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Studie: Private Ladeinfrastruktur fördert Umstieg auf Elektroautos

24.07.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Bild: Mercedes-Benz (Symbolbild)

Eine Studie unter Beteiligung der DHBW Villingen-Schwenningen untersuchte den Einfluss privater Lademöglichkeiten auf die Nutzung von Dienstwagen. Grundlage waren anonymisierte Daten von rund 1290 Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen eines großen deutschen Unternehmens. Durch die zeitlich gestaffelte Installation der Wallboxen konnte der Effekt des Heimladens quasi-experimentell untersucht werden.

Mitarbeiter mit Wallbox luden ihre Plug-in-Hybride laut den Forschern mit fast fünfmal so viel Strom wie zuvor und fuhren häufiger elektrisch. Dadurch sanken der Kraftstoffverbrauch und die direkten CO₂-Emissionen aus dem Auspuff um mehr als ein Drittel. Beim nächsten Fahrzeugwechsel entschieden sie sich doppelt so häufig für ein rein batterieelektrisches Auto.

Das Unternehmen übernahm die Energiekosten der Dienstwagen bereits, sodass die Mitarbeiter durch das Heimladen kein Geld sparten. „Schon der Komfort, zu Hause laden zu können, verändert das Verhalten messbar – und senkt die Emissionen, ganz ohne finanziellen Anreiz“, so Wolfgang Habla von der DHBW Villingen-Schwenningen. Aus Unternehmenssicht amortisiere sich eine Wallbox innerhalb von acht bis zwölf Jahren und vermeide über eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren durchschnittlich 13 Tonnen CO₂.

Auch für die Politik ergeben sich laut den Verantwortlichen aus den Forschungsergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen. Um denselben kurzfristigen Klimaeffekt allein über höhere Kraftstoffpreise zu erreichen, müsste Benzin um rund 95 und Diesel um rund 135 Prozent teurer werden – „politisch kaum durchsetzbar“. Die gezielte Förderung privater Ladeinfrastruktur erziele ein ähnliches Ergebnis auf deutlich akzeptablerem Weg.

Gegenüber den bisherigen Kaufprämien für Plug-in-Hybride schneiden Wallboxen der Analyse zufolge ebenfalls gut ab. „Denn Kaufprämien setzen weder Anreize, tatsächlich elektrisch zu fahren, noch fördern sie den Umstieg auf reine E-Autos“, heißt es. Wirksamer wäre es nach Ansicht der Studienautoren, Kaufprämien an das Vorhandensein einer privaten Lademöglichkeit zu koppeln oder sie künftig nur noch für batterieelektrische Fahrzeuge zu gewähren und gleichzeitig den Einbau von Wallboxen zu fördern.

Gerade bei Dienstwagen sei der Hebel groß, unterstreichen die Forscher. Knapp 40 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland seien Firmenwagen, bei Plug-in-Hybriden sogar mehr als die Hälfte. Da diese Fahrzeuge nach einigen Jahren auf den Gebrauchtmarkt gelangten, beschleunige jede Förderung in diesem Segment die Verbreitung klimafreundlicher Technologien im gesamten Fahrzeugbestand.

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Via: ZEW (ENG)
Tags: Förderung, Forschung, Ladestationen, Wall BoxAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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