Der zur Renault Group gehörende Sportwagenbauer Alpine verfolgt eine Strategie zur Erweiterung seiner Zielgruppen durch neue elektrische Modelle. Mit dem A390 wird nach dem Kleinwagen A290 ein elektrisches Crossover-Modell eingeführt. Weitere Vollstromer sollen folgen, darunter die nächste Generation des bislang benzinbetriebenen Sportwagens A110. Deutschland-Chef Amaury Marzloff erläuterte im Interview mit dem Portal Electrive den Wandel der Marke.
Im Rahmen der sogenannten „Dream Garage“ planen die Franzosen bis zum Jahr 2030 die Einführung von sieben neuen Modellen. Ziel ist es den Angaben nach, die Performance-DNA der Marke in unterschiedliche Fahrzeugkonzepte zu übersetzen.
Das Portfolio umfasst derzeit den Verbrenner A110, den elektrischen A290 als dynamische Version des Renault 5 sowie den eigenständigen A390. Zukünftige Erweiterungen sollen unter anderem ein elegantes, viersitziges Coupé namens A310 umfassen. Ein zentrales Element bleibt die Entwicklung einer vollelektrischen Nachfolgegeneration der A110, die auf der eigens entwickelten Alpine Performance Platform (APP) basiert.
Alpine will sich zeitgemäß neu interpretieren
Alpine habe eine glaubwürdige Historie im Motorsport und eine über Jahrzehnte gewachsene „klar erkennbare DNA“. Das lasse sich nicht künstlich erschaffen, so Marzloff. „Unsere Aufgabe ist es nicht, diese Geschichte zu konservieren, sondern sie in die Zukunft zu übersetzen und zeitgemäß neu zu interpretieren. Elektromobilität ist dabei kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern ein neues Ausdrucksmittel für zentrale Alpine-Werte wie Präzision, Agilität und Fahrspaß.“
Der geplante elektrische Sportwagen sei für Alpine kein Randthema, sondern eines der zentralen Zukunftsprojekte. Wann genau ein solches Modell startet, ist aber noch offen. „Der elektrische Nachfolger der A110 kommt dann auf den Markt, wenn Technologie, Batteriedichte, Gewicht und Kosten in einem überzeugenden Gesamtpaket zusammenfinden“, erklärt der Deutschland-Chef. „Unser Ziel ist es nicht, der Erste zu sein, sondern derjenige, der es konsequent im Sinne der Marke richtig macht.“
Elektromobilität stehe den Alpine-Werten Leichtigkeit, Präzision und unmittelbaren Fahrspaß nicht im Weg – „im Gegenteil“. Eigenschaften wie sofortige Leistungsentfaltung, niedriger Schwerpunkt und präzise Drehmomentverteilung unterstützten genau dieses Fahrerlebnis. Technologien wie Active Torque Vectoring, „eine nahezu ideale Gewichtsverteilung“ und eine direkte Lenkung ermöglichten ein sehr agiles Fahrgefühl, selbst bei einem Fahrzeuggewicht von rund zwei Tonnen. Der Anspruch sei es, auch mit elektrischen Fahrzeugen ein Fahrerlebnis zu schaffen, das sich intuitiv, leichtfüßig und emotional anfühlt – unabhängig vom Antrieb.
In Frankreich sei Alpine als Marke nie in Vergessenheit geraten und verfüge über eine starke emotionale Verankerung, die man schrittweise auch nach Deutschland trage. „Die Geschichte von Jean Rédélé, seine Leidenschaft für Fahrten in den Alpen und der Ursprung der Marke bilden dabei den kulturellen Kern, den wir modern und international transportieren“, so Marzloff. Er betont abschließend: „Ein elektrischer Alpine muss sich leicht anfühlen, emotional begeistern und gleichzeitig alltagstauglich sein – erst dann ist er sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll“

David meint
Nein, nein. A110 und A310 waren ja auch schon Familienkutschen mit 5 Türen. Dum excusare credis accusas.