Ford will auf der neuen Universal EV Platform (UEV) samt zugehörigem Fertigungssystem künftig erschwinglichere Elektroautos bauen. Im Fokus stehen nach US-amerikanischem Maßstab kompaktere Modelle. Die erste Baureihe auf der UEV wird ein Pick-up-Truck, der nun erstmals in Prototypenform auf öffentlichen Straßen gefilmt wurde.
Laut dem Kameramann (Instagram-Video) ist der Elektro-Pick-up tatsächlich überraschend kompakt. Aus europäischer Sicht dürfte es sich allerdings um einen durchaus stattlichen Wagen handeln. Zur Einordnung: Fords auch kurzzeitig nach Europa exportierter, wegen mangelnder Nachfrage inzwischen eingestellter großer Batterie-Pick-up F-150 Lightning ist fast sechs Meter lang. Der neue E-Truck dürfte sich schätzungsweise um die fünf Meter strecken.
Andrew Frick, Präsident von Ford Blue und der E-Auto-Abteilung Model e, hat sich kürzlich zur Strategie des Unternehmens geäußert, um preislich mit chinesischen Autobauern zu konkurrieren. Ein zentraler Aspekt ist dabei die neue Universal EV Platform. Durch Innovationen bei der Beschaffung und die Reduzierung von Komplexität sollen wichtige Erkenntnisse auf das gesamte Fahrzeugportfolio übertragen und skaliert werden.
Ford's $30,000 EV pickup was just spotted in the wild for the first time https://t.co/uZaHOJmjU8 by @EVPeteJohnson
— Electrek.co (@ElectrekCo) June 10, 2026
Das UEV-Erstlingswerk im Pick-up-Truck-Format soll zu einem Einstiegspreis von 30.000 US-Dollar (ca. 26.000 Euro) vor Steuern verkauft werden. Das Elektroauto wird voraussichtlich in diesem Jahr vorgestellt und eine Reichweite von weniger als 300 Meilen – circa 480 Kilometer – in der Basisversion bieten. Später könnte der batteriebetriebene Pick-up für den Massenmarkt auch nach Europa kommen.
Alan Clarke, Leiter der Elektrofahrzeug-Entwicklung bei Ford, hat erklärt, dass das Modell mehr Innenraum biete als ein Toyota RAV4. Damit soll der Pick-up geräumiger sein als der Ford Maverick oder der Ford Ranger. Das Ziel mit dem neuen Elektroauto ist es, Kunden zu überzeugen, die sonst zu Benzinern oder Hybriden greifen würden. Der Vollstromer muss laut Clarke „einfach nur überzeugend“ sein und Kunden emotional ansprechen. „Wenn man ihn sieht, muss man ihn einfach haben wollen.“ Der neue Truck müsse als Produkt, das „zufällig“ ein E-Auto ist, „absolut überzeugend“ sein.


Michael meint
So ein günstiger Pickup der sich mit eigenem Strom aus der PV laden läßt müßte doch eigentlich in den Unabhängigkeits-verliebten USA der Renner sein. Vermutlich konkuriert er dann auch mit dem neuen Scout.
South meint
Egal ob Elektro oder Verbrenner, PickUp’s sind konzeptionell für die allermeisten Anwendungen schlicht Unsinn, viel zu ineffizient, und haben deshalb nie den Durchbruch in Europa geschafft. PickUp’s verschwenden einfach viel zu viel Platz für eine lange Motorhaube und für eine Ladefläche, welche dem Wetter ausgesetzt ist.
In Kürze. Der Verbrauch und die Unterhaltskosten sind hoch, der Fahrkomfort gering (die Hinterachse muss ja Gewicht aushalten, ist aber meisten unbeladen), die Ladeplattform zu hoch gebaut mit kleinen Abmessungen und von Einparken/Platzbedarf ganz zu schweigen. Deshalb ist der PickUp in der Regel ein Spassauto für kurze Strecken…
Die aktuell hohen Diesel-/und Benzinpreise tun gerade ihr übriges. Natürlich werden die Preise nach der Krise sich wieder normalisieren, aber die Schäden an der Ölinfrastruktur und das Auffüllen der Ölreserven danach wirken über mehrere Jahre Preissteigernd.