Die Entwicklung von Reifen für Elektroautos folgt laut Continental-Reifenspezialist Philipp Must grundsätzlich ähnlichen technologischen Anforderungen wie die für Verbrenner, da beide Antriebsarten zunehmend mit schwereren Fahrzeugen konfrontiert seien. Der Prüfingenieur erklärt dem Portal Edison, dass die steigenden Fahrzeuggewichte die Anforderungen an die Tragfähigkeit erhöhen.
Zudem führt laut dem Experten der leisere Antrieb von Elektroautos zu einer stärkeren Schwerpunktsetzung auf komfortables Fahren, da die akustische Präsenz des Reifens in diesen Fahrzeugen größer ist als bei Verbrennern. Da es innerhalb der Antriebsarten sowohl leichte als auch extrem schwere Fahrzeuge gibt, hält Must eine technologische Trennung zwischen Elektro- und Verbrennerrreifen für nicht notwendig.
Die geringeren Höchstgeschwindigkeiten vieler Elektroautos können die Konstruktion von Reifen vereinfachen, da Hochgeschwindigkeitsreifen der Klassen W und Y besondere Anforderungen stellen. Dieser Vorteil wird jedoch teilweise durch die Notwendigkeit höherer Traglasten wieder kompensiert.
Allwetterreifen machen hinsichtlich der Reichweite von Elektroautos im Vergleich zu anderen Reifenarten dem Continental-Mann nur geringe Unterschiede beim Energieverbrauch aus, typischerweise im Bereich von drei bis vier Prozent. Entscheidend für die Reichweite seien Faktoren wie Geschwindigkeit, Beschleunigung, Streckenprofil und die Fahrweise.
Ein Erhöhen des Reifendrucks über den vom Hersteller angegebenen Wert hinaus für weniger Rollwiderstand wird von Must als gefährlich eingestuft. Der Rollwiderstand sinke nur marginal, doch verkleinere sich durch den höheren Druck die Aufstandsfläche des Reifens – das könne die Sicherheit auf regennassen Fahrbahnen beeinträchtigen.
Eine künftige Herausforderung für Reifenhersteller ist die Euro-7-Norm, die ab November auch den Reifenabrieb limitiert. Die Partikelemissionen seien bereits seit längerer Zeit Forschungsgegenstand, erklärt Must. Durch Verbesserungen beim Abrieb seien bereits Fortschritte erzielt worden. Das komme auch der Langlebigkeit von Reifen zugute.

South meint
Allgemein, also unabhängig vom eAuto, werden Reifen mit deutlich weniger Abrieb benötigt. Auch das Tempolimit auf der Autobahn wird schon seit über fünfzig Jahren diskutiert. Es gibt kein anderes Land mehr ohne Tempolimit und das allein spricht Bände. Und auch wenn da immer rumgeschwafelt wird, allein der gesundes Menschenverstand reicht. Eine Verdoppelung der Geschwindigkeit bedeutet eine Vervierfachung der Energie, da reden wir von harter Physik und das wirkt sich ohne jeden Zweifel auf den Verbrauch und evtl. Unfallfolgen aus. Völliger Irrsinn, an sowas festzuhalten und das hat auch nix mit eAutos zu tun, die Diskussion ist schon so Jahrzehnte alt. Auch das Argument, wir könnten sonst keine Autos mehr verkaufen, lächerlich, dann müsste ja Ferrari aus Italien auch ein Ladenhüter sein. In der Praxis führen die Raser und Drängelei auch noch häufig zu vermeidbaren Staus. Zudem ist ein schnelles Fahrzeug deutlich lauter. Übrigens müsste man auch stundelang wirklich schnell fahren, um auch nur eine nennenswerte Zeitersparnis zu haben und selbst das macht das Kraut nicht Fett.
In Summe einfach ein Schmarrn, deshalb hat auch kein Land mehr sonst kein Tempolimit.
MK meint
Zitat: „Die geringeren Höchstgeschwindigkeiten vieler Elektroautos können die Konstruktion von Reifen vereinfachen“
Etwas was ich hier schon mehrfach angesprochen hatte: Auch ein Tempolimit in Deutschland und damit einhergehend die elektronische Abriegelung von Neuwagen auf niedrigere Höchstgeschwindigkeiten könnten u.a. Reifen deutlich günstiger machen. So wie es jetzt ist, bezahlen durch die Hintertür alle Autofahrer dafür mit, dass ein paar wenige über 200 km/h fahren können…
Ben meint
Wofür ein Tempolimit? Um auf der Autobahn einzuschlafen wenn alles frei ist? Die meisten halten sowieso den Verkehr auf, da braucht es kein Tempolimit mehr. Kleine Info für dich, die Reifen werden nicht viel günstiger nur weil der Geschwindigkeitsindex niedriger ist. Aktuell ist es so, dass die „schnelleren“ Reifen gerne mal günstiger sind.
