Nio passt seine Globalisierungsstrategie an und verlangsamt die Expansion auf ausländischen Märkten. Das Ziel des 2014 gegründeten chinesischen Elektroautobauers ist es, den Fokus verstärkt auf den umfangreichen heimischen Markt sowie auf die Rentabilität zu richten.
William Li, Gründer, Gründer und CEO von Nio, erläuterte diese Pläne laut CN EV Post im Mai bei einem Treffen mit Reportern. Dies geschah unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal. Einem Bericht eines lokalen Medienunternehmens zufolge wird Nio die Auslandsmärkte nicht verlassen, jedoch die Kapitalrendite künftig mehr in den Fokus rücken.
Für die internationale Präsenz setzt das Unternehmen verstärkt auf ein Modell mit lokalen Partnern. In Europa hat Nio bereits damit begonnen, seine operativen Strukturen umzugestalten und das Direktvertriebsmodell in Deutschland, den Niederlanden und Schweden schrittweise aufzugeben. Stattdessen wird ein weniger kapitalintensives Vertriebsmodell über Partner genutzt, um Kosten zu kontrollieren. Lediglich in Norwegen wird das Direktvertriebsmodell beibehalten.
Der Fokus liegt verstärkt auf dem chinesischen Markt, der laut Li noch erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Die monatlichen Exporte des Unternehmens waren zuletzt kaum relevant für die Gesamtauslieferungen. Parallel zur Anpassung der Auslandstrategie optimiert Nio seine heimische Produktpalette. Li legte die langfristigen Erwartungen an die Verkaufsstruktur der drei Marken Nio, Onvo und Firefly dar. Das angestrebte Verkaufsverhältnis zwischen diesen Marken soll bei etwa 3:6:1 beziehungsweise rund 35:55:10 liegen.
Während die Marke Nio weiterhin auf das Premiumsegment setzt, soll Onvo den größeren Markt für erschwingliche elektrische Familienautos erschließen. Ein monatliches Verkaufsvolumen von 20.000 Einheiten bei Onvo würde eine wichtige Skalierung bedeuten. Für die Kompaktwagen-Marke Firefly verfolgt das Management zurückhaltendere Erwartungen. Ein jährliches Verkaufsvolumen von 100.000 Einheiten wäre bereits ein gutes Ergebnis, derzeit liegen die Lieferzahlen bei 5000 bis 6000 pro Monat.
Diese strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund einer verbesserten Finanzlage. Nio verzeichnete in den ersten drei Monaten das zweite Quartal in Folge eine Non-GAAP-Profitabilität. Getrieben wurde diese Entwicklung primär durch die starke Nachfrage nach dem hochmargigen SUV ES8, das mehr als die Hälfte der Gesamtauslieferungen in den ersten drei Monaten des Jahres ausmachte.

David meint
Ja, da ist bei Nio viel zu tun. Man sollte in der deutschen Orga eine Projektgruppe gründen, die das Ziel hat, den großen Ausstoß im deutschen Markt etwas zu begrenzen, um wieder mit der Firmenpolitik in Einklang zu sein. Denn tatsächlich wurden den ersten fünf Monaten bereits neun Fahrzeuge ausgeliefert.