und da insbesondere der Scheinwerfer im Dunklen ab und man kann sich nicht richtig ein Bild machen. Die Scheinwerfer bestimmen aber das „Gesicht“. Da bleibt unklar, ob man das absichtlich im Dunklen absaufen lässt, weil es grässlich aussieht oder ob nur der Fotograf sehr spezielle Vorstellungen hatte, wie er das Auto in Szene setzt.
Es existieren mittlerweile paar nicht offizielle Fotos und auch paar Videos davon. Da sieht das Auto weniger bizarr aus.
Thomas Claus meint
Ist mir für einen Zweitwagen einfach zu groß. 🤷🏻😁
Thyl Engelhardt meint
Der cw-Wert ist ja ziemlich mies. Ich frage mich, warum Ferrari kein Fan-System zum Erhöhen des Anpressdrucks verwendet hat, sondern offensichtlich ein klassisches passives System mit so ner Art von Spoilern. Das schränkt die Reichweite vermutlich mehr ein als die paar kWh für den Betrieb von Ansaugventilatoren. Patente der Konkurrenz?