So wie es jetzt ist, zahlen alle Benzinfahrer dafür mit, dass die Dieselfahrer i.d.R. günstiger tanken können dank niedriger Besteuerung. Und nun?
F. K. Fast meint
Wenn du auf der normalen Autobahn einzuschlafen drohst, fahr besser auf einer abgesperrten Rennstrecke.
Ben meint
„Um auf der Autobahn einzuschlafen wenn alles frei ist?“
Nur mal als Beispiel mit dem klassischen Tempolimit von 130 km/h. Auf der Autobahn A4 (Eisenach – Jena) ist oftmals sehr wenig Betrieb und da schläft man definitiv fast ein, da der Fortschritt kaum zu erkennen ist. Daher sind >300 km/h angesagt wenn es geht.
Während der Woche, wenn ich geschäftlich unterwegs bin, wird es schwer auf einer Rennstrecke zu fahren.
BEV meint
Was nützt es schnell zu fahren? Damit man dann 5 min früher am Ziel ist?
In Deutschland ist nichts schnell, außer die Autobahn.
Ben meint
@BEV
Was es nützt schnell zu fahren? Zeit ist kostbar und Zeit habe ich nicht, wenn ich geschäftlich unterwegs bin. Die 5 Minuten hole ich bereits morgens auf dem Weg zur Arbeit auf. (28 km)
MK meint
@Ben:
Als Elektroautofahrer interessiert mich die Kostenaufteilung zwischen Benzin- und Dieselfahrern recht wenig ;)
Und nur, weil es woanders auch ein Problem gibt, heißt das ja nicht, dass man dieses nicht angehen kann…
Und den Vergleich haben Sie ja gar nicht. oder wie viele Reifen auf dem deutschen markt kennen Sie, die nur für 130 km/h zugelassen sind? Es geht hier nicht um „Rasen“ und „noch schneller“…
Und wie Sie sagen: Selbst die, die schneller fahren wollen, können es nur selten. Von Fahrwerk über Bremsen und Reifen bis zur Sensorik muss aber alles darauf ausgelegt sein, theoretisch mit den hohen Geschwindigkeiten umgehen zu können. Auch die Crashtest-Anforderungen bei einem Kleinwagen mit 140 km/h Höchstgeschwindigkeit sind darauf ausgelegt, dass einem auf der Autobahn jemand am Stauende mit 250 km/h in den Kofferraum rasen kann.
Schauen Sie sich einfach mal die chinesische Version eines BYD Dolphin und die europäische Version an und vergleichen Sie mal: Sie werden exorbitante Unterschiede feststellen. Das beginnt schon damit, dass der europäische trotz identischer Fahrgastkabine 20 cm länger ist, um hier Zulassungsfähig zu sein…
Ben meint
@MK
Auch Ok, dann interessiert es dich nicht. Ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache.
Geschwindigkeitsindex von 130 km/h wäre schon sehr gewagt, da bei längerer Fahrt von nur 20 km/h zu viel bereits Probleme auftauchen können. Soweit ich weiß ist „Q – bis 160 km/h“ das niedrigste in Deutschland.
Dann organisiere doch mal einen Crashtest mit beiden Versionen des BYD (EU und China) im Landstraßentempo und ein Crash mit einem größeren Auto. Ich bin schon auf das Ergebnis gespannt, welcher danach „besser“ dasteht.
MK meint
@Ben:
Ein Notbremsassistent, der auch bei 160 km/h funktioniert, bringt Ihnen bei einem Crash bei Landstraßentempo 0,0 zusätzliche Sicherheit, kostet nur halt mehr Geld, weil die Sensoren weiter „schauen“ können müssen.
Auch ein Fahrwerk, dass Schlaglöcher bei 170 km/h wegfedern kann, bringt Ihnen bei einem Unfall keine zusätzliche Sicherheit.
PS: Wenn Sie meinen Ausgangs-Kommentar noch mal genau lesen, schreibe ich da von der „Elektronischen Abriegelung der Neuwagen“. Den Fall „20 km/h zu viel“ gibt es dann also gar nicht.
Ben meint
@MK
Alles richtig, dass es bei einem Unfall nichts bringt.
Der Notbremsassistent ist der nervigste Assistent den es in einem Auto gibt.
Elektronische Begrenzungen sind dazu da, um sie zu umgehen bzw. zu deaktivieren. 😉 Jeder weiß doch wie es läuft. Mein Firmenauto ist offiziell auch bei der optional erhältlichen V-Max von 305 km/h elektronisch begrenzt. Allerdings gibt es die Begrenzung schon lange nicht mehr.
MK meint
@Ben:
Wenn die Beschränkung aber gesetzlich vorgeschrieben ist, könnte man ein manipulieren zur schweren Straftat erklären…und jemand,d er auf der Autobahn dann schneler fährt, fällt auf.
Und ein Notbremsassistent ist nur dann nervig, wenn er schlecht ist, weil er z.B. nicht erkennt, weil das Auto auf der Nachbarspur ist. Ich meine, selbst VW hat es mittlerweile geschafft, dass mein Skoda erkennt, wenn mich jemand auf der Autobahn schneidet, ob der schneller oder langsamer ist als ich und der Tempomat reagiert halt entweder mit Bremsen oder hält die Geschwindigkeit, weil er erkennt, dass der Sicherheitsabstand sich durch die schnellere Geschwindigkeit des vorausfahrenden auch von selbst herstellt ohne selber die Geschwindigkeit zu drosseln.
MK meint
@Ben:
Ich dachte, ich hätte es schon geschrieben, aber scheinbar ist der Kommentar im Nirwana des Internets verschollen:
Zu dem Notbremsassistent: Der ist nur dann nervig, wenn er nicht funktioniert…wenn er gut funktioniert, ist er einfach nur ein Sicherheitsmerkmal, dass ich in über 25.000 km mit meinem Skoda bis auf einen bewussten Test noch nie bemerkt habe.
Zu der bewussten Umgehung von Begrenzungen: Sie sagen also, alle sollten Autokomponenten bezahlen müssen, weil es Kriminelle gibt, die Gesetze brechen? Es ist doch so: Wenn man dann erwischt wird (weil man z.B. in der Nähe eines zivilen Polizeiwagens zu schnell fährt), ist das dann eine Straftat mit entsprechenden Konsequenzen. Das würde ich mir überlegen ;)
Htr35 meint
Du kannst heute schon günstige Reifen kaufen z.B. mit T Index bis 190kmh. Ich kaufe weiter Michelin Reifen für 85€ und 300kmh Zulassung.
MK meint
@Htr35:
Und genau Ihr Kommentar zeigt doch das Problem, dass Sie 190 km/h für selbstverständlich halten und dafür sollen dann alle bezahlen auch wenn Auswertungen nach 90% der Autofahrer nie über 130 km/h fahren. Also: Wer braucht z.B. bei 130 km/h Tempolimit eine 190 km/h-Zulassung? Eine 140 km/h-Zulassung wäre doch mehr als ausreichend und würde Reifen sicher noch mal deutlich billiger machen…neben Fahrwerk, Bremsen, Sensorik usw….
M. meint
Das klingt erstmal einleuchtend, übersteht aber den Realitätscheck nicht.
Ich habe das getestet, und für dich zum nachvollziehen:
– geh auf simpletire.com
– wähle ein am. Fahrzeug aus (ich habe einen 2019 Chevy Volt genommen)
– wähle eine ZIP (z.B. 33178 für Miami)
– lass dir die Reifen anzeigen.
Ich würde den GT Radial Champiro UHP A/S in 215/50ZR17 91W nehmen, was denkst du? Zugeöassen bis 270 km/h bzw. 170 mls.
Hast du diesen Reifen schon mal in Deutschland gesehen? Denkst du, der wird speziell für Deutschland hergestellt?
Die passen auch auf einen Malibu oder Acura…
Hier der Link:
https://simpletire.com/brands/gt-radial-tires/champiro-uhp-a-s#v=1&tireSize=215-50zr-17&mpn=as035&pageSource=vehicleCatalog&itemId=165360&curationSeq=1&curationPos=2&curationSource=top-pick-top-picks&pick=analytic-top5&delivery=Del3&vehicleMake=chevrolet&vehicleModel=volt&vehicleYear=2019&oem=156549&vehicleTrim=lt&rad=AA
MK meint
@M:
Wie gesagt gehe ich nicht davon aus, dass die Reifen der Haupthebel sind, sondern Fahrwerk und Bremsanlage.
Aber damit zurück zu den Reifen: natürlich wird es immer einzelne Modelle geben für höhere Geschwindigkeiten, aber bisher gibt es gar keine für niedrige Höchstgeschwindigkeiten auf dem US-Markt.
Z.B. haben Sie den GT Radial Champiro UHP A/S ausgewählt. Beworben wird dieser als „Ultra-high-performance“-Spezialreifen für Leute, die mit ihrem Auto mal auf Rennstrecken (also dem US-Pendant zum Nürburgring z.B.) fahren wollen.
Ich habe also mal das gleiche gemacht wie Sie und den Chevy Volt betrachtet (der ja in Deutschland baugleich als Opel Ampera angeboten worden ist und daher sehr wohl auch für den deutschen Markt ausgelegt war). Und das Ergebnis? Meine Aussage wird zu 100% bestätigt: Der „Ameritread Xtreme Grip“ z.B. kostet mit sonst gleichen Daten, ähnlich hohem „Simple Score“ und nur geringerer zugelassener Höchstgeschwindigkeit nur halb so viel wie der von Ihnen vorgeschlagene GT-Reifen bei der von Ihnen genannten Seite „Simple Tires“. Auch in dem Fall kann sich ein US-Amerikaner also rund 50% beim Reifenkauf sparen, in dem er eine geringere Höchstgeschwindigkeitszulassung akzeptiert.
M. meint
Meine Nerven…
Hier Reifen für einen 1995er LeBaron… so als typischer Rennwagen… vor allem in Deutschland gerne dafür genutzt…
https://simpletire.com/vehicles/chrysler-tires/lebaron/1995?oem=707&tireSize=205-60r15&trim=gtc
Sind das alles H-Reifen?
UHP heißt heute fast alles. Und wenn das sogar auf AllSeason steht, taugt das trotzdem nicht für den Ring…
Bitte ein anderes Argument, ein echtes, falls möglich.
MK meint
@M.
Schön, dass Sie sich einfach selektiv das nächste Einzelfallbeispiel herauspicken statt darauf einzugehen, dass es in ihrem ersten Beispiel problemlos möglich ist, gleich gut bewertete reifen, die sich nur in der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit unterscheiden zum halben Preis zu bekommen…das lässt sich nun Mal einfach nicht wegdiskutieren…
M. meint
Ich kann ja noch 1000 „Einzelfälle“ sammeln, aber da das nur etwas beweist, was ansonsten allein klar ist, macht das 1€ pro Einzelfall.
MK meint
@M.
Sie gehen es argumentativ aus meiner Sicht halt von der vollkommen falschen Seite an: Dass es für hohe Geschwindigkeiten zugelassene Reifen auch in Ländern gibt, wo man diese gar nicht fahren darf, widerlegt meine Aussage nicht.
M. meint
MK,
Wenn Sie einfach zwei V (oder W) Reifen nehmen, die also die gleiche Geschwindigkeitsklasse haben, und trotzdem 50% Preisunterschied aufweisen – was sagt über Ihre Geschwindigkeit/Preis-Korrelation?
MK meint
@M:
Dass Sie unterschiedliche Marken gewählt haben?
David meint
Dein Problem ist nur, du hast den Beitrag nicht gelesen. Was den Reifen teuer macht, Ist eine Anpassung an die Spezifikationen W und Y. Was nicht gesagt wurde und auch nicht richtig wäre, ist, dass eine Anpassung der Höchstgeschwindigkeit nach unten stets eine finanzielle Entlastung bringt.
Unterhalb von T wäre es vermutlich sogar teurer. Das kann man sehr gut an Kontinenten mit Geschwindigkeitsbegrenzung wie den USA, Neuseeland oder Australien sehen. Für Straßenfahrzeuge gibt es ganz selten Reifen unterhalb der Spezifikation T.
Was einen Sommerreifen heute teuer macht, ist der gute Kompromiss zwischen den Eigenschaften Rollwiderstand, Geräusch, Nässehaftung und Verschleiß. Aufpreis gibt es für das Gewicht und die Pannensicherheit.
Deinen politischen Willen kannst du jedenfalls mit Bdiesem Argument nicht durchbringen.
MK meint
@David:
Und warum gibt „ganz selten“ Reifen unterhalb dieser Spezifikation? Vielleicht weil Reifen nicht für lokale Märkte entwickelt werden? Und weil es eben bisher auch in den USA oder in der EU außerhalb Deutschlands keine technische Drosselung gibt, die verhindert, dass man trotz Geschwindigkeitsbegrenzungen schneler fährt.
Sie lassen Ihrer Fantasie hier doch sonst auch freien Lauf ;) Warum ist es also so unvorstellbar für Sie, weltweit alle Neuwagen tehnisch auf z.B. max. 140 km/h zu begrenzen und dann auch die verbauten Komponenten darauf auszulegen?
Aber auch für Sie noch Mal: Natürlich haben Fahrwerk und Bremsen sicher den größeren Einfluss als Reifen